Kommentar zum Abschluss (2)
Es geht nicht um Verständniswerbung für das Medium Spiel, auch wenn man das im ersten Moment denken mag. Wenn sich eine Dame aus dem Publikum zum Abschluss »mehr kritische Beiträge« gewünscht hätte, dann sagt das vor allem eines über die Konferenz aus: dass sie dringend notwendig ist. Denn die meisten, die kommen, um über Spiele zu reden, bringen vorgefertigte Erwartungen mit. Und die sind eher skeptisch. Auch das mag das Publikumsinteresse erklären; man erwartet von der Instanz Wissenschaft Bestätigung, zumindest aber Urteile.
Die gab es nicht. Das trotz allem junge Forschungsgebiet steckt so voller weißer Flecken, dass sich kaum ein Referent zu absoluten Aussagen hinreißen lassen mochte. Stattdessen wurde vermutet, manchmal spekuliert, vor allem aber gefragt -- es entstand eine Galerie des »Man müsste mal«. Zuweilen entglitt dem einen oder anderen Redner auch sein Thema, nicht immer gab es Antworten auf die Anfangsfragen. Mehr als ein Vortragender warnte, dass sich das herkömmliche Instrumentarium der Medienforschung nicht ohne Weiteres auf Spiele übertragen lasse; anderntags war anschaulich zu sehen, wie es schiefgehen kann, wenn man es trotzdem versucht. Das Publikum fand die Spiele in den nüchternen Strukturanalysen nicht wieder, einige Redner kamen bei den kritischen Nachfragen ins Schwimmen.
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