Das Fazit war eindeutig: »Die Metastudien zeigen, dass gewalthaltige Computerspiele kurzfristig aggressives Verhalten, aggressive Wahrnehmung und aggressive Gemütszustände fördern«, so fasste der junge Doktor Tilo Hartmann im Rahmen des Symposiums »Clash of Realities« den Stand der Forschung zur Gewaltfrage zusammen. Da half es auch nichts, dass einer der anwesenden Journalisten Hartmann bat, ihm doch auch Schwachpunkte der Ergebnisse zu nennen, weil er in seinem Artikel sonst ja nur über die Risiken schreiben müsse. Hartmann zuckte mitleidlos die Achseln: »Das sind die Erkenntnisse. Das sollten Sie so schreiben.«
Freilich hatte Hartmann, seit letztem Jahr Doktor an der Annenberg School of Communication in Los Angeles (USA), zuvor ein durchaus differenziertes Bild des Wissenstands gezeichnet. Die Kernfrage »Passiert mit dem Spieler etwas, während er gewalthaltige Spiele spielt?« teilte Hartmann in kurzfristige und langfristige Effekte. Auf der Basis vieler Dutzend Einzelstudien beantwortet die Forschung die Frage nach kurzfristigen Auswirkungen mit einem klaren Ja. Im Zeitraum bis etwa 20 Minuten nach dem Spiel sei die Gewaltbereitschaft und -wahrnehmung gesteigert -- die Welt erscheint feindlicher. »Das sind moderate Effekte«, ordnete Hartman die Ergebnisse ein. »Interessanterweise sind sie kleiner als die Auswirkungen beim Betrachten von gewalthaltigen Filmen.«
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