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Seite 2: Boss Fighters QR im Test: Ein Koop-Brettspiel für unter 40 Euro ist die perfekte Geheimwaffe, um meine Freunde in Nerds zu verwandeln

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Was sind die Stärken?

Das Koop-Gefühl: In der für mich wichtigsten Boss-Battler-Disziplin kämpft Boss Fighters tatsächlich auf Augenhöhe mit meinen Genre-Favoriten Oathsworn und Primal. Vor allem, weil es jede Menge clevere Mechaniken einsetzt, die Kooperation nicht nur fördern, sondern auch fordern. Bestes Beispiel sind die Verstärkungen – oft besonders mächtige Karten, die ihr aber nur dann ausführen könnt, wenn zuvor Angriffe derselben Schadensart gespielt wurden, und zwar egal von wem.

Verteidigungskarten könnt ihr nicht nur auf euch selbst spielen, sondern auch auf eure Freunde. Was deshalb wichtig ist, weil besonders fiese Boss-Spezialeffekte wie Panik oder Feuer verhindert werden können, wenn ihr als Team den dazugehörigen Angriff komplett blockt.

Die Phönix-Eule ist ein wunderbares Beispiel für eine spezifische Koop-Karte, weil es meist klüger ist, sie nicht auf euch selbst, sondern auf einen eurer Freunde zu spielen. (Foto: Heiko Klinge) Die Phönix-Eule ist ein wunderbares Beispiel für eine spezifische Koop-Karte, weil es meist klüger ist, sie nicht auf euch selbst, sondern auf einen eurer Freunde zu spielen. (Foto: Heiko Klinge)

Heißt im Ergebnis, dass sich ein Großteil eurer Karten auch auf eure Freunde auswirkt. Was automatisch dafür sorgt, dass hier niemand für sich spielt, sondern alle miteinander. Ich kenne nur wenig Koop-Spiele, die das in dieser Konsequenz schaffen wie Boss Fighters QR.

Das Charaktersystem:  In der Packung von Boss Fighters QR stecken vier Helden- und vier Klassendecks. Für Ersteres Troll, Halbling, Zwerg und Elfe; für Zweiteres Krieger, Magier, Schurke und Druide.  Der Trick dabei: Ihr könnt sie beliebig kombinieren, was in Summe 16 unterschiedliche Startdecks ermöglicht mit einem entsprechend hohen Wiederspielwert.

Da ihr nach jedem Sieg außerdem mehrere klassenlosen Karten als Beute bekommt, mit denen ihr euer Deck erweitern könnt, entwickeln sich eure taktischen Optionen mit jedem Kampf weiter. Gleichzeitig umfasst euer Deck nur rund 20 Karten, sodass ihr schnell ein gutes Gefühl für eure spezifischen Stärken und Schwächen bekommt.

Hier seht ihr einige der Startkarten des Dschungel-Trolls. Ob ihr ihn als Krieger, Magier, Schurke oder oder Druide spielt, wirkt sich auf die zweite Hälfte eures Decks aus. (Hersteller-Bild) Hier seht ihr einige der Startkarten des Dschungel-Trolls. Ob ihr ihn als Krieger, Magier, Schurke oder oder Druide spielt, wirkt sich auf die zweite Hälfte eures Decks aus. (Hersteller-Bild)

Die App-(Nicht)Einbindung: Die Entwickler von Boss Fighters QR haben sich erkennbar viele Gedanken gemacht, wobei eine App hilft und wobei nicht. So verwaltet ihr selbst eure Lebenspunkte auf einem Papprad, was Schaden umso schmerzhafter macht. Und da ihr den Großteil eurer Spielzeit mit dem Hantieren euren Karten verbringt, fühlt sich Boss Fighters QR jederzeit angemessen physisch an.

Die App kommt nur dort ins Spiel, wo es wirklich Sinn ergibt. Etwa, dass ihr bei jedem Boss zwischen vier Schwierigkeitsgraden wählen dürft – von wortwörtlich kinderleicht bis »bringt selbst meine Nerd-Gruppe ins Schwitzen«. Auf höheren Schwierigkeitsgraden bekommen die Bosse sogar zusätzliche Fähigkeiten spendiert.

Das Spielmaterial: Für ein verhältnismäßig günstiges Familienspiel fühlt sich Boss Fighters QR überraschend wertig an. Eure Decks speichert ihr in stabilen Pappboxen, die diversen Marker fühlen sich schön dick und schwer an.

Boxen Der Inhalt der schön gestalteten Beute-Boxen (oben) bleibt zunächst ein Geheimnis. Erst nach dem Sieg über einen Boss dürft ihr schauen, was es als Belohnung gibt und eure Decks verbessern. (Hersteller-Bild)

Marker Mit den Markern protokolliert ihr Statusveränderungen, meist müsst ihr pro Boss aber nur eine Marker-Art nutzen. Eure Lebenspunkte verwaltet ihr über die ebenso schicken wie stabilen Zähler. (Hersteller-Bild)

Karten Die Karten sind durchdacht strukturiert und sehen klasse aus, auch oder gerade weil sich Boss Fighters sehr nah am typischen Blizzard-Comicstil orientiert. (Hersteller-Bild)

Am wichtigsten: Die rund 250 Karten sind klar verständlich und protzen mit Dutzenden schicken Zeichnungen, die derart stark die Warcraft-Nostalgie kitzeln, dass Blizzard hoffentlich nicht allzu genau hinschaut.

Wo liegen die Schwächen?

Die eingeschränkte Spieltiefe: Diese Kritik fühlt sich ein wenig unfair an, liegt sie doch in der Natur eines Familienspiels. Aber euch sollte bewusst sein, dass sich euer Handlungsspielraum im Vergleich zu großen Boss Battlern wie Primal, Oathsworn oder Kingdom Death Monster in engen Grenzen hält.

Letzten Endes geht’s hier ausschließlich darum, wer wann welche Karten ausspielt. Die Positionierung der Helden spielt ebenso wenig eine Rolle wie Inventar- oder gar Charaktermanagement. Boss Fighters QR holt zwar das Maximum aus seinen begrenzten Systemen heraus, vor allem durch die sehr unterschiedlichen Bosse.

Dennoch geht die Kurzweil und Einsteigerfreundlichkeit automatisch auf Kosten der taktischen Tiefe.

Boss Fighters QR spielt sich flott und passt selbst auf kleine Tische, was aber natürlich auch einen entsprechend eingeschränkten Handlungsspielraum mit sich bringt. (Hersteller-Bild) Boss Fighters QR spielt sich flott und passt selbst auf kleine Tische, was aber natürlich auch einen entsprechend eingeschränkten Handlungsspielraum mit sich bringt. (Hersteller-Bild)

Fehlendes Undo: Die Entwickler thematisieren dieses Problem sogar in der Anleitung und begründen es damit, dass eine Undo-Funktion einige Boss-Mechaniken eingeschränkt hätte.

Das mag sein, doch trotzdem nervt es schon ziemlich, wenn »Jemand« voreilig eine Karte spielt, ohne auf den Konter des Bosses zu achten, dadurch stirbt und man den gesamten Bosskampf regelkonform von vorn beginnen müsste, weil dieser Jemand den Fehler in der App nicht korrigieren kann. Ähem.

Keine Story, kaum Atmosphäre: Ja, die Bosse lassen den einen oder anderen Spruch vom Stapel, aber die wirken mehr albern als atmosphärisch. Und gerade bei einer App hätte sich zumindest ein kleiner, vorgelesener Story-Rahmen angeboten – es muss ja nicht gleich ein Hollywood-Schauspieler wie bei Oathsworn sein.

So fühlt sich Boss Fighters QR trotz des fantasievollen Settings sehr mechanisch an. Boss besiegen, Belohnungen bekommen, nächsten Boss freischalten. Das funktioniert, aber da wäre definitiv mehr drin gewesen.

Wem empfehle ich es?

Boss Fighters QR ist ein wunderbares Werkzeug, um Familie und Freunde ganz behutsam auf die nerdige Seite des Brettspiel-Hobbies zu locken. Denn es erfüllt wirklich sämtliche Voraussetzungen eines Familienspiels. Ihr habt es in fünf Minuten aufgebaut, es benötigt keinerlei tieferes Regelstudium, eine Partie dauert gerade mal 40 bis 60 Minuten.

Boss Fighters QR tarnt sich erfolgreich als Familienspiel, ist im Kern aber richtig schön nerdig und damit der ideale Eintstieg in die faszinierende Welt der Boss Battler. (Hersteller-Bild) Boss Fighters QR tarnt sich erfolgreich als Familienspiel, ist im Kern aber richtig schön nerdig und damit der ideale Eintstieg in die faszinierende Welt der Boss Battler. (Hersteller-Bild)

Vor allem spielt es sich wahnsinnig flüssig und gesellig. Ja, auch dank der App, die sich um nahezu alles kümmert, was Tempo aus der Partie nehmen könnte. Allerdings ebenfalls dank der wirklich cleveren Koop-Mechaniken, die es zum Kern des Spielprinzips machen, jede Runde eine gemeinsame Strategie mit coolen Kombos zu finden.

Und wenn eure Freunde genau das mögen, dann könnt ihr ihnen ganz beiläufig beibringen, dass genau das den Kern eines guten Boss Battlers ausmacht. Die ziemlich wahrscheinliche Antwort: »Boss was!?« Schwupps, schon habt ihr sie am Haken.

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