Atomare Strahlung stürzt eine retrofuturistische Welt ins Chaos. Wir erkunden Jahre später ein gefährliches Land voller Monster, Roboter und verfeindeter Fraktionen und müssen uns mit einer von ihnen verbünden. Das klingt doch ganz nach Fallout, oder? Tatsächlich geht es mir aber um Atomfall, dem neuesten Spiel von Sniper-Elite-Entwickler Rebellion. Im Steam-Sale gibt es jetzt die perfekte Gelegenheit, den faszinierenden Survivalshooter nachzuholen! Lasst mich als großen Fallout-Fan erklären, warum ich euch das Spiel unbedingt empfehlen will.
Mini-Apokalypse mit Stil
Atomfalls größte Stärke ist zweifelsohne seine Welt. Sie mischt retrofuturistische Roboter mit englischem Kleinstadt-Charme und einer düsteren, geheimnisvollen Atmosphäre. Ich erforsche eine Sperrzone rund um das Atomkraftwerk Windscale, den Hintergrund gibt das reale Atomunglück von 1957, bei dem ein Brand im Kernreaktor ausbrach. Hier erinnert Atomfall auch an Stalker denn es dichtet zu den historischen Ereignissen noch das Entstehen seltsamer Monster, geheime Experimente in unterirdischen Laboren und futuristische Technologie dazu. Herrlich!
Das an sich schon faszinierende Setting und die hübsche kleine Welt verbindet Atomfall mit einer Art Story-Sandbox. Ich habe nur ein grobes Ziel, nämlich der Zone zu entkommen. Wie ich das anstelle und wohin ich als Nächstes gehe, lässt mir das Spiel vollkommen frei. Auf Questmarker wird verzichtet und ich muss selbst mit Leuten reden, die Welt erkunden und gefundene Notizen lesen, um weiterzukommen. So finde ich selbst meinen Weg und entscheide auch darüber, welcher Fraktion ich mich anschließe und wie das Spiel endet.
Wer sich nur durch eine vorgefertigte Story mit schicken Zwischensequenzen tragen lassen will, ist hier falsch. Mir persönlich macht es aber unheimlich Spaß, auf eigene Faust die Geheimnisse der Welt aufzudecken, hier erinnert mich Atomfall wieder klar an Fallout. Die Geschichte selbst ist zwar nicht außergewöhnlich, die Mysterien halten mich aber bis zum Schluss an der Stange.
11:51
Atomfall: Dieser Shooter ist mehr als eine Reise wert
Spielerisch fährt Atomfall launige Schießereien (und Kloppereien) auf, die schnell und tödlich sind: Ich halte selbst nicht viel aus, kann aber auch Gegner oft mit nur einem Kopftreffer erledigen - und es gibt sattes Trefferfeedback. So mag ich es am liebsten. Lediglich größere Widersacher wie Kampfroboter halten mehr aus, das ist aber auch nur fair, sonst wären die Blechbüchsen wenig furchterregend. Mein eigenes Arsenal ist klein, aber schlagkräftig, neben allerlei Gewehren und Pistolen darf ich auch Cricketschläger und Äxte schwingen - oder werfen.
Wenn das für euch alles gut klingt, muss ich aber auch noch kurz vor den Schwächen von Atomfall warnen. Dazu gehören das frustrierende Schleichsystem: Jedes Mal, wenn ich versucht habe, leise vorzugehen, wurde ich entdeckt. Es gibt auch kaum praktische Schleichhilfen, oder die Möglichkeit, Gegner abzulenken. Außerdem ist die Menüführung unübersichtlich, das Inventar sehr schnell voll und die Skills sind zum größten Teil langweilige Buffs.
Mit der Welt, den Kämpfen und den Geheimnissen von Atomfall hatte ich trotzdem jede Menge Spaß. Im Steam Sale für 20 Euro kann ich den Titel daher nur empfehlen. Ihr solltet euch aber dessen bewusst sein, dass ihr pro Durchgang je nach Spielstil nur 10 bis 20 Stunden braucht.
Kleiner Tipp: Wenn ihr euch ganz sicher seid, empfehle ich euch außerdem, die DLCs gleich mit einzupacken. Leider sind die nämlich denkbar ungeschickt integriert und können nur vor dem Ende der Hauptstory gespielt werden. Da sie zusätzliche Enden für das Hauptspiel freischalten, lohnt es sich, sie gleich von Anfang an dabeizuhaben. Ansonsten müsst ihr später zu einem früheren Spielstand zurückkehren oder ganz neu anfangen.
Falls ihr selbst Atomfall schon gespielt habt, dann verratet gerne in den Kommentaren mal, warum das Spiel euch gefallen hat, oder wieso es nicht euren Geschmack getroffen hat. Wollt ihr dagegen noch mehr über die Schwächen und Stärken des Survivalshooters erfahren, dann werft einen Blick in meinen Test. Und wenn Atomfall doch nichts für euch ist, dann findet ihr oben im Kasten auch noch ein paar Spieleempfehlungen für Fallout-Fans. Viel Spaß beim Lesen!
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