Das große Aber
Ist Borderlands 4 also ein großer Schritt, oder Doppelsprung nach vorne und zumindest spielerisch eine deutliche Verbesserung im Vergleich zum Vorgänger? Ja, aber möglicherweise gibt es eine große Ausnahme, und zwar die Kammerjäger.
Wie in den Vorgängern können wir zum Start wieder einen von vier Charakteren wählen, die alle ihre eigenen Stärken und Fähigkeiten mitbringen. Jeder von ihnen kann eine von drei aktiven Skills auswählen, die dann mit jedem Aufleveln weiter verbessert oder verändert werden.
Gerade in Borderlands 3 hatten sich die Entwickler verflixt coole Fähigkeiten für die Kammerjäger ausgedacht: Als Moze konnten wir etwa in einen mächtigen Mech hüpfen, als Amara Gegner mit einem mächtigen Hieb durch die Luft schleudern und als Zane einen Klon erschaffen und sogar den Platz mit ihm tauschen.
Doch was wir bisher von den Kammerjägern gesehen haben, ist nicht besonders aufregend: Schon bei der Ankündigung gab es Kritik an ihrem wenig originellen Aussehen, aber auch spielerisch enttäuschen sie uns bisher. Denn ihre Fähigkeiten fühlen sich nicht wirklich mächtig an und sind wenig aufregend.
Wir durften zwei der vier Charaktere ausprobieren: Die Sirene Vex und den Soldaten Rafa. Vex ruft etwa einen spektralen Tierbegleiter zu Hilfe, beschwört Geister oder löst eine Explosion aus, die sie selbst heilt. Rafa kann dagegen einen schultermontierten Geschützturm aktivieren, eine Spezialwaffe abfeuern oder Energieklingen ausrüsten und in den Nahkampf gehen.
Das alles ist praktisch und macht auch durchaus Spaß, aber wirklich kampfentscheidend wirken die Fähigkeiten nicht. Gerade im Vergleich zu den neuen Gameplay-Möglichkeiten sind sie wenig spektakulär.
Natürlich bekamen wir beim Anspielen nur einen sehr beschränkten Einblick in Borderlands 4 und seine Kammerjäger. Zwei der Charaktere haben wir noch gar nicht spielen können und auch in den umfangreichen Skilltrees von Rafa und Vex können durchaus noch Verbesserungen lauern, die ihre Fähigkeiten deutlich stärker und spaßiger machen. Dennoch entsteht an dieser Stelle der Eindruck, dass Gearbox die Ideen für neue Kammerjäger ausgehen.
Was wartet in der Welt?
Mehr Kreativität beweisen die Entwickler hoffentlich bei der Gestaltung der offenen Welt von Borderlands 4. Von der konnten wir beim Anspielen noch nicht allzu viel sehen, weil wir in ein relativ kleines Gebiet eingesperrt wurden.
Immerhin verspricht Gearbox einige Neuerungen: Beim Erkunden können wir etwa auf Weltbosse treffen, die uns unerwartet in einen Kampf verwickeln. Sogenannte Silos helfen uns beim Erkunden und zeigen den Standort wichtiger Orte auf der Karte, wenn wir sie erklettern. Außerdem dürfen wir neue Rätsel mithilfe unseres Greifhakens lösen, bei denen wir etwa Lichtstrahlen über Spiegel umleiten müssen.
Zum Erkundungsspiel wird Borderlands 4 dadurch natürlich nicht: Auch beim Anspielen fahren wir einfach von Quest zu Quest, die Welt dient nur als Spielwiese für die Kämpfe. Aber diese Spielwiese sieht dank Unreal Engine 5 immerhin richtig schick aus. Borderlands 4 holt aus dem Cel-Shading-Look alles heraus und verbessert ihn mit realistischerer Beleuchtung und spektakulären Ausblicken auf entfernte Bergketten.
Viel Gutes dabei
Was wir bisher von Borderlands 4 gesehen haben, macht einen guten Eindruck. Wer einfach nur einen neuen Singleplayer- oder Koop-Shooter sucht, in dem er stundenlang ballern und Beute sammeln kann, kann sich wahrscheinlich auf den Release des neuen Gearbox-Spiels freuen. Denn die Kämpfe machen fast uneingeschränkt Spaß.
Für Fans der Reihe bleiben auf der anderen Seite noch einige Fragezeichen: Wird der Timekeeper ein so cooler Bösewicht wie Handsome Jack? Führt Borderlands 4, wieder facettenreiche und erinnerungswürdige Charaktere ein? Findet die Geschichte die Balance zwischen Spannung und Humor? Diese Fragen können wir vermutlich erst zum Release beantworten.
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