Die CES 2026 ist im vollen Gange und wie auch im letzten Jahr startet das Jahr mit spannenden Neuigkeiten für Fans von Handheld-PCs.
Dieses Jahr ist jedoch etwas anders: Der Handheld-Markt steht im Schatten der RAM-Krise – und die CES 2026 zeigt vor allem eines: Hoffnung, aber kaum konkrete Antworten.
Unser Talk zu diesem Thema:
41:38
2026: Das Schicksalsjahr für Gaming-Handhelds
Neue Intel-Chips für Handhelds – aber noch keine neuen Geräte
Intel hat auf der CES 2026 seine neuen Chips der Panther-Lake-Generation vorgestellt, die laut dem Unternehmen Handhelds »entfesseln« werden.
Die Behauptung stützt der Hersteller auf eine bis zu 73 Prozent schnellere Gaming-Performance der neuen Intel-Arc-B390-iGPU gegenüber dem AMD Radeon 890M. Das ist der Grafikprozessor, der auch in Handhelds, wie der Asus ROG Xbox Ally X und dem Lenovo Legion Go 2 zum Einsatz kommt.
Behaltet jedoch im Hinterkopf, dass der AMD-Chip mit 53 Watt und der Intel-Chip mit 45 Watt TDP miteinander verglichen wurden. In der Realität werden die meisten Handhelds, vor allem AMD-Geräte, ihre TDP bei 35 Watt begrenzen. Dennoch sind diese Ergebnisse vielversprechend.
Die neuen Chips unterstützen außerdem KI-gestützte Multi-Frame-Generation, mit der die Bildwiederholrate bei Spielen auf Knopfdruck erhöht werden kann. Natürlich ist das immer mit einigen Kompromissen bei der Bildqualität und dem Spielgefühl behaftet, aber gerade bei Handhelds, die verhältnismäßig weniger Spielraum bei der rohen Leistung haben, könnte das sehr praktisch sein.
Dank der fortschrittlichen 18A-Fertigung sind die neuen Intel-Chips obendrein noch effizienter (etwa 15 Prozent mehr Leistung pro Watt). Die Akkulaufzeit ist bei Handhelds für viele eine der wichtigsten Eigenschaften und schon die Vorgängergeneration konnte mich beim MSI Claw 8 AI+ beeindrucken. Die neuen Intel-Handhelds könnten also perfekt für jene geeignet sein, die gerne abseits der Steckdose spielen wollen.
Da gibt es nur ein Problem: Es wurde noch kein neuer Handheld mit den neuen Intel-Chips angekündigt. Neuigkeiten dazu gibt es erst im Laufe des Jahres. Das Unternehmen hat immerhin schon bekannt gegeben, mit welchen Partnern es für neue Handhelds zusammenarbeiten wird:
- Acer
- MSI
- OneXPlayer
- GPD
- Microsoft
- Compal
- Foxconn
- Inventec
- Pegatron
- Wistron
- Quanta Computer
Zusammenfassend zeigt Intel hier großes Potenzial, aber noch keinen Durchbruch, der kurzfristig im Handel ankommt.
Besonderes Augenmerk möchte ich auf den ersten Hersteller der Liste oben legen: Acer hat letztes Jahr drei Handhelds angekündigt, von denen noch keiner veröffentlicht wurde.
Handhelds von Acer mit möglichem Wechsel zu Intel?
Acer hat auf der IFA 2024 seinen ersten Handheld gezeigt. Der Nitro Blaze 7 sollte ein kompakter Windows-Handheld mit 7-Zoll-Display und AMD-Prozessor werden. Im Laufe des letzten Jahres hat das Unternehmen zwei weitere Geräte angekündigt, wovon einer sogar mit einem gigantischen 11-Zoll-Display aus der Masse herausstechen konnte.
Seit der Ankündigung ist es still um die Geräte geworden. Würden sie heute mit den damals aufgerufenen Specs auf dem Markt erscheinen, wären sie schon veraltet.
Ein denkbares Szenario wäre, dass Acer stattdessen mit Intel zusammenarbeitet und 2026 endlich ein Gerät veröffentlichen wird, das mit einem der neuen Panther-Lake-Chips ausgestattet sein wird.
Auf der CES 2026 hat das Unternehmen gegenüber Windows Central bezüglich der Handhelds ein vages Statement abgegeben:
»Dies ist eine aufstrebende Produktkategorie, die weiterhin auf Acers US-Roadmap steht, aber unsere lokalen Markteinführungspläne sind noch nicht festgelegt. Da wir die Zollsituation weiterhin beobachten, konzentrieren wir uns derzeit auf unsere Kernprodukte. Sobald Produkte in den USA verfügbar sind, werden wir Sie informieren.«
Die Handhelds sind also weiterhin auf dem Plan, aber noch stehen sie in der Schwebe und ein Release in Europa ist auch noch fragwürdig. Angesichts der steigenden Speicherpreise würde eine Einstellung der Entwicklung auch nicht überraschen.
Lenovo Legion Go 2 mit SteamOS – und höhere Preise
Im Juni dieses Jahres wird eine neue Version des Lenovo Legion Go 2 mit SteamOS erscheinen. Damit wird dieser Handheld der weltweit zweite Handheld sein, der offiziell mit dem Betriebssystem von Valve ausgestattet und unterstützt wird. Der erste war der Lenovo Legion Go S.
Der Legion Go 2 ist ohne Zweifel einer der besten Handhelds auf dem Markt und mit SteamOS bekommen Spieler eine Option, die mehr der Erfahrung von Konsolen ähnelt. Zwar ist der Handheld auch mit der neuen Vollbild-Erfahrung der Xbox Ally X kompatibel, aber die Bedienung ist noch weit entfernt von der Controller-optimierten Erfahrung auf SteamOS.
Dazu kommt, dass viele Spiele unter SteamOS von einer verbesserten Leistung profitieren, weil das Betriebssystem insgesamt schlanker ist als Windows 11 und eben für Gaming optimiert wurde.
Leider gibt es auch schlechte Nachrichten: Der Lenovo Legion Go 2 ist schon jetzt durch die Bank weg teurer geworden. Die günstigste Variante startete noch vor wenigen Tagen bei 999 Euro, was schon vorher für viele ein zu hoher Preis war. Jetzt muss man mindestens 1250 Euro auf den Tisch legen. Die höchste Konfiguration kostet sogar 1.700 Euro.
Die Version mit SteamOS wird leider auch bei 1.200 US-Dollar starten.
Der Legion Go 2 wird damit zum Sinnbild des aktuellen Handheld-Markts: technisch überzeugend, aber preislich immer weiter von der breiten Masse entfernt.
MSI Claw 8 AI+ mit neuem Farbanstrich
Für die MSI Claw 8 AI+ wurde entgegen meinen Erwartungen noch kein Nachfolger mit neuem Intel-Chip angekündigt. Stattdessen gibt es eine neue »Glacier Blue«-Farbvariante – unter der Haube ändert sich nichts.
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Das Unternehmen hat auf der Messe auch eine violette »Polar Void«-Edition gezeigt, die ein wenig an den Lenovo Legion Go S mit SteamOS erinnert. Diese Version soll allerdings nur in sehr stark limitierten Stückzahlen erscheinen.
Angesichts der Marktsituation wundert es mich nicht, dass MSI noch keinen neuen Handheld angekündigt hat, aber es unterstreicht, dass sich der Handheld-Markt aktuell in einem Schwebezustand zwischen Aufbruch und Stillstand befindet.
2026 bleibt für Handhelds spannend – aber so unsicher wie nie zuvor.

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