Ubisoft trauert um einen seiner Firmengründer. Claude Guillemot, einer der fünf Brüder, die den französischen Publishing-Giganten seit 1986 gemeinsam aufgebaut haben, ist am Freitagabend bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. Er wurde 69 Jahre alt.
Laut ersten Medienberichten war Guillemot am Freitag gemeinsam mit einem Fluglehrer in seinem Privatflugzeug auf dem Weg in die westfranzösische Küstenstadt La Baule. Er wollte dort am Wochenende an einer Flugshow teilnehmen. Gestartet war die Maschine vom Typ Cessna 421 in Rennes, wo Guillemot wohnte.
Beim Landeanflug auf den Flughafen von La Baule habe sich die Maschine laut Augenzeugenberichten plötzlich zur Seite geneigt und sei anschließend auf einem Kornfeld abgestürzt. Beide Insassen kamen bei dem Absturz ums Leben; als die Rettungskräfte eintrafen, stand das Wrack der Maschine bereits in Flammen. Die Unfallursache wird zurzeit von den französischen Behörden untersucht.
Ubisoft veröffentlichte noch am Samstag eine Erklärung zum plötzlichen Tod des Firmengründers. Darin heißt es, das Unternehmen sei zutiefst bestürzt über den tragischen Unfall. Unsere Gedanken sind in dieser schwierigen Zeit bei seiner Familie und Freunden,
so ein Unternehmenssprecher.
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Pionier der französischen Videospielbranche
Claude Guillemot wurde am 30. Oktober 1956 in Carentoir in der Bretagne geboren. Gemeinsam mit seinen Geschwistern Christian, Gérard, Michel und Yves Guillemot gründete er 1986 die Firma Ubisoft. Das kleine Familienunternehmen zum Hardware-Versand entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem der größten Spiele-Publisher weltweit.
Nach dem Erfolg von Rayman (1995) expandierte Ubisoft Ende der 90er-Jahre und gründete Auslandsstudios unter anderem in Shanghai, Montreal und Mailand. Mit Marken wie Splinter Cell und Prince of Persia gelang dem Ubisoft in den frühen 2000ern endgültig der internationale Durchbruch.
Zu den bekanntesten Marken des Konzerns gehören heutzutage Assassin’s Creed, Far Cry und Rainbow Six, aber auch kleinere Franchises wie Anno und Just Dance.
Gründer Claude Guillemot gehörte bis zuletzt dem Verwaltungsrat von Ubisoft an. Er war darüber hinaus auch Chef der Guillemot Corporation, die Gaming-Zubehör wie Lenkräder oder Flightsticks für Rechner und Konsolen anbietet. Ubisoft hebt in der offiziellen Biografie Guillemots vor allem seine Erfahrung auf dem asiatischen Markt sowie seine Kenntnisse der Hardware- und Vertriebsbranche hervor.
Die französische Regierung würdigte Guillemot als einen der wichtigsten Pioniere der nationalen Videospielbranche. Er sei maßgeblich daran beteiligt gewesen, Frankreich an die Spitze der globalen Spielebranche zu führen, schrieb Digitalisierungs-Ministerin Anne Le Hénanff auf Twitter.
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