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Kaufberatung Prozessoren - CPU-Vergleich mit Benchmarks

Intel und AMD bieten mittlerweile Prozessoren auf Augenhöhe an, mitunter aber mit Preisvorteil für Intel. Wir vergleichen die aktuellen CPUs und geben Kauftipps.

von Dennis Ziesecke,
19.02.2021 13:37 Uhr

Wir empfehlen CPUs aus allen Preisbereichen statt einfach nur die schnellste und teuerste. Wir empfehlen CPUs aus allen Preisbereichen statt einfach nur die schnellste und teuerste.

Dennis Ziesecke

Welche CPU ist die beste für Spieler? Der Prozessor ist das Herzstück des PCs. Welche CPUs von AMD und Intel in verschiedenen Preisbereichen die besten sind, verrät unsere Kaufberatung, inklusive Benchmark-Vergleich. Eine Spiele-CPU sollte dabei mindestens über vier Kerne verfügen. Außerdem beschränken wir uns auf die aktuellen Mainstream-Sockel von AMD (AM4) und Intel (1151 v2) sowie den aktuellen Intel-Sockel 1200 .

Die Highend-Plattformen wie der Sockel TR4 oder der Sockel 2066 bieten zwar die höchsten Kernzahlen und Quad-Channel statt Dual-Channel-Speicher. Die entsprechenden Prozessoren und Mainboards sind aber vergleichsweise teuer und lohnen sich aus unserer Sicht nicht für einen Spiele-PC.

Intel Comet Lake ist angekommen: Die neuen Intel-Prozessoren mit 10.000er-Nummerierung benötigen einen neuen Sockel (LGA1200) und eignen sich damit nicht für Aufrüster. Intel fertigt weiterhin in 14nm, bietet euch in der aktuellen Generation aber durchgehend mehr Kerne - bis zu 10 bei den Topmodellen. Die virtuelle Kernverdopplung Hyperthreading beherrschen nun alle Core i-CPUs, auch die günstigen i3-Einstiegsmodelle, die nun 4/8 Cores/Threads bieten aber erst etwas später auf den Markt kommen und hier noch nicht enthalten sind. In der Mittelklasse tummeln sich sechs Kerne mit 12 Threads, ganz wie bei AMDs Ryzen. Und auch die Preisgestaltung orientiert sich an der Konkurrenz.

AMD Zen3 ist ebenfalls da - ein wenig: AMD ist es tatsächlich gelungen mit Zen3 Intel im hart umkämpften Bereich der IPC abzuhängen. Ryzen 5000 bietet genauso viel und mitunter auch mehr Leistung als vergleichbar teure Intel-Prozessoren und das nicht mehr nur in Anwendungen sondern auch bei Spielen. Es spricht also eigentlich alles für AMD - wäre da nicht das Problem mit der Verfügbarkeit und auch Monate nach Release teils deutlich über der unverbindlichen Preisempfehlung liegenden Preisen. Die Situation ist eher ungewohnt: Intel bietet aktuell nicht nur gute Leistung sondern teils auch die besseren Preise.

Inhaltsverzeichnis

Auf Seite 1 stellen wir die Tipps der Kaufberatungs-Redaktion in verschiedenen Anwendungs- und Preisbereichen vor. Wir haben die besten Prozessoren für jeden Anspruch und jedes Budget.

Auf Seite 2 und 3 bieten wir Alternativen zu unseren Favoriten und Benchmarks

*Die hier aufgeführten Angebote sind mit sogenannten Affiliate-Links versehen. Mit einem Kauf über einen dieser Links unterstützt ihr GameStar: Ohne Auswirkung auf den Preis erhalten wir vom Anbieter eine kleine Provision.

Preis-Leistungs-Tipp: Intel Core i5 10400F

Core i5-10400 Intel Core i5-10400F: Kopf-an-Kopf-Rennen mit AMDs beliebtem Preis-Leistungs-Prozessor Ryzen 5 3600.

  • 6 Kerne/12 Threads
  • 2,9 GHz/4,4 GHz (Basis/Turbo)
  • Sockel 1200 und 65 Watt TDP

Preis: ca. 145 Euro

Gaming-Stärke: Als Vertreter der aktuellen Comet-Lake-Prozessoren bietet der Core i5 10400 die von Intel gewohnt gute Pro-Takt-Leistung (IPC), die sich vor allem in Games positiv auswirkt. Mit nur 145 Euro ist die CPU sogar günstiger als das AMD-Gegenstück Ryzen 5 3600 und arbeitet dabei trotzdem ein wenig schneller. Das Modell 10400F bietet zugunsten einer kleinen weiteren Preisersparnis keine integrierte GPU, wollt ihr auf diese als Backup vorsichtshalber nicht verzichten, kauft den Core i5-10400 (ohne F).

Wie jede neue Core-i-CPU beherrscht auch der Core i5 10400F die virtuelle Kernverdopplung Hyperthreading. Bislang war das nur den teureren i7 und i9 vergönnt. Vor allem bei Anwendungen wie Videoschnitt und Rendering bringt dieses Feature bis zu 30 Prozent mehr Leistung. Wer seine CPU also ab und zu auch für rechenintensive Formatumwandlungen nutzt, kann hier nur profitieren.

Pro
  • hohe Pro-Takt-Leistung für Spiele
  • hoher Takt
  • Hyperthreading
Contra
  • keine iGPU

Intel Core i5 10400F bei Amazon*

Der teurere Rivale: AMD Ryzen 5 3600

Ryzen 5 3600 Unser Preis-Leistungs-Tipp bei den Prozessoren: AMDs Ryzen 5 3600 für etwa 200 Euro.*

  • 6 Kerne/12 Threads
  • 3,6 GHz/4,2 GHz (Basis/Turbo)
  • Sockel AM4 und 65 Watt TDP

Preis: ca. 199 Euro

AMDs Vernunft-CPU: Der Ryzen 5 3600 bietet viel Spieleleistung dank der Zen2-Architektur und der guten Pro-Takt-Leistung (IPC), aber auch ausreichend Anwendungsperformance für den Alltag. Gerade in Spielen erreicht die CPU ein ähnliches Niveau wie die Ryzen-7- und Ryzen-9-CPUs der 3000er-Generation. Dabei wird es sehr wahrscheinlich noch eine ganze Weile bleiben, da Spiele auch in Zukunft noch sehr gut mit sechs Kernen zu Recht kommen sollten. Preislich verharrt der Prozessor allerdings bei seinen gut 200 Euro während der vergleichbar schnelle Intel Core i5-10400 weiter im Preis fällt - wenn ihr nicht bereits ein kompatibles Mainboard für den Ryzen 5 3600 besitzt, gewinnt Intel im Preis-Leistungs-Wettkampf.

Gaming-CPU: Die Anwendungsleistung ist durch die etwas geringere Kernzahl nicht ganz so hoch wie bei den teureren Ryzen-CPUs. Wer aber primär mit seinem Rechner spielt, der erhält im Ryzen 5 3600 eine schnelle CPU mit sehr gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Der Aufpreis von etwa 30 Euro für den Ryzen 5 3600X lohnt sich nicht, da beide Prozessoren in der Praxis quasi gleich schnell sind, wie unserer Test des Ryzen 5 3600X zeigt. Intels nur wenig teurerer Core i5-10400 ist allgemein ähnlich schnell und bei Games sogar minimal flotter.

Pro
  • gute Spiele- und Anwendungsleistung
  • funktioniert auch auf älteren AM4-Boards
  • für den Einstieg guter Boxed-Lüfter beiliegend
Contra
  • Preis inzwischen etwas zu hoch
  • vergleichsweise geringer Takt

AMD Ryzen 5 3600 bei Alternate*

Intels Budget-CPU für 100 Euro: Core i3 10100

Intel Core i3 10100 Der Intel Core i3 10100F wirkt mit 4 Kernen und 8 Threads fast schon aus der Zeit gefallen, da viele Spiele aber auch mit weniger als sechs Kernen bzw. 12 Threads sehr gut laufen und eher auf Takt und IPC setzen, könnt ihr damit trotzdem gut die Zeit überbrücken bis ihr genug für einen größeren Prozessor gespart habt.

  • 4 Kerne/8 Threads
  • 3,6 GHz/4,3 GHz (Basis/Turbo)
  • Sockel 1200 und 65 Watt TDP

Preis: ca. 109 Euro

Budget-CPU von Intel: Die Einsteigerklasse ist wieder interessanter geworden seit Intel auch bei kleineren CPUs Hyberthreading bietet. Die vier zusätzlichen virtuellen Kerne sorgen bei vielen modernen Spielen für spürbar bessere Frameraten und Frametimes als reine Quadcores wie der Core i3 9100F. Gegenüber diesem Vorgängermodell (das noch immer angeboten wird aber nur wenige Euro günstiger ist) steigt zudem der Boost-Takt behutsam um 100 MHz.

Guter Einstieg mit Upgradepfad: Für relativ wenig Geld bekommt ihr eine solide CPU, die in aktuellen Spielen durchaus hohe FPS errechnen kann, für GPU-Schwergewichte wie die RTX 3080 sollte es aber etwas mehr Power sein. Dank der modernen LGA1200-Plattform, die ihr für die CPU benötigt, könnt ihr aber problemlos später auf eine deutlich kräftigere CPU upgraden. Spart daher nicht zu sehr beim Mainboard wenn ihr diese Option im Auge habt.

Pro
  • hohe Pro-Takt-Leistung
  • sehr preiswert
Contra
  • wenig zukunftssicher
  • Anwendungsleistung

Intel Core i3 10100F bei Amazon*

High-End-CPU unter 400 Euro: Intel Core i7 10700K

Intel Core i7-10700 Mit dem Intel Core i7 10700 bekommt ihr nicht nur sehr hohe Taktraten sondern auch Hyperthreading.

  • 8 Kerne /16 Threads
  • 3,8 GHz/5,1 GHz (Basis/Turbo)
  • Sockel 1200 und 125 Watt TDP

Preis: ca. 325 Euro

Keine Leistungsprobleme auch in Zukunft: Der Intel Core i7 10700K löst den i7 9700K als Vertreter des bezahlbaren Highend-Segmentes ab und legt nicht nur einiges an zusätzlichem Takt, sondern dank Hyperthreading auch 16 simultane Threads in die Waagschale. Zwar steigt die TDP, immerhin ändert Intel nur wenig am Fertigungsprozess in 14nm, in Anwendungen und Spielen schlägt sich die CPU aber teils deutlich besser als ihr Vorgänger.

Starker Konkurrent für AMD: Mit 8 Kernen und 16 Threads sowie einem Preis um 440 Euro konkurriert die CPU mit AMDs Ryzen 9 3900X, der allerdings 12 Kerne und 24 Threads bietet. AMD schneidet daher bei Anwendungen besser ab, in Spielen jedoch gewinnt Intel durch den höheren Takt die meisten Duelle.

Pro
  • hohe Pro-Takt-Leistung
  • sehr gute Single- und Multicore-Performance
Contra
  • recht hohe Energieaufnahme

Intel Core i7 10700K bei Alternate*

AMDs Intel-Konter: AMD Ryzen 7 5800X

AMD Ryzen 7 5800X Der Ryzen 7 5800X bietet viel Leistung sowohl bei Games als auch bei Anwendungen und überrundet teilweise sogar Intels Highend-Klasse.

  • 8 Kerne/16 Threads
  • 3,8 GHz/4,7 GHz (Basis/Turbo)
  • Sockel AM4 und 105 Watt TDP

Preis: ca. 470 Euro

Intel-Killer? AMD hat mit jeder Überarbeitung der Zen-Architektur spürbar mehr Leistung herausholen können. Bei Zen3 ist vor allem die Pro-Takt-Leistung stark gestiegen, so dass AMD jetzt auch in diesem (für viele Spiele wichtigen) Punkt mit Intel mithalten kann und teilweise sogar vorbeizieht. Für Gamer würde zwar auch ein Ryzen 5 5600X reichen, diese sind aber noch immer vergleichsweise teuer - warum nicht die Zukunftssicherheit der zusätzlichen Cores mitnehmen?

Top auch beim Arbeiten: Wer mit dem PC nicht nur spielt sondern ab und zu auch mal ein Video exportiert oder Grafiken rendert, wird sich über die hohe Multicore-Leistung des Achtkerners freuen. Wenn Zeit wirklich Geld ist, kann sich aber auch der Griff zum Ryzen 9 mit 12 oder 16 Kernen lohnen - achtet aber dann auf ein im Bereich der Spannungswandler gut ausgestattetes Mainboard.

Preislich stabil: Während die meisten Zen3-Prozessoren deutlich über der unverbindlichen Preisempfehlung liegen, schaut es beim Ryzen 7 5800X aktuell noch am besten aus. Die UVP liegt bei 449 Euro, angeboten wird der Prozessor momentan für 460-470 Euro.

Wie alle Ryzen-Prozessoren setzt auch der Ryzen 7 5800X auf den Sockel AM4. Mittlerweile sind zahlreiche B450/X470-Mainboards mit UEFI-Updates ausgestattet worden, das den Betrieb von Zen3 und damit dem Ryzen 7 5800X zulässt.

Pro
  • hohe Pro-Takt-Leistung für Spiele
  • sehr gute Anwendungsleistung
  • Hyperthreading
  • hohe Taktraten
Contra
  • Preis

AMD Ryzen 7 5800X bei Alternate*

Intel oder AMD: Welche Prozessoren sind besser?

Kaum noch funktionale Unterschiede: Die alte Frage lässt sich einfach beantworten - kauft einfach die CPU, die am besten zu eurem Anwendungsprofil und eurer Preisvorstellung passt. Funktionale Unterschiede gibt es so gut wie keine mehr und instabile AMD-Systeme gehören ebenfalls der Vergangenheit an - und selbst früher waren es eher unsäglich instabile Mainboards oder Overclocking und nicht die CPUs selbst, die Probleme verursacht haben.

Die besten Mainboards für Intel Comet Lake Prozessoren   30     4

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Es kommt auf die Anwendung an: AMDs Ryzen 3000 bieten bei gleichem Preis oft mehr Rechenkerne und/oder Multithreading, die Pro-Takt-Leistung liegt mittlerweile auf dem (hohen) Niveau von Intel. Mit der Comet-Lake-Serie gönnt Intel zudem jeder Core-i-CPU Multithreading und schließt so zu AMD auf. Die CPUs von Intel punkten trotzdem vor allem mit hohen Taktfrequenzen und schaffen es so oft, einen kleinen Leistungsvorteil bei Spielen zu halten. Allerdings kosten sie häufig auch ein paar Euro mehr.

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