Die größte Alternative zu X und Threads bringt ein Feature, das ich mir schon damals bei Twitter gewünscht habe

Nach Metas Kampfansage an Reddit zieht nun auch eine X-Alternative mit einem Feature nach, bei dem ich trotz einiger Hürden großes Potenzial sehe.

Bei Bluesky gibt es bald ein Feature, das sich speziell an Communities richtet. (Bildquelle: noun-community-5679484 by Alzam, from thenounproject.com, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons Bluesky) Bei Bluesky gibt es bald ein Feature, das sich speziell an Communities richtet. (Bildquelle: "noun-community-5679484" by Alzam, from thenounproject.com, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons / Bluesky)

Die X-Alternative Bluesky wächst immer weiter und bringt dabei regelmäßig neue Features für die Community. So arbeitet das Team hinter dem Microblogging-Dienst gerade an einem Communities-Feature, das vom Prinzip stark an Reddit erinnert.

Bluesky folgt damit einem aktuellen Trend, denn auch Meta arbeitete gerade an zwei Konkurrenz-Systemen.

In den USA gibt es mit Meta Forum so etwa bereits eine Foren-Plattform, die für mich wie ein plumper Reddit-Klon wirkt und auch bei Threads wird gerade an einer Communities-Funktion gearbeitet.

Auch X hat in der Vergangenheit an einer ähnlichen Funktion gearbeitet, diese aber mit der Umstrukturierung der Social-Media-Plattform wieder verworfen.

Ich sehe in einem Bluesky-Reddit-Hybriden echtes Potenzial. Besonders weil ich mir ein derartiges Community-Feature schon damals gewünscht habe, als X noch Twitter war.

Mit diesen Features möchte Bluesky die Communities einführen

Laut dem Bluesky-Produktleiter Alex Benzer könnt ihr mit dem Feature eigene Gruppen zu verschiedenen Themen erstellen und beitreten. In den Gruppen selbst können sich die Mitglieder zum Überthema der Gruppe austauschen und ähnlich wie bei Subreddits eigene Posts anlegen.

Das besondere dabei: Weil die Communities im offenen Web existieren, kann im Grunde jeder Programmierer das Design einer Gruppe komplett verändern, eigene Funktionen hineinbauen oder ein völlig neues Interface dafür entwickeln.

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Jede Community erhält zudem ein eigenes Handle, das gleichzeitig als URL dient. Einfach gesagt bedeutet das, dass jede Community einen eindeutigen Namen bekommt – ähnlich wie bei den Nutzernamen, die meistens aus @euer-name.bsky.social bestehen.

Für die von euch erstellten Gruppen gibt es drei Privatsphäre-Stufen, wobei ihr zwischen Öffentlich, Privat und Nur auf Einladung wählen könnt, um eure Community zu verwalten.

Der Gedanke hinter dem Feature ist einfach: User sollen sich tiefer und gezielter zu ihren Interessen austauschen können.

Eine solche Funktion hat viel Potenzial und wäre bereits bei Twitter nützlich gewesen

Damals, in meiner Hochphase auf Twitter, habe ich mich mit vielen Menschen aus dem Internet über Musik, Animes und Technik ausgetauscht. Dafür hatten wir unseren Feed so angepasst, dass wir hauptsächlich Posts aus unserer Bubble angezeigt bekommen und häufig in privaten Chats geschrieben haben.

Irgendwann sind wir jedoch auf WhatsApp-Gruppen ausgewichen, um einen Raum für bestimmte Themen zu haben. Gerade wenn neue Leute dann einer unserer Gruppen beitreten wollten, ist es ein digitaler Spießrutenlauf gewesen, weil wir uns erst über Twitter vernetzen mussten.

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Nicht nur, dass es also einen App-Wechsel gebraucht hat, die neuen Mitglieder kamen immer in eine private Gruppe rein, in der sie erstmal niemanden kannten. Ein Communities-Feature, wie Bluesky es jetzt plant, wäre also mehr als nützlich gewesen.

Wegen der Umstellung von Twitter zu X und den vielen dadurch einhergehenden Änderungen, habe ich die Plattform damals wie viele andere verlassen und neben Bluesky in Reddit eine neue Heimat gefunden – vor allem weil am Anfang auf Bluesky wenig los war.

Auf dem erfolgreichen Foren-Netzwerk Reddit ist der Austausch jedoch wesentlich anonymer. Das hat zwar definitiv seine Vorteile, führt aber auch dazu, dass ich mich nicht wirklich mit anderen Personen direkt austausche – weshalb ich ein großes Potenzial in den Bluesky-Communties sehe.

Darum bleibe ich beim Erfolg des Features skeptisch

Das große Versprechen von Bluesky liegt in dem Zusammenspiel der Communities mit der bereits bestehenden Plattform und ihrer Community. Um ein Thema zu erstellen oder einer bestehenden Gruppe beizutreten, muss die App nicht gewechselt werden.

Dennoch gibt es für das Social Media einige Hürden, die in Form von Konkurrenz auch eine gewisse Gefahr mit sich bringen.

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Am besten zeigt das die Geschichte der Umgestaltung von Twitter zu X. Nach dieser sind viele User zu dezentralen Netzwerken wie Mastodon oder Bluesky gewechselt.

Im Handumdrehen wurden die Plattformen jedoch von Metas Threads-Plattform ausgebremst, da diese nicht nur stark beworben sondern mehr oder weniger auch mit Instagram verknüpft wurde.

Nachdem Meta aktuell in Form von Forum und einer eigenen Community-Funktion für Threads an zwei Konkurrenz-Diensten arbeitet, rollt für Bluesky eine reale Gefahr an. Vor allem lokale Themen oder extreme Nischen könnten zu Meta abwandern und die Bluesky-Community mit sich ziehen.

Trotz der Skepsis bleibe ich aus einem einfachen Grund optimistisch

Nichtsdestotrotz hat Bluesky einen unschlagbaren Vorteil, da es in Teilen eine ganz andere Community als Threads anspricht.

Mit seinen wachsenden Nutzungszahlen zeigt Bluesky nämlich, dass es immer mehr Personen gibt, die sich bewusst für die Alternative zum Mega-Giganten entscheiden. Ich selbst besitze beispielsweise allein aus Datenschutzgründen keine privaten Threads-Accounts.



Wie erfolgreich das Feature wird, kann niemand vorhersagen. Doch der Blick auf die tausenden Likes unter dem Post des Produktchefs zeigt: Das Interesse ist riesig.

Das Feature erscheint zu einem noch unbestimmten Zeitpunkt in diesem Jahr – und spätestens dann wird sich zeigen, wie gut es angenommen wird.

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