Die Kampagne in einem Anno hat für viele keinen riesigen Stellenwert. Eine Menge Fans spielen sehr gerne einfach nur das Endlosspiel. Aber eben nicht nur. Es gibt durchaus Anno-Fans, die sich immer wieder über eine Story freuen.
Letztere werden in Anno 117: Pax Romana jedoch ganz schön gelackmeiert. Die Geschichte beginnt zwar vielversprechend und etabliert ein paar spannende Story-Aufhänger - nur um dann nach dem zweiten Akt in Albion plötzlich zu enden.
Falls ihr euch gerade nach eurer Rückkehr nach Latium also wundert: Nein, es passiert danach nichts mehr. Die Story ist vorbei und ihr werdet ins Endlosspiel überführt. Ab jetzt könnt ihr also machen, was ihr wollt.
Das fühlt sich für viele unbefriedigend an und wirkt auch irgendwie, als könnte das nicht der Plan gewesen sein. Ein bekannter Modder hat in den Spieldaten jetzt angeblich Hinweise darauf gefunden, dass Ubisoft den dritten Akt des Spiels wohl gestrichen hat.
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Wurde der dritte Akt geschnitten?
Bei dem Modder handelt es sich mit Taubenangriff um einen bekannten Namen in der Anno-Community. Taubenangriff war etwa an der riesigen Anno-1800-Mod New Horizons beteiligt und wir verdanken ihm sogar unser GameStar-Schiff. Die Quelle ist also recht vertrauenswürdig.
Taubenangriff behauptet, in den Spieldaten Hinweise auf einen dritten Akt gefunden zu haben, der es nie ins Spiel geschafft hat. Sonderlich viele Details nennt er dabei nicht, aber doch ein paar kleinere Indizien:
- Taubenangriff hat laut eigener Aussage viele verschiedene Assets entdeckt, die auf einen dritten Akt hindeuten. Die genaue Story kann er damit aber nicht zusammenpuzzeln.
- Gemessen an einigen der Level-Assets soll laut Taubenangriff Stonehenge eine Rolle gespielt haben, das in Albion auf einer Insel steht.
- Obendrein konnte er eine Variable im Code entdecken, die Campaign_EnableAct3 genannt wird. Damit soll wohl die Einführungsquest aus Akt 3 übersprungen und Spieler sofort ins Endlosspiel entlassen werden.
Ob das alles jetzt wirklich heißt, dass Anno 117 etwa aus Zeitdruck oder wechselnder kreativer Visionen Pläne für einen dritten Akt komplett über Bord geworfen hat, wissen wir nicht. Wir haben Ubisoft aber nach einem Statement gefragt und aktualisieren die Meldung, sobald wir etwas erfahren.
Das wahre Ende
Was auch immer die wahren Gründe dafür sind, Fakt ist, dass sich das Ende der Story von Anno 117 unsanft abrupt anfühlt. Ein ähnliches Problem gab es auch in Anno 1800, und dieser unsanfte Übergang könnte auch mit der Integration ins Endlosspiel zusammenhängen.
Immerhin ist dafür notwendig, dass Charaktere ihre im Endlosspiel angedachten Rollen einnehmen können. Das gilt auch für den Kaiser.
Gerade die Frage nach der Nachfolge des Kaisers wird in der Story von Anno 117 anfangs als wichtiger Punkt aufgebaut, später aber scheinbar fallengelassen. In Wahrheit könnt ihr diese Debatte allerdings zu einem Ende bringen – nur müsst ihr dafür eben auf eigene Faust und ohne Story-Quest einen Krieg gegen den Kaiser führen.
Das geht nur, wenn ihr in seiner Gunst komplett abstürzt, und ist auch nicht ratsam, da danach ein extrem herausfordernder Krieg folgt. Als waschechtes Ende würden wir das nicht bezeichnen, sondern eben als Mechanik im Endlosspiel.

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