Causal Loop. Der Titel dieses Spiels hat mich bei der Recherche hinab in ein endloses Rabbit Hole geschickt, von einer Wikipedia-Seite zur anderen. Es ging um Zeitreisen, Paradoxien, Paralleluniversen und Physik. Jetzt habe ich das Gefühl, noch weniger zu verstehen, als davor, also erzähle ich euch lieber von dem Spiel, das hinter diesem Namen steht.
Wir durften uns nämlich exklusiv Gameplay aus dem Sci-Fi-Spiel ansehen und mit den Entwicklern sprechen. Das war glücklicherweise deutlich weniger verwirrend, als den Begriff der Kausalschleife zu verstehen. Und ich kann euch jetzt sagen: Wenn ihr auf ein neues Portal wartet, dann schaut euch Causal Loop unbedingt mal an!
Wer bin ich und wenn ja, wie viele?
Causal Loop ist ein Sci-Fi-Rätsel-Abenteuer, in dem wir einen fremden Planeten und die Überreste einer Alienzivilisation erkunden. Hier herrscht allerdings ziemliches Chaos, für das unsere Hauptfigur Bale verantwortlich ist. Bei der Landung aktiviert er nämlich versehentlich eine Maschine, die das Raum-Zeit-Kontinuum zerstört.
Das führt zu jeder Menge unvorhersehbarer Folgen: Unter anderem laufen jetzt mehrere Versionen von Bale auf dem Planeten herum, die teils schon mehrere Jahrzehnte dort verbracht haben. Gleichzeitig wird aber so auch die zentrale Mechanik von Causal Loop erst möglich:
Wir erschaffen nämlich kurzlebige Kopien von uns selbst, sogenannte Echos, über die wir die Kontrolle übernehmen. So lösen wir Rätsel, für die es eigentlich mehrere Personen bräuchte. Wir lassen etwa eines unserer Echos eine Tür öffnen, während ein anderes hindurchflitzt und einen Schalter umlegt, der einen Aufzug aktiviert. Wir gehen unterdessen zum Aufzug und erreichen so das nächste Gebiet.
Die Rätsel fangen einfach an und lassen uns zuerst nur ein Echo steuern, das simple Aufgaben erledigt. Nach und nach werden aber neue Mechaniken und kompliziertere Level eingeführt. In den letzten der insgesamt 15 Kapitel erschaffen wir bis zu drei Echos und lösen vielschichtige Rätsel, die wir am Anfang wahrscheinlich gar nicht verstanden hätten.
Grips und Geschick
Um die Hindernisse zu überwinden, die uns Causal Loop in den Weg stellt, müssen wir aber nicht nur scharf nachdenken und das bisher gelernte anwenden. Manchmal spielen auch Schnelligkeit und Geschicklichkeit eine Rolle. Echos existieren etwa nur für eine kurze Zeit und wir müssen rechtzeitig zum Ziel laufen und hüpfen, um das Rätsel abzuschließen - und dabei nicht in die korrosive Flüssigkeit oder einen Abgrund fallen!
Auch viele andere Mechaniken sind zeitlich begrenzt. Manche Schalter öffnen Türen nur für einige Sekunden. Schlüssel, die etwa eine Brücke aktivieren, sind instabil und müssen rechtzeitig zu ihrem Sockel gelangen, bevor sie explodieren. Das wiederum ermöglicht auch kreativere Lösungen, bei denen wir etwa mit der Explosion eines Schlüssels ein Hindernis beseitigen.
Den ultimativen Beweis unsere Fähigkeiten erbringen wir dann in Bosskämpfen
. Die können wir uns ähnlich vorstellen wie den Kampf gegen Glados in Portal: Mithilfe unserer Echos und den Rätselmechaniken lösen wir Mechanismen aus, die unseren Gegner beschädigen. Wir lassen etwa einen der instabilen Schlüssel so herunterfallen, dass er neben dem Boss explodiert.
Grafik-Pracht und Story-Tiefe
Die Entwickler von Causal Loop möchten aber noch viel mehr abliefern als komplexe Rätselmechaniken. Ebenso wichtig sollen die Story und ihre Präsentation sein. Wie genau sich die Geschichte nach dem Absturz auf dem fremden Planeten entwickelt, verraten die Entwickler noch nicht. Schließlich spielen auch mehrere Geheimnisse eine Rolle:
Wo ist unsere Kollegin Jen? Was haben andere Versionen von Bale vor? Was ist mit der Alien-Zivilisation passiert, die hier früher gelebt hat? Auch Entscheidungen müssen wir an gewissen Punkten treffen, die uns zu unterschiedlichen Enden führen.
Die Story soll dabei eher nachdenklich und düster sein und sich mit philosophischen Fragestellungen wie der eigenen Identität beschäftigen, die durch die Existenz anderer Bales in Frage gestellt wird. Ab und zu lockert aber auch Humor die Erzählung auf, etwa durch die Sticheleien zwischen dem impulsiv handelnden Bale und seinem KI-Helfer Walter.
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Sci-Fi mit Unreal Engine 5 aus Deutschland: Causal Loop gibt im Trailer Rätsel auf
Im Gegensatz zu Spielen wie The Talos Principle müssen wir uns die Geschichte auch nicht selbst zusammenreimen. Stattdessen wird sie über zahlreiche Dialoge und aufwändig gestaltete Zwischensequenzen erzählt. Entwickler Kai Moosmann betont: Wo wir Hollywood machen können, machen wir auch Hollywood.
Dank Unreal Engine 5 sehen solche Szenen und auch das Gameplay selbst richtig schick aus und beeindrucken mit realistischer Beleuchtung und scharfen Texturen. Trotzdem bemühen sich die Entwickler darum, dass Causal Loop nur moderate Anforderungen an eure Hardware stellt. Sie berichten etwa, dass beim aktuellen Entwicklungsstand auch mit einer älteren Grafikkarte wie der GTX 1080ti auf hohen Grafikeinstellungen konstant 60 FPS erreicht werden.
Der Planet, den wir erkunden, ist allerdings auch recht karg und felsig: Vor Leben sprühende Landschaften solltet ihr also nicht unbedingt erwarten, sondern eher Wüsten, Sümpfe und Schneefelder.
Dafür dürfen wir aber alle Dialoge auf Deutsch hören: Causal Loop wird komplett in unserer Sprache vertont, und zwar mit hochkarätigen Sprechern. Bale wird etwa Björn Schalle gesprochen, der schon V in Cyberpunk 2077 verkörperte. Die KI Walter ertönt dagegen in der Stimme von Frank Schaff, der in den Marvel-Filmen die Künstliche Intelligenz Jarvis und später dann Superheld Vision sprach.
Wann wir das alles hören und sehen können, ist aktuell unklar: Einen festen Releasetermin gibt es noch nicht. Allerdings ist schon bekannt, dass Causal Loop zum Release nur auf dem PC verfügbar sein wird, und zwar bei Steam, GOG und dem Epic Games Store. Eine mögliche Portierung auf Konsolen bestätigen die Entwickler dagegen noch nicht.
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