AMD Ryzen Threadripper Test-Kits - ungewöhnlich, genau wie die Installation

AMD klotzt bei den Test-Kits zu den neuen Ryzen-Threadripper-CPUs eher statt zu kleckern. Unboxing-Videos zeigen außerdem die ungewöhnliche Installation der Threadripper-Prozessoren.

von Nils Raettig,
04.08.2017 16:42 Uhr

AMD hat umfangreiche Review-Kits für die neuen Threadripper-CPUs verschickt, die unter anderem individuell gravierte Dummy-Modelle enthalten. Quelle: Youtube-Kanal Hardware UnboxedAMD hat umfangreiche Review-Kits für die neuen Threadripper-CPUs verschickt, die unter anderem individuell gravierte Dummy-Modelle enthalten. Quelle: Youtube-Kanal Hardware Unboxed

Die Tests zu AMDs neuen Ryzen-Threadripper-Prozessoren mit bis zu sechzehn Kernen werden für den 10. August erwartet. Videos von den üppigen Test-Paketen, die AMD weltweit verschickt hat, machen aber bereits jetzt schon die Runde.

Bemerkenswert ist daran einerseits, wie viel Aufwand AMD in die Erstellung der Test-Kits gesteckt hat und andererseits die neue Installation der Threadripper-Prozessoren, die deutlich vom bekannten Verfahren bei AM3(+)- und AM4-Prozessoren wie Ryzen 7, Ryzen 5 und Ryzen 3 abweicht.

Teil der Review-Kits ist unter anderem eine individualisierte (und nicht funktionale) Version einer Threadripper-CPU, auf der das Logo oder der Name der jeweiligen Person oder Organisation eingraviert ist. Im großen Koffer ist außerdem eine Lichtinstallation auf dem Boden vorhanden, die nach dem Öffnen durch die beiden üppigen Packungen der Prozessoren (Ryzen Threadripper 1950X und Ryzen Threadripper 1920X) hindurch scheint.

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Das zweite Paket mit dem passenden X399-Mainboard, einer Wasserkühlung, einem 1.250-Watt-Netzteil und 32,0 GByte DDR4-Arbeitsspeicher (jeweils mit RGB-Beleuchtung) hat auch ein kleines Extra spendiert bekommen: Über der eigentlichen Hardware befindet sich eine beschriftete, transparente Abdeckung mit dem Ryzen-Logo und der Aussage »Die Komponenten, die Sie brauchen, um die ultimative Desktop-System-Plattform zu erstellen.« Außerdem stehen dort die Schlagworte »Unlocked. Unrestrained. Uncomprimising«, zu Deutsch etwa »Unverschlossen. Unbeschränkt. Kompromisslos.«.

Legt man den ungefähren Einkaufswert der Hardware im regulären Handel zu Grunde, ist jedes Review-Kit ungefähr 3.400 Euro wert.

Ryzen Threadripper: Installation

Bei der Installation wird die Threadripper-CPU mitsamt der orangefarbenen Halterung in eine Schiene am Sockel geschoben. Quelle: Youtube-Kanal BitwitBei der Installation wird die Threadripper-CPU mitsamt der orangefarbenen Halterung in eine Schiene am Sockel geschoben. Quelle: Youtube-Kanal Bitwit

Interessanter als die Verpackung ist die Hardware selbst. Bei den Prozessoren wird jeweils ein passender Schraubendreher mitgeliefert, um den Sockel auf dem Mainboard öffnen zu können. Auch ein Adapter für Asetek-Wasserkühlungen gehört zum Lieferumfang.

Die Ryzen-Threadripper-CPUs befinden sich in einer Halterung, die für die Installation in den TR4-Sockel benötigt wird. Er setzt auf das von Intel verwendete »Land Grid Array« (LGA), bei dem am Prozessor selbst nur Kontakte vorhanden sind, während sich die eigentlichen Pins im Sockel auf dem Mainboard befinden. Bei den Prozessoren für den Sockel AM3(+) und AM4 verwendet AMD dagegen noch das »Pin Grid Array« (PGA) mit den Pins an der CPU selbst.

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Um eine Threadripper-CPU zu installieren, müssen zunächst drei Schrauben in der richtigen Reihenfolge gelöst werden. Unter der sich nun öffnenden Abdeckung befindet sich eine Halterungsschiene, die sich wie die Abdeckung selbst nach oben klappen lässt.

In diese Schiene wird nun die CPU mitsamt der darum angebrachten Halterung geschoben. Anschließend müssen die Schiene und die Abdeckung vom Sockel nur noch heruntergeklappt und die Schrauben in umgekehrter Reihenfolge wieder festgezogen werden.

Wenige Kühler und Test-Kits

Problem Bodenplatte Noctua hat neue Varianten bereits bekannter Luftkühler aus dem eigenen Sortiment für den Sockel TR4 angekündigt, die eine größere Bodenplatte spendiert bekommen, um zu den Ryzen-Threadripper-CPUs kompatibel zu sein.

Lichtspiele Um die großen Retail-Verpackungen von Threadripper besonders gut bei den Testern in Szene zu setzen, befindet sich an der Unterseite des Koffers eine Beleuchtung, die durch die Packungen hindurch scheint. Quelle: Youtube-Kanal Hardware Unboxed

Ebenfalls in den Unboxing-Videos zu sehen: Der große Heatspreader der vergleichsweise ausladenden Threadripper-Prozessoren wird von aktuellen Kühler-Bodenplatten in der Regel nicht komplett bedeckt. Laut AMD stellt das aber nicht unbedingt ein Problem dar, weil sich die Hitze erzeugenden CPU-DIEs in der Mitte unter dem Heatspreader des Prozessors befinden.

Da viele All-In-One-Wasserkühlungen auf Lösungen vom OEM-Hersteller Asetek setzen, schafft der bei den CPUs mitgelieferte Adapter bei dieser Art der Kühlung Abhilfe für die Montage (siehe auch AMDs offizielle Seite zu Kühllösungen für Threadripper, die bislang fast nur Wasserkühlungen enthält). Mit Blick auf Luftkühler sieht es aber deutlich schlechter aus.

Hier dürfte die bei den aktuellen Modellen in der Regel zu kleine Bodenplatte für Threadripper-CPUs ein größeres Problem als bei den leistungsstärkeren Wasserkühlungen darstellen. Es ist deshalb anzunehmen, dass die Hersteller bei reinen Luftkühlern nicht auf Umrüst-Kits setzen und stattdessen spezielle Varianten für den Sockel TR4 entwerfen. Bekannt sind uns bislang aber nur drei abgewandelte Modelle von Noctua, die Ende August erscheinen sollen und eine neue Variante vom Arctic Freezer 33.

Allzu üppig ist zu guter Letzt auch die Versorgung mit Threadripper-Test-Kits nicht: Geht man von der Zahl auf den gravierten CPUs aus, gibt es weltweit nur 250 davon. Wir haben leider kein Test-Kit bekommen. Das hängt vermutlich einerseits damit zusammen, dass es in Deutschland relativ viele Magazine, Seiten und Youtuber gibt, die sich primär mit PC-Hardware beschäftigen. Andererseits sind wir immer noch vor allem ein Spielemagazin – und in Spielen dürften Threadripper-CPUs die vielen Kerne nur sehr bedingt helfen.

Wir arbeiten bereits daran, auf anderen Wegen an die benötigte Hardware zu gelangen. Da Händler die passende Ware allerdings ebenfalls erst am 10. August erhalten, wird unser Test vermutlich nicht pünktlich zum Release von Ryzen Threadripper erscheinen können.


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