Half-Life 1 aus dem Jahr 1998 ist einer der berühmtesten Shooter-Klassiker überhaupt. In unserer Liste mit den 300 besten PC-Spielen hat der Titel nur ganz knapp die Top 10 verpasst. Aber wie kann es einem derart alten Spiel gelingen, Nvidias extrem schnelle Geforce RTX 5090 in die Knie zu zwingen?
Die Antwort ist ganz simpel: mit Pathtracing. Die erweiterte und leistungshungrigere Version von Raytracing für eine realistischere Darstellung bringt in Half-Life 1 einen FPS-Verlust mit sich, wie man ihr nur selten sieht.
Dabei ist aber auch zu bedenken, dass es sich hier um eine inoffizielle Mod eines einzelnen Fans handelt. Alles zu dieser Version des Spiels mit Pathtracing, die jeder Besitzer des Originals kostenlos nutzen kann, erfahrt ihr im Artikel Half-Life 25 Jahre später mit Raytracing
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So hoch ist der FPS-Verlust:
- In der Originalversion des Spiels erreichen wir bei deaktiviertem FPS-Limit trotz hoher 4K-Auflösung mit der RTX 5090 Werte im Bereich von 1.000 bis über 2.000 Bilder pro Sekunde
- Mit aktivierten Pathtracing bleiben davon nur noch etwa 70 bis 90 Bilder pro Sekunde übrig. Das entspricht einem FPS-Verlust von über 90 Prozent.
Aber lohnt sich das optisch auch? Damit ihr euch selbst ein Bild davon machen könnt, habe ich ein passendes Vergleichsvideo mit der etwas langsameren, aber immer noch sehr schnellen RTX 4090 erstellt.
Die berühmte Zugfahrt mit und ohne Pathtracing im Vergleich
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Alt vs. neu - Die vielleicht berühmteste Spiele-Intro aller Zeiten erstrahlt in neuem Glanz
Das Video zeigt die legendäre Anfangssequenz des Spiels, die uns per Zug weitgehend tatenlos, aber doch staunend durch die Black-Mesa-Forschungsstation fahren lässt. Als Technik-Enthusiast schreit dabei alles in mir Aber ja doch, und wie sich Pathracing hier lohnt!
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Da werfen auf einmal Gleise Schatten durch das Scheinwerferlicht des Zuges, was zuvor gänzlich fehlte. Da fällt auf einmal strahlend helles Licht durch Fenster, was vorher kaum zu erkennen war.
Und da kommt und geht auf einmal das gelbliche Licht eines sich öffnenden und schließenden Mechanismus, statt keinerlei Auswirkungen auf die Optik zu haben.
Ich liebe es, wenn Spiele mich mit einer realistischen Grafik beeindrucken, und das gilt trotz hoffnungslos veralteter Texturen und bemitleidenswerter Polygon- und Detailarmut auch für das über 25 Jahre alte Half-Life 1 mit Pathtracing.
Es gibt auch Haken
Dieses Beispiel zeigt eindrucksvoll, welche große Rolle die Beleuchtung in Spielen für die Optik spielt, aber ich muss auch starke Einschränkungen zugeben.
- Einerseits ist der optische Unterschied längst nicht in jeder Szene sehr groß.
- Andererseits zeigt der enorme FPS-Verlust mit der RTX 5090, wie hoch der Anspruch mit Pathtracing potenziell ist.
Ein ganzes Entwicklerstudio kann zwar sicher mehr Optimierung herausholen als eine Einzelperson. Sehr groß wird der Performance-Verlust aber in der Regel so oder so sein.
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Upscaling eilt zur Hilfe
Schalte ich übrigens DLSS auf der Stufe Qualität
hinzu, um das Spiel intern in einer niedrigeren Auflösung als 4K zu berechnen, liegen die Bilder pro Sekunde in Half-Life 1 mit Pathtracing deutlich höher bei 160 FPS.
Upsacling-Verfahren sind also auch insofern sehr wichtig und hilfreich, nicht nur heute, sondern gleichermaßen in Zukunft.
Ich finde Projekte wie dieses aber trotz all der Haken sehenswert und spannend. Da juckt es mir doch glatt in den Fingern, Half-Life 1 noch einmal durchzuspielen. Zumal ich glaube, dass der Titel spielerisch ziemlich gut gealtert ist.
Gleiches gilt für den Nachfolger Half-Life 2. Zu diesem Spiel ist übrigens eine offizielle RTX-Version in Arbeit, die ihr mithilfe einer Demo selbst ausprobieren könnt. Mehr dazu erfahrt ihr im oben verlinkten Artikel.
Wie gefällt euch Half-Life 1 in der neuen Pathtracing-Version und habt ihr sie bereits selbst ausprobiert? Wie steht ihr generell zu solchen Techniken, auch mit Blick auf das weniger weitgehende, aber auch nicht ganz so leistungshungrige Raytracing? Schreibt es gerne in die Kommentare!
Best of GameStar: Dieser Artikel ist in einer früheren Version bereits auf GameStar.de erschienen.

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