Vergangene Woche wurde bekannt, dass bei Microsoft über 9.000 Menschen ihren Job verlieren. Als einer der Hauptgründe werden Milliarden-Investitionen in Künstliche Intelligenz genannt.
Für den Gründer der Arkane Studios, Raphael Colantonio, liegt das Problem jedoch ganz woanders. In einem Beitrag auf X erklärt er den Game Pass zu einem nicht nachhaltigen Geschäftsmodell, das der Industrie schadet.
»Der Elefant im Raum«
Colantonio gründete Arkane im Jahr 1999 und verließ das Studio 2017, um sich neuen Zielen und der Familie zu widmen. Zu seinen Projekten gehören die Dishonored-Reihe, Prey und auch Dark Messiah of Might & Magic.
Als Reaktion auf die Entlassungen bei Microsoft fragt er auf X, warum niemand über den Elefanten im Raum spricht. Schuld an den Kündigungen sei für ihn der Game Pass. Colantonio erklärt:
Ich denke, Game Pass ist ein unhaltbares Modell, das der Branche seit einem Jahrzehnt zunehmend schadet, subventioniert durch [Microsofts] »unendliches Geld«, aber irgendwann muss die Realität eintreten.
Seiner Meinung nach kann der Game Pass nicht mit anderen Modellen als dem »klassischen« direkten Verkauf von Spielen koexistieren. »Sie [Microsoft] werden alle anderen Modelle verdrängen oder aufgeben«, erklärt der Branchen-Veteran
PLUS
34:05
DevPlay: Wo geht das ganze Geld der Spieleindustrie hin?
Wo genau sieht Colantonio das Problem?
Seiner Ansicht nach ist der Game Pass aktuell ein zu guter Deal, als dass Spieler ihn ausschlagen könnten. Es gibt einen Haufen guter Spieler zu einem vergleichsweise günstigen Preis.
Den gibt es allerdings nur, da Microsoft Geld in den Game Pass pumpt, ihn also subventioniert, erklärt Colantonio. Dieses Geld wird aber irgendwann ausgehen, der Preis geht hoch, die Spiele werden schlechter und die Leute kündigen ihr Abo - so seine Theorie.
Schützenhilfe von Larian
Der Publishing Director des Studios hinter Baldur’s Gate 3, Michael Douse, ist ebenfalls der Meinung, dass Microsoft auf ein großes Problem zusteuert, »wenn das Geld alle ist«.
Laut Douse sei dies einer der Hauptgründe, warum die Studios, mit denen er zu tun hat, nicht zu einem Modell wie dem Game Pass wechseln. Der ökonomische Gedanke dahinter ergebe keinen Sinn, so Douse.
Allerdings fügt er an, dass zumindest kleinere Entwickler weniger eigenes Risiko tragen, wenn sie ihre neuen Spiele im Game Pass anbieten. Er glaubt jedoch, dass der Game Pass mit anderen nur koexistieren kann, wenn er als Back-Katalog für ältere Titel dient.
Ihr findet oben in der Box einen Überblick (Plus) zum ganzen Ausmaß der Entlassungen, also welche Studios betroffen sind und welche Projekte eingestellt wurden. Im oberhalb verlinkten Podcast setzen wir uns ausgiebig mit der aktuellen Situation bei Microsoft auseinander und analysieren, warum trotz Milliardengewinne so viele Menschen ihren Job verlieren.
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