Upate vom 22. Mai: Infinity Ward verspricht ein großes neues Kapitel für die CoD-Marke und twittert: »we are making the definitive Modern Warfare.« Der offizielle Reveal von MW4 steht nun also kurz bevor. Wir featuren den Artikel anlässlich der Ankündigung erneut.
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Seit Modern Warfare von 2019 hat Call of Duty ein riesiges Problem: Es hat so viele Barrieren, Stolperfallen und Hindernisse abgebaut, dass es gleichförmig und damit letztlich langweilig wurde. 2026 muss Infinity Ward deshalb dringend wieder ein CoD machen, das sich traut, frustrierend zu sein!
Der Spaß von früher
Wenn Leute mit einem nostaglischen Blitzen in den Augen davon schwärmen, wie großartig Call of Duty in der guten alten Zeit war, dann meinen sie damit eigentlich: CoD war früher wunderbar nervig, frustrierend, unfair.
Das fing schon beim Map-Design an: Es gab damals kein Drei-Lanes-Design, das für E-Sport ausgelegt war. Nein, die Karten waren voll mit mit Vorteilpositionen, fiesen Winkeln, immersiven Details. Es waren Schlachtfelder, keine Arenen.
Manche Maps waren voll auf Sniper ausgelegt und boten klare Vorteile für Scharfschützen. Auf manchen Maps brauchte man ohne Shotgun oder SMGs gar nicht erst antreten. Die Karten imitierten reale Orte und wirkten immersiv. In diesen CoDs kämpfte man nicht nur gegen andere Spieler, sondern auch in gewisser Weise gegen die Map – zum Beispiel um die Kontrolle vorteilhafter Positionen.
Wenn ich damals in einem Match in Grund und Boden gestampft wurde, dann nicht (nur), weil meine Gegner einfach nur besser schossen – sondern, weil sie die Map besser für sich nutzten und kontrollierten. Modern Warfare brachte mit dem Reboot 2019 genau das zurück. Und wurde extrem dafür kritisiert. Teilweise auch zu Recht, denn manche Spielfelder waren viel zu weitläufig, was das Pacing massiv störte. Aber: Infinity Ward versuchte hier ganz klar, Maps mit Seele und Identität zurückzubringen.
Der Tenor vieler Spieler: Wenn ich kein Land sehe, muss das Game Design schuld sein. Für einige Fans und auch Entwickler stand an diesem Punkt offenbar fest: Es muss in Zukunft nur noch um den Kampf »Spieler gegen Spieler« gehen. Um den bereinigten Skill-Vergleich. Totale Fairness. Ohne nervige Störfaktoren wie ein herausforderndes Map-Design, limierte Ressourcen oder spannende Mechaniken.
Das Problem daran: CoD machte früher wegen (und nicht trotz) genau dieser Störfaktoren überhaupt erst Spaß. Zumindest langfristig.
Wenn nur der Grind bleibt
Dass heutzutage noch immer über MW19 diskutiert wird (und es zeitweise sogar 7 Jahre nach Release an die Spielerzahlen von Battlefield 6 heranreicht), ist ein klares Zeichen dafür, dass gerade die (bewusst platzierten!) Widrigkeiten und die Eigenwilligkeit im Design des Spiels von großer Wichtigkeit sind. Denn durch sie erlebe ich Abenteuer. Durch sie ist jedes Match ein bisschen anders. Durch sie lerne ich, besser zu werden, statt nur stumpf voran zu grinden.
Das meistern echter Herausforderung ist ein Kernaspekt, der verloren zu gehen droht, weil Call of Duty in den letzten Jahren alles so glattgebügelt hat, dass absolut nie mehr unerwartetes passiert.
Jedes Match ist nichts weiter als ein Schwanzvergleich der reinen Reflexe und Ziel-Fähigkeiten. CoD wird eine glorifizerte Version von Aimlabs. Das einzige, was dann noch langfristig bleibt: Mehr Grind. Zahlen nach oben treiben. Ein höheres Score. Mehr Kills. Mehr Unlocks.
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Doch in CoD sollte es um mehr gehen. Ich sollte etwas riskieren müssen. Mein Gehirn benutzen müssen. Komplexe Situationen erfassen müssen.
Statt zu lamentieren und die Entfernung von Claymore-Minen zu fordern, weil sie eh unfair und nur für blöde Camper sind, sollten Spieler Methoden und Taktiken entwickeln, um dagegen anzukommen.
CoD muss unbequem sein. Denn weil MW19 so verdammt unbequem war, ist es (im Gegensatz zu all seinen Nachfolgern) auch heute noch bei der Community im Gespräch.
Und ja, dazu kann auch eine eingeschränkte Minimap gehören, damit die Leute endlich wieder die Augen aufmachen und ihre Lauscher aufsperren, anstatt nur roten Punkten hinterherzurennen. Egal, wie viele Influencer sich darüber höllisch aufregen.
Wir brauchen Mut zur Härte
Gunplay und Progression allein können Call of Duty nicht mehr allein weitertragen. Es gibt keine spannenden Debatten mehr, keine Geschichten zu erleben, nur noch den Grind. Und das wird langweilig, vollkommen egal wie viele Drei-Lane-Maps oder neue Modi noch pro Season herauskommen.
Dass Season 3 von Black Ops 7 kaum mehr einen messbaren Ausschlag in den Steam-Charts hervorruft, sagt alles. Der Burnout ist längst da:
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Modern Warfare 4 soll 2026 erscheinen. Und meine größte Hoffnung ist, dass Infinity Ward genau diesen Sandbox-Charakter zurückbringt, der im glattgebügelten, reibungsfreien Design der letzten Jahre so gnadenlos untergegangen ist, dass sich die letzten sechs CoD-Teile in meinem Kopf längst zu einem völligem Einheitsbrei vermischt haben.
Doch dafür braucht es auch Entwickler, die sich dieser Herausforderung stellen und sich trauen, wieder ein mühsames, unfaires und anstrengendes CoD zu machen. Eines, dass nicht den starren Regeln gehorcht, die ein Teil der Community mit Krallen und Klauen zu verteidigen scheint, wo sofort alles als riesengroßer Fauxpas behandelt wird, was von der »goldenen E-Sport-Mitte« abweicht oder kein Shipment-Dauergeballer für maximiertes Hochleveln ist.
Kämpfe müssen sich endlich wieder anfühlen wie Feuergefechte. Und dazu gehören auch unberechenbare Situationen. Dazu gehören Waffen und Gadgets, die eben nicht komplett auf 100 Prozent Fairness austariert sind.
Und dazu gehören gewagte Maps mit vielen unterschiedlichen Größen und Design-Ansätzen, auf denen manche Positionen eben einfach stärker sind, als andere. MW4 muss echten Carakter zurückbringen. Aber echter Charakter braucht auch seine Ecken und Kanten.
Ich bin überzeugt: Modern Warfare 4 kann nur ein Erfolg werden, wenn es sich traut, uns wieder echte Hochs und Tiefs aus alten CoD-Tagen zu bescheren. So wie es MW19 schon einmal getan hat.

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