Jahrelang schien es, als würden die Entwickler von Call of Duty die lautesten Wünsche ihrer Community ignorieren. Doch nun, kurz vor dem Start von Black Ops 7, kündigen Treyarch und Activision eine Kehrtwende an, die viele kaum mehr für möglich gehalten hätten.
Gleich drei der größten Kritikpunkte der letzten Jahre werden angegangen: Das strenge Matchmaking wird gelockert, Lobbys lösen sich nicht mehr auf und sogar die kontroverse Zielhilfe steht auf dem Prüfstand.
Blacks Ops 7 bekommt drei große Änderungen
Die wohl wichtigste Nachricht für unzählige Spieler ist die Abkehr vom strikten Skill-based Matchmaking (SBMM): Dieses System sorgte in den vergangenen Serienteilen dafür, dass Spieler permanent gegen Gegner auf exakt gleichem Fähigkeitsniveau antreten mussten, was jede Runde zu einer anstrengenden Zerreißprobe machte.
Für Black Ops 7 verspricht Treyarch nun Besserung: Zum Launch wird »Open Matchmaking with minimal skill consideration« der Standard im Multiplayer sein. Euer Skill-Level spielt bei der Gegnersuche also nur noch eine untergeordnete Rolle. Als Vorgeschmack nennen die Entwickler die »Open Moshpit«-Playlist aus der Beta – wer hier bereits unterwegs war, weiß, was euch zum Start erwartet.
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Eine weitere Änderung, die von der Community seit Jahren gefordert wird, ist die Rückkehr der persistenten Lobbys: Das ständige Auflösen der Lobby nach jedem Match verhinderte das Entstehen von Rivalitäten und machte es unmöglich, unkompliziert mehrere Runden mit oder gegen dieselben Spieler zu bestreiten. Auch damit ist jetzt Schluss. Treyarch bestätigt, dass die Lobbys in Black Ops 7 bestehen bleiben, bis ihr euch aktiv für einen Wechsel entscheidet.
Das dritte große Thema, das die Entwickler adressieren, ist die Zielhilfe für Controller: Die teils hitzige Debatte um die Stärke des »Aim Assist« und die Balance zwischen Controller und Maus & Tastatur ist ein Dauerbrenner.
In der offiziellen Mitteilung heißt es, man habe die Diskussionen aufmerksam verfolgt. Es sei eine Priorität, zum Launch eine »faire und wettbewerbsfähige Balance über alle Eingabegeräte hinweg« zu gewährleisten. Man arbeite an Änderungen und werde bald weitere Details dazu bekanntgeben.
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»Ich hab genau das Spiel schon vor 12 Jahren gekauft« - Die Multiplayer-Premiere von CoD Black Ops 7 überzeugt Fans nicht
Die Debatte um SBMM spaltet die Spieler
Doch so gut die Lockerung des SBMM für viele klingt, so groß ist die Sorge bei anderen: Die Ankündigung hat die alte Debatte neu entfacht.
- Auf der einen Seite stehen erfahrenere Spieler, für die das strikte System jede Runde zu einem verbissenen Kampf machte und lockeres Spielen verhinderte. Für sie ist die Änderung eine Befreiung.
- Auf der anderen Seite stehen Gelegenheitsspieler und Neulinge. Sie befürchten, nun schutzlos erfahrenen Veteranen ausgeliefert zu sein und in unfairen Matches »überrollt« zu werden. Die Angst vor sogenanntem »Pub Stomping«, bei dem überlegene Spieler Lobbys dominieren, könnte eine große Gruppe an Spielern abschrecken.
Warum gerade jetzt? Die Community wittert Kalkül
Viele fragen sich gerade, warum dieser Kurswechsel ausgerechnet jetzt kommt, und die vorherrschende Meinung in den sozialen Medien scheint eindeutig: Die starke Konkurrenz durch Battlefield 6.
- Der Nutzer »CoffeeeBlack« schreibt: »Definitiv angetrieben durch die offensichtliche Diskrepanz bei den Spielerzahlen in der BF-Beta vs. COD-Beta. [...] Das ist ihr letzter verzweifelter Versuch, Marktanteile zurückzugewinnen.«
- Ergänzend dazu: BF6 konnte mit seiner Open Beta auf Steam über eine halbe Million Spieler gleichzeitig erreichen, CoD scheiterte knapp daran, die 100.000er-Marke zu knacken - obwohl in dieser Zahl auch Spieler von Black Ops 6 und Warzone mit enthalten sind.
- Ähnlich sieht es Nutzerin »ƧΛЯΛ«, die schlicht anmerkt: »Sie haben sich gerade in die Hosen gemacht, weil BF6 so viel besser aussieht als CoD.«
- Die Sorge, dass sich am Ende doch nichts Grundlegendes ändert, äußert »Snake Pliskin«: »Der Hype wird etwa 3-5 Tage nach Release anhalten und die Leute werden merken, dass es dasselbe Spiel ist.«
Letztlich sind die versprochenen Änderungen an Matchmaking und Lobbys zwar genau das, was sich viele Veteranen seit Jahren wünschen. Doch für viele Spieler ist der Multiplayer von Call of Duty im Kern seit Jahren dasselbe Spiel in einer neuen Verpackung.
Die entscheidende Frage wird daher eher sein, ob die Änderung einiger Features ausreicht, um die Ermüdung mit dem bekannten Spielprinzip zu überdecken. Ob diese Kurskorrektur die abgewanderten Fans wirklich zurückholen kann, bleibt daher mehr als fraglich.
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