Die Chestburster-Szene aus Alien ist einfach ein Brett. Selbst 46 Jahre später gibt es wenige Momente in Sci-Fi-Horror-Filmen, die das Debüt des Xenomorphs toppen. Sogar Francis Ford Coppola wollte von Ridley Scott wissen, wie der Regisseur diesen haarsträubenden Moment so gut hinbekommen konnte.
Dabei steckt hinter der Szene, in der das Alien aus der Brust von Kane (John Hurt) herausbricht, ein tragischer Hintergrund. Darauf kommt Mia Bonzanigo zu sprechen, als wir die Exfrau des Xenomorph-Schöpfers im schweizerischen Greyerz beim Besuch des Giger-Museums interviewen dürfen.
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Problemfall Alien? Was vom Sci-Fi-Kult übrig ist
Von einer Sci-Fi-Ikone zur nächsten
Wir haben Bonzanigo nach der gescheiterten Dune-Verfilmung von Alejandro Jodorowsky gefragt, die bekanntermaßen nie verwirklicht werden konnte. Daran war auch Giger beteiligt, der später mit Drehbuchautor David O’Bannon gemeinsam an Alien arbeiten sollte.
Im Gespräch um Dune kam Mia Bonzanigo auf eine Anekdote zu O’Bannon und Alien zu sprechen, die uns mehr Kontext zu der legendären Chestburster-Szene gibt.
Ich selbst fand Dune sehr faszinierend und ich habe [Giger] die ganze Trilogie - und das waren ja solche Wälzer - vorgelesen, [...] während er nachts dazu malte. Er hatte immer gehofft, dass es eine Möglichkeit geben würde, [den Film doch noch zu machen]. Das hat [Giger] nicht gut verkraftet, dass Jodorowsky seine Bilder mitgenommen und sich dann nicht mehr gemeldet hat.
Das hat ihn sehr geärgert. Aber nicht so sehr, wie Dan O’Bannon. Weil Dan O’Bannon hat ein Magengeschwür gekriegt. Das hat er sich in Hollywood [...] behandeln lassen und in seiner Genesungszeit Alien geschrieben.
Und [bei Alien] habe ich mich gefragt, warum springt das Ding aus dem Magen [von John Hurts Kane] heraus? Vermutlich ist das sein Magengeschwür [...]. Ich könnte mir ziemlich gut vorstellen, dass er das Ding ja aus seinem Magen raushaben wollte. Dan war ein super Kerl, er hat ausgesehen wie ein Schluck Milch, aber was er für eine Fantasie hatte! Er war super.
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Was genau die Chestburster-Szene von Alien inspiriert hat
Tatsächlich erging es Dan O’Bannon nach dem Scheitern von Dune allgemein recht schlecht (via Factsource). Ohne finanzielle Mittel und sogar ohne eigene Wohnung kam er bei Freunden unter. Unter anderem bei dem Filmproduzenten Ronald Shusett, den auch Mia Bonzanigo in unserem Gespräch erwähnt.
Shusett und O’Bannon entschieden sich dazu, gemeinsam an dem Projekt Star Beast
zu arbeiten, das später zu Alien werden sollte. Dabei wurde O’Bannon weiterhin von gravierenden Magenbeschwerden geplagt, sodass er sogar mehrere Monate im Krankenhaus verbringen musste.
Dan O’Bannon beschrieb später persönlich, dass ihn die Arbeit an Alien wieder auf die Beine brachte. Erst 1980 und damit knapp ein Jahr nach dem Kinostart von Alien bekam der Drehbuchautor dann endlich die Diagnose, dass ihm nicht nur ein Magengeschwür zu schaffen machte, sondern Morbus Crohn.
Dabei handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung, die auch heute noch als unheilbar gilt. Die möglichen Symptome reichen von starken Magenschmerzen, über Erschöpftheit und Fieber bis zu Gewichtsverlust und Durchfall. O’Bannon selbst betonte mehrmals in Interviews, dass er sein persönliches Leiden in der legendären Chestburster-Szene verarbeitete.
46 Jahre nach Alien ist das Xenomorph-Franchise aktueller denn je. Nachdem 2024 mit Alien: Romulus ein neuer Kinofilm erschien, läuft aktuell mit Alien: Earth eine neue TV-Serie bei Disney Plus. Außerdem bahnt sich mit Predator: Badlands ein neues AvP-Crossover an, das am 6. November 2025 in den Kinos startet.
Mehr dazu könnt ihr unter den Links oben nachlesen.
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