Android-Smartphone oder iPhone? Auf diese Frage gibt es für einige nur eine Antwort, während andere sich die Wahl des Betriebssystems grundsätzlich offenhalten.
Redditor carottesrapees gehörte die letzten 15 Jahre zur ersten Fraktion. Die Reise begann 2011 mit dem Samsung Galaxy Player 50 und führte über diverse Modelle von Google, OnePlus und Sony bis hin zum Samsung Galaxy S23.
Inzwischen dient ein iPhone SE 3 als täglicher Begleiter. Im ausführlichen Fazit sind die Höhen und Tiefen des Wechsels zu lesen. Dort findet ein Frustfaktor besonders große Beachtung: die iPhone-Tastatur.
Maxe und Mirco haben ebenfalls ihre Erfahrungen mit dem Wechsel gesammelt:
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Die Bildschirmzeit von acht Stunden auf zwei Stunden senken
Das war der Grund für den Wechsel: Die Erwartungen des Redditors an ein Smartphone haben sich im Laufe der Jahre offenbar stark verändert.
Früher verbrachte der Autor nach eigenen Angaben bis zu acht Stunden am Tag mit den kleinen Geräten. Den größten Teil davon machten Spiele und Videos aus. Das sollte sich ändern und die Bildschirmzeit auf etwa zwei Stunden reduziert werden.
Heute betrachtet carottesrapees Smartphones zunehmend als »Tool für die Hosentasche«. Zudem wurde eine separate Kamera angeschafft, was den Verzicht auf eine leistungsstarke (und teure) Smartphone-Kamera ermöglichte.
So fiel die Wahl schließlich auf das iPhone SE 3 aus dem Jahr 2022.
iOS: Das »ausgereiftere System«
Carottesrapees beschreibt das iPhone-Betriebssystem als »fertiger«, weniger fehlerhaft und optisch überlegen. Auch die Systemklänge seien angenehmer.
Dem würde Autor Patrick widersprechen: Ich bin auf Apples WWDC so gespannt, wie seit 10 Jahren nicht mehr: Sie entscheidet darüber, ob ich beim iPhone bleibe
Obwohl das iPhone SE 3 nur ein Display mit einer Bildwiederholrate von 60 Hertz bietet, wirkt es nach Erfahrung des Redditors flüssiger als manche Android-Geräte mit 90 oder gar 120 Hertz. Dafür sorgen demnach die hohe Touch-Abtastrate sowie die besser optimierten Animationen.
Praktische Apps wie Apple Wallet sind laut dem Fazit »umfassender«. Die Integration von Tickets und Kundenkarten wird als deutlich überlegen gegenüber Google Wallet empfunden. Dies kann von Land zu Land durchaus variieren.
Ein wesentlicher Punkt ist außerdem die App-Optimierung. Diese sei bei iOS besser und schneller, trotz des leistungsschwächeren iPhone SE 3 (im Vergleich zum S24). Als Beispiele werden hierfür Adobe Lightroom sowie Notion aufgeführt.
Carottesrapees zählt außerdem den Blitz, optisch ansprechendere Emojis sowie die visuelle Voicemail als Pro-Punkte für iOS auf.
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»Ich kämpfe gegen die Tastatur«
Vor allem die Tastatur von iOS wird von dem Community-Mitglied kritisiert. Der Autor bemängelt die Cursor-Steuerung, das Fehlen einer dauerhaften Zahlenreihe und die umständliche Handhabung von Akzenten massiv.
»Ich kämpfe gegen die Tastatur, anstatt sie zu benutzen […] Man kann den Cursor nicht durch Tippen auf den Text bewegen […] Zwar kann man den Cursor oder die Leertaste gedrückt halten, aber das ist viel langsamer und weniger intuitiv […] Auch die Akzente sind schlecht umgesetzt […] Wenn Sie das letzte Wort Ihres Textes schreiben und dann auf „Senden“ drücken, korrigiert die App dieses letzte Wort automatisch nach eigenem Ermessen.«
Als zweiten großen Schmerzpunkt werden die Benachrichtigungen genannt. Im Gegensatz zu Android fehlen in iOS ein Benachrichtigungsverlauf und die Möglichkeit, spezifische Benachrichtigungstypen innerhalb einer App zu steuern.
Für Ärger sorgt zudem die Zurück-Geste, die nicht universell funktioniert, sondern von der App abhängig ist. Dies betrifft ebenfalls das Ausblenden der Tastatur. Seit dem Wechsel zum iPhone hat der Android-Veteran zudem eine spürbar höhere Anzahl an Spam-Anrufen verzeichnet.
Darüber hinaus werden die typischen iOS-Eigenheiten als Negativpunkte aufgezählt:
- Der Stummschaltmodus verhält sich unvorhersehbar: Während die Medienlautstärke im Stummmodus nicht stummgeschaltet wird, fehlt wiederum der Sound bei Spielen. In diesem Fall muss das iPhone wieder laut gestellt werden.
- Liquid Glass als Dauerbrenner: Auch Carottesrapees bemängelt Liquid Glass als teilweise schwer lesbare Grafikspielerei. Die Idee wird als „Design vor Funktion” abgestempelt.
- RAW-Fotos nur bei den Pro-Modellen: Das Fehlen des RAW-Formats bei Non-Pro-Modellen wird als Rückschritt gegenüber Android-Smartphones gewertet.
- Sideloading: Das geschlossene System verhindert die Installation modifizierter Apps (Sideloading) und schränkt Drittanbieter-Zubehör ein.
Weder besonderes gut noch schlecht
Nicht jeder Unterschied der beiden Betriebssysteme ist für das Community-Mitglied ein Vor- oder Nachteil, weshalb diese als neutral bewertet werden.
So nimmt das iPhone etwa beim Musikhören den Sperrbildschirm vollständig ein. Bei Android wird die Musik hingegen wie eine Benachrichtigung dargestellt. Beim iPhone fühlt es sich demnach wie ein dedizierter Musikplayer an, während bei Android mehr Platz für Widgets, die Uhrzeit und andere UI-Elemente bleibt.
Als gewöhnungsbedürftig beschreibt der Redditor zudem eingehende Anrufe über Apps wie WhatsApp. Diese landen bei iOS alle zentral in der Telefon-App, was zu Beginn offenbar für Verwirrung sorgte.
Als dritten, neutralen Punkt wird das Zwei-Ebenen-System der Benachrichtigungen erwähnt. Android verfolgt den Ansatz, dass alles dort bleibt, bis man es löscht. Gemeint sind damit die Nachrichten auf dem Sperrbildschirm.
Der Sperrbildschirm von iOS zeigt hingegen nur neue Mitteilungen an. Nach dem Entsperren wandern die Nachrichten ins Benachrichtigungszentrum.
Die Wahl des Betriebssystems ist noch immer eine persönliche
Das ausgiebige Fazit zeigt vor allem eines: Die Wahl zwischen Android und iOS ist auch 2026 noch immer sehr subjektiv. Eventuelle Kompromisse fallen je nach Person unterschiedlich stark aus.
Das wird in den Kommentaren deutlich. Während einige in vielen Punkten zustimmen, widersprechen wiederum andere vehement.
»Aber wenn Leute behaupten, 60 Hz auf dem iPhone seien besser als 120 Hz auf einem Samsung, dann lügen sie.«
Draconetto
»Android war schon immer führend, Apple musste ständig aufholen. Ich nutze aktuell das Google Pixel 10 Pro und es kann alles, was Android angeblich nicht kann […] Letztendlich geht es aber darum, womit man sich wohlfühlt.«
MacDaddy2605
In einigen Bereichen ist unsere Wahrnehmung zudem stark unterschiedlich. Während viele den Unterschied zwischen 60 und 120 Hertz als nicht störend empfinden, gilt eine niedrigere Bildwiederholrate für andere als Dealbreaker.
Ohnehin spielt es eine wichtige Rolle, in welchem Land das Smartphone genutzt wird. Einige Funktionen, wie alternative App Stores für iOS, sind nur in der EU freigeschaltet.
Wiederum gibt es einige Smartphone-Features, die es so nur außerhalb der EU gibt. Beispiele hierfür sind iPhone Mirroring oder Pixel Screenshot bei Google-Smartphones. Mitunter haben derartige Funktionen ebenfalls einen Einfluss auf die Wahl des jeweiligen Geräts. Und das ist vollkommen normal.






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