Apple kann das iPhone nicht »Made in USA« produzieren – dafür gibt der Konzern jetzt 500 Millionen Dollar für US-Magnete aus

Apple investiert eine halbe Milliarde Dollar in ein US-Unternehmen, um nachhaltiger zu werden – und ein Signal an die US-Regierung zu senden.

Trump drohte im Mai explizit Apple – jetzt reagiert Tim Cooks Firma mit einer millionenschweren Investition (Bildquelle: MP Materials) Trump drohte im Mai explizit Apple – jetzt reagiert Tim Cooks Firma mit einer millionenschweren Investition (Bildquelle: MP Materials)

Trumps Zölle treffen einen US-Konzern besonders heftig: Apple. Unmittelbar der Einführung eines Zolls von über 100 Prozent auf Waren aus China im April, brach die Aktie des Konzerns ein.

Apple kann seine Produktion zwar nicht einfach so in die Vereinigten Staaten verlegen, eine Reaktion gibt es aber trotzdem:

Mit einer Investition von einer halben Milliarde in eine US-amerikanischen Firma für Magnete versucht CEO Tim Cook der US-Regierung entgegenzukommen.

Video starten 13:25 iOS 26: Alle Highlights des neuen iPhone-Updates und 15 versteckte Features, die ihr kennen solltet

Trotz der Zölle wird es in absehbarer Zeit kein iPhone aus den USA geben

US-Präsident Donald Trump hat zu Beginn seiner zweiten Amtszeit Produkte aus großen Teilen der Welt mit Zöllen belegt. Das erklärte Ziel der US-Regierung laut Reuters: Produktion aus dem Ausland zurückzuholen und die Vereinigten Staaten als Produktionsstandort zu stärken.

Die mitunter höchsten Zölle drohte Trump China an. Eine US-Firma, die gerade das besonders trifft, ist Apple. Business Insider berichtete schon 2018, dass in der chinesischen Stadt Zhengzhou 350.000 Mitarbeiter iPhones fertigen – die Stadt werde unter Einheimischen deshalb iPhone City genannt.

Im Mai 2025 drohte Trump der Firma laut Reuters sogar unmittelbar mit einem Zoll von 25 Prozent auf alle iPhones, die in den USA verkauft, aber nicht produziert würden.

Dabei wäre ein in den Vereinigten Staaten gefertigtes iPhone extrem teuer. Analyst Dan Ives kalkuliert etwa, dass ein iPhone »Made in USA« rund 3.500 US-Dollar kosten würde.

Das Liberty-Phone der Firma Purism zeigt, dass es nicht nur wegen der fehlenden Fachkräfte, sondern auch durch nicht vorhandene Produktion bestimmter Komponenten derzeit unmöglich ist, ein Smartphone komplett in den USA zu produzieren.

Deswegen investiert Apple ausgerechnet in US-Magnete

MP Materials ist laut CNBC die einzige Firma in den USA, die sich auf die Produktion und das Recycling von Magneten aus seltenen Erden spezialisiert hat.

In einer Pressemitteilung hat Apple angekündigt, 500 Millionen US-Dollar in die Firma zu investieren. CEO Tim Cook lässt sich zitieren mit:

Amerikanische Innovation treibt alles an, was wir bei Apple tun, und wir sind stolz darauf, unsere Investitionen in die US-Wirtschaft zu vertiefen.

Seltene Erden seien essenziell, um fortschrittliche Technologien zu fertigen. Auch Apple braucht große Mengen des Rohstoffs – laut dem Guardian kommen die bisher vor allem aus China.

Apple betont, dass die Investition einerseits die Industrie um seltene Erde in den Vereinigten Staaten stärken und die Entwicklung neuer Recyclingmethoden vorantreiben soll.

Bob O'Donnell, Vorsitzender des Marktforschungsunternehmens TECHnalysis betont dem Guardian gegenüber andererseits auch, dass Apples Investition das Ansehen des Konzerns in Washington verbessere.

Dass das mit dem heimisch produzierten Smartphone gar nicht so einfach ist, hat Donald Trump mittlerweile auch in seiner eigenen Familie erfahren. Die Söhne Eric und Donald Jr. haben im Juni 2025 das Mobilfunkunternehmen Trump Mobile vorgestellt und vollmundig das US-Handy T1 Phone angekündigt.

Das goldene Smartphone soll noch dieses Jahr zu einem Preis von rund 500 US-Dollar zu kaufen sein. Dass es aber Made in USA sei, das versprechen die Trump-Sprösslinge mittlerweile nicht mehr.

Keine Kommentarfunktion?
Aufgrund des zu erwartenden hohen Moderationsaufwandes haben wir uns entschieden, die Kommentare ins Forum zu verlagern. Dort könnt ihr wie gewohnt diskutieren:

Zum Forenthread