Ihr müsst euch nicht mal großartig mit Anime auskennen, trotzdem dürfte euch Akira ein Begriff sein. Der Manga von Katsuhiro Odama wurde 1988 von ihm persönlich via Zeichentrick verfilmt und gilt bis heute als absolutes Meisterwerk des Sci-Fi- und Cyberpunk-Genres.
Direkt komisch, dass bis heute keine Hollywood-Verfilmung dazu aufgeschlagen ist, oder? Fairerweise hat es das Studio Warner Bros. probiert und sich das viel Zeit und noch mehr Geld kosten lassen. Nach 23 Jahren und mehreren erfolglosen Versuchen hat Warner aber jetzt die Rechte an Akira verloren, die nun wieder komplett beim japanischen Verlag Kodansha liegen.
Was ist bei dem großen Akira-Remake schiefgelaufen?
Aber beginnen wir von vorne. Die Chronik der gescheiterten Live-Action-Verfilmung von Warner Bros. sieht damit wie folgt aus:
- Warner sichert sich 2002 die Rechte an Akira und verpflichtet dafür Stephen Norrington (Blade) als Regisseur. Allerdings macht das Studio einen Rückzieher, als Norringtons Comic-Verfilmung Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen mit Pauken und Trompeten scheitert.
- Daraufhin kommt Leonardo DiCaprio an Bord, der als Produzent das Projekt zu verwirklichen versucht. Derweil drückt sich eine ganze Palette an Drehbuchautoren die Klinke in die Hand - unter ihnen zum Beispiel Gary Whitta (Rogue One), Mark Fergus (Children of Men), Hawk Otsby (The Expanse) oder Allen und Albert Hughes (The Book of Eli).
- 2012 sollte Jaume Collet-Serra (Jungle Cruise) dann endlich Akira als Regisseur mit Garrett Hedlund (Tron: Legacy) neuverfilmen. Der Dreh stand kurz vor dem Beginn, doch Warner Bros. wurde das Projekt zu heikel und reduzierte plötzlich das geplante Budget von 180 auf 90 Millionen US-Dollar. Collett-Serra sollte dann nochmal das Drehbuch überarbeiten, um weitere 10-20 Millionen einzusparen, stieg dann aber aus.
- Leonardo DiCaprio blieb als Produzent standhaft und versuchte neue Regisseure zu finden - zu den möglichen Kandidaten zählten zum Beispiel Jordan Peele (Get Out) oder Justin Lin (Fast & Furious). Zwischenzeitlich sollte sogar Christopher Nolan (Inception) aushelfen - nicht als Regisseur, sondern als Berater.
- 2017 begeisterte sich dann Taika Waititi (Thor 3 und 4) für das Projekt und wollte bei der Neuverfilmung nah am originalen Manga bleiben und ebenso auf einen japanischen Cast setzen. Für 2021 stand sogar ein Kinostart fest, doch plötzlich widmete sich Waititi anderen Projekten - unter anderem für Marvel und Star Wars. Waititi beteuerte mehrmals, weiter an dem Projekt zu arbeiten, doch das hat sich mit der neuesten Entwicklung nun erledigt.
Der Bericht von THR bezeichnet das Debakel um Akira um die längste Entwicklungshölle von Hollywood
, die eine Millionen-Summe im achtstelligen Bereich
verschlungen haben soll.
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Akira - offizieller Trailer zum legendären Cyberpunk-Klassiker von 1988
Doch ist damit eine Realverfilmung von Akira komplett vom Tisch? Nicht unbedingt. Laut dem Bericht des HollywoodReporter rechnet man damit, dass bei Kodansha nun Anfragen und Angebote einschlagen. Möglicherweise beginnt also ein neues Wettbieten darum, wer sich nach Warner Bros. an einer Neuauflage von Akira versuchen darf.
Dass das nicht unbedingt etwas Schlechtes sein muss, beweisen aber auch positive Beispiele wie etwas Alita: Battle Angel oder die Netflix-Verfilmung von One Piece. Fairerweise haben davor (aber auch danach) mehr als genug Manga- und Anime-Adaptionen gezeigt, wie man es eben nicht macht.
Derweil funktioniert der originale Akira-Film von 1988 heute noch immer fantastisch. Der Sci-Fi-Klassiker besticht weiterhin durch seine extrem hohe Animationsqualität, während die Story mit zahlreichen zeitlosen Themen und Ideen daherkommt.
Leider läuft Akira aktuell bei keinem etablierten Streamingdienst im Abo, dafür könnt ihr für natürlich bei Prime Video, Sky, Apple TV oder YouTube ein paar Euros für einen VoD springen lassen.
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