Wer Anfang der 2010er regelmäßig auf YouTube unterwegs war, dürfte diesen Anblick noch ziemlich genau vor Augen haben: Ein Familienvater rast mit seinem Sohn im Kindersitz auf dem Fahrrad in eine Kreissäge, verliert dabei drei Gliedmaßen und versucht trotzdem irgendwie, noch ins Ziel zu kommen.
Happy Wheels war schon immer ein wenig speziell. Und jetzt ist das 16 Jahre alte Browserspiel plötzlich auf Steam erschienen, wo es bei vielen Spielern offenbar einen direkten Angriff auf das Nostalgiezentrum in ihren Gehirnen ausgelöst hat.
Aktuell steht das Spiel nach 1.466 Nutzerreviews bei 95 Prozent positiven Bewertungen und damit auf »äußerst positiv«. Dabei ist die Steam-Version erst gestern erschienen.
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Happy Wheels ist tatsächlich schon 16 Jahre alt
Das Original von Entwickler Jim Bonacci erschien am 4. Juni 2010 auf Totaljerkface.com. Damals bezeichnete Bonacci das Ganze selbst noch als ziemlich unspektakulären Launch und hoffte in seinem ersten Blogeintrag, dass sich irgendwann vielleicht »ein bisschen Community« um sein Spiel bilden würde.
Das hat funktioniert – und wie! Happy Wheels entwickelte sich zu einem der bekanntesten Browserspiele seiner Zeit. Ihr steuert Figuren in diversen Gefährten durch Hindernisparcours, während die Ragdoll-Physik dafür sorgt, dass ein kleiner Fahrfehler schnell mit abgetrennten Körperteilen und reichlich Pixelblut endet.
Einen großen Anteil am Erfolg hatte die Community selbst: Happy Wheels besitzt einen Level-Editor, über den Spieler eigene Strecken erstellen konnten. Laut aktueller Steam-Seite stehen inzwischen mehr als fünf Millionen davon zur Auswahl.
Und natürlich waren da noch die YouTuber: PewDiePie, Jacksepticeye und andere große Kanäle zockten Happy Wheels über Jahre in ihren Let's Plays. Teilweise erreichten die (aus heutiger Sicht extrem albernen) Videos über 30 Millionen Aufrufe und trugen so maßgeblich zur Beliebtheit bei:
Link zum YouTube-Inhalt
»Gerade eine Kernerinnerung freigeschaltet«
Auch auf Reddit sorgt die Steam-Veröffentlichung gerade für reichlich Gesprächsstoff. Viele Spieler feiern dabei weniger irgendwelche neuen Features als vielmehr das Gefühl, nach all den Jahren plötzlich wieder ein Stück ihrer Kindheit vor sich zu haben.
Ein paar Stimmen daraus:
- AspiringHippie123: »Bruder, du kannst mich doch nicht einfach aus dem Nichts so hart mit Nostalgie treffen.«
- PartMindless4717: »Verdammt, gerade eine Kernerinnerung freigeschaltet.«
- KirenSensei: »Ich erinnere mich noch, wie ich Happy Wheels damals auf dem Computer meines Freundes gespielt habe, als es als Browserspiel rauskam. Jetzt sind 16 Jahre vergangen und ich bin weniger als ein Jahr von der 30 entfernt.«
- mcsimeon: »Ich spiele es seit 16 Jahren kostenlos. Die fünf Dollar haben sie von mir verdient.«
- BritishTurnip: »Sobald ich mich daran erinnert habe, dass es heute erscheint, habe ich es ohne zu zögern gekauft.«
Außerdem schreiben viele User, dass sie mit dem Kauf schlicht Bonacci für all die kostenlose Unterhaltung in ihrer Kindheit danken wollen.
Die Steam-Version kostet in Deutschland 5 Euro. Dafür gibt es ein paar Komfortfunktionen obendrauf: keine Werbung, Controller-Support, Steam-Achievements und Statistiken, herunterladbare Levels für Offline-Sessions sowie die Möglichkeit, den alten Happy-Wheels-Account mit Steam zu verbinden. Außerdem könnt ihr im Level-Browser gezielt nach einem Datum suchen und damit tief in den uralten Community-Leveln der vergangenen 16 Jahre graben.
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