Body-Horror ist nicht gerade mein liebstes Genre. Aber was soll ich machen, wenn das DCU mit Clayface genau in diese Sparte reingeht? Ihn einfach zu ignorieren, ist keine Option, denn bis jetzt habe ich alle Filme des neuen Universums gesehen.
Also mache ich es wie beim Let's Play von Until Dawn vor 11 Jahren: Bei besonders ekligen oder gruseligen Passagen – die ich förmlich am eigenen Körper spüren kann – nehme ich eine Hand vors Gesicht und schaue nur durch meine Finger hindurch. Das erspart mir dann im Nachhinein schlaflose Nächte.
Zum Glück ist Clayface aber eher ein Mix aus mehreren Genres (Rache-Thriller, Psychodrama, Body-Horror) und ich werde mit jeder Minute, die der Film voranschreitet, mutiger. Spätestens am Ende bin ich dann voll drin und es macht mir nichts mehr aus, dass immer mehr Blut fließt.
Warum ihr euch Clayface anschauen solltet
Worum geht’s – kurz und knapp: Matt Hagen (Tom Rhys Harries) ist auf dem Höhepunkt seiner Schauspielkarriere. Doch nach einer verhängnisvollen Nacht ist sein Gesicht völlig entstellt und mit tiefen Narben überzogen. Um sein altes Leben zurückzubekommen, unterzieht er sich in Gotham City einer ungetesteten Behandlungsmethode – was soll da schon schiefgehen?
Matts Gesicht ist zwar wieder so schön wie eh und je, aber dafür sorgen emotionale Ausbrüche dafür, dass sich sein Körper in eine formbare und ziemlich tödliche Lehmmasse verwandelt. Seine neuen Kräfte nutzt er natürlich, um Rache an seinen Peinigern zu nehmen.
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»Ein Geniestreich« - Einer von Batmans brutalsten Bösewichten nimmt mit Clayface Kurs aufs Kino
Clayface ist der erste Film im DCU, der etwas komplett anderes macht und sich einen Oberschurken als Hauptfigur nimmt. Es ist außerdem das allererste Mal, dass Clayface überhaupt einen eigenen Solo-Film bekommt.
Demnach muss ich James Gunn und sein Team an dieser Stelle allein schon dafür loben, dass endlich auch Figuren auf der großen Leinwand landen, die noch nicht dort waren. Ich schaue mir wirklich lieber Clayface an, als die sechste Wonder-Woman-Verfilmung.
Ihr seid noch nicht überzeugt? Dann gebe ich euch jetzt vier gute Gründe, warum ihr Clayface eine Chance geben solltet:
#1 – Tom Rhys Harries macht einen verdammt guten Job: Ein Schauspieler spielt einen Schauspieler. Das klingt nicht wirklich nach einer schwierigen Aufgabe. Die Herausforderung besteht hier eher darin, den tragischen Niedergang eines berühmten Hollywood-Lieblings zu einem obsessiven und rachsüchtigen Monster darzustellen. Harries kann beides und schafft einen perfekten Übergang zwischen den beiden Extremen. Denn obwohl er sich immer mehr der dunklen Seite zuwendet, blitzt seine emotionale und menschliche Seite immer wieder auf, wenn er mit der Biotech-Wissenschaftlerin Caitlyn (Naomi Ackie) zusammen ist. Es ist demnach ein schleichender Prozess, den ich als Zuschauer erst realisiere, als es bereits zu spät ist.
#2 – Der Body-Horror: »Iih«, »Bäh« und »Pfui« sind in diesem Kontext ausnahmsweise mal positive Ausrufe, denn die kompromisslosen Body-Horror-Elemente haben mir regelmäßig fette Schauer über den Rücken gejagt. Nicht weniger kreativ sind übrigens Matts Methoden, seine Peiniger auszuschalten – ich hätte nicht gedacht, dass mich Todesszenen mal so vom Hocker hauen würden.
#3 – Lustige Verarbeitung von Hollywood-Klischees: Normalerweise nerven mich Stereotype und Klischees in Filmen schnell, aber bei Clayface gliedern sie sich umso harmonischer in die Story ein. Bevor Matt seine Peiniger für seinen Rachefeldzug aufsucht, zitiert er natürlich noch eben die legendärste und billigste Dialogzeile seiner gesamten Karriere. Man kann den Star zwar aus Hollywood holen, aber Hollywood nicht aus dem Star.
#4 – Das düstere Gotham City: Irgendwie schön, wieder zurück zu sein, und irgendwie auch nicht. Es ist das erste Mal, dass ich Gotham im neuen DCU richtig zu Gesicht bekomme. Ich wohne zwar nicht dort, aber würde trotzdem am liebsten umziehen. Die Stadt ist dreckig, düster, fängt eine hoffnungslose Atmosphäre ein und wirkt wie die schlimmsten Ecken aus Cyberpunks Night City – also absolut perfekt. Ein fröhliches Gotham möchte doch wirklich niemand sehen.
Ich hatte mit Clayface meinen Spaß und hoffe, dass ich den großen, gruseligen Lehmklumpen im DCU bald wiedersehen werde. Allerdings ist der Film gerade von der Story her nicht so experimentell und originell, wie ich ursprünglich angenommen habe. DC hätte hier ruhig noch ein wenig weiter aus der Komfortzone rausgehen und noch ein paar kreative Twists einbauen können.
Aber macht euch am besten selbst ein Bild von Clayface und erzählt mir danach unbedingt, wie ihr ihn fandet. Ich bin auf eure Meinungen gespannt! Den Film könnt ihr euch seit dem 22. Oktober 2026 in den deutschen Kinos anschauen.
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