Exklusiver Content & monatliche Vollversionen

Exklusiver Content & monatliche Vollversionen

Nach dem ersten Beta-Wochenende in CoD Modern Warfare 4 habe ich kaum noch Lust auf das zweite und das ist fatal

Für Shooter-Experte Phil legt die MW4-Beta schmerzhaft offen, dass Call of Duty inzwischen ein großes Grundsatzproblem hat.

Phil hat jedes CoD seit 2005 gespielt. Und obwohl er die Modern-Warfare-Reihe schon immer am besten fand, lässt ihn MW4 enttäuscht zurück. Phil hat jedes CoD seit 2005 gespielt. Und obwohl er die Modern-Warfare-Reihe schon immer am besten fand, lässt ihn MW4 enttäuscht zurück.

Nach knapp zehn Stunden in der Beta von Modern Warfare 4 hat die Enttäuschung meine Vorfreude fast vollständig weggespült.

Dabei klang das, was mir die Entwickler im Vorfeld erklärt haben, richtig gut. Eine rundum erneuerte, verfeinerte Version des MW-Reboots von 2019 mit realistischerem Gunplay und ohne die Altlasten der Last-Gen-Konsolen? Ja, bitte!

Aber jetzt bleibt nur das Gefühl, ein geringfügiges Grafik-Update einer Formel zu spielen, die sich längst totgelaufen und ihre Identität über Bord geworfen hat.

Philipp Elsner
Philipp Elsner

Phil begann seine GameStar-Karriere 2013 als Praktikant und leitet heute den Newsroom. Als Shooter-Connoisseur der Redaktion legt er allergrößten Wert auf intensives Gunplay mit sattem Treffer-Feedback. Wenn er nicht durch die Sümpfe von Hunt Showdown pirscht oder genüsslich Bugs in Helldivers 2 zerdrückt, kundschaftet er wahrscheinlich gerade neue Craftbeer-Kreationen aus (in jeder GameStar-Heftausgabe gibt’s eine Bier-Empfehlung auf der Teamseite).

Extremes Movement

Modern Warfare hatte für mich innerhalb des CoD-Kosmos immer eine eigene Identität. Etwas bodenständiger, etwas taktischer, nicht ganz so auf der Arcade-Seite wie ein Black Ops.

Doch das ist jetzt vorbei: MW4 streicht zwar das Omnimovement von Black Ops 7, spielt aber in Sachen Geschwindigkeit mindestens in der gleichen Liga – oder sogar etwas darüber.

Video starten 2:59 CoD Modern Warfare 4 zündet im Multiplayer-Trailer die Atombombe und Fans sind sich einig: »Das ist peak«

Das Movement kann ich nur als »extrem« bezeichnen: Superschnelle Taktik-Sprints, Slides, Hechtsprünge, Bunnyhopping – MW4 liefert das volle Programm. Spieler bewegen sich wie D-Züge über die Maps.

Dazu kommt eine unglaublich kurze TTK, jedes Feuergefecht ist also in einem Sekundenbruchteil wieder vorbei. Wer den Gegner zuerst sieht, gewinnt zu 99 Prozent auch den Kampf.

Spawns sind komplett chaotisch, sodass Gegner gefühlt jederzeit aus allen Richtungen kommen können – oft steige ich sogar direkt neben einem Feind neu ein.

In Kombination führt das dazu, dass jedes Match eine unlesbare, ununterbrochene Reflexprobe auf Speed wird. Verschnaufpausen? Keine. Taktik? Fehlanzeige. Fairness? Nicht wirklich.

Die Operator-Skins sollen diesmal wieder realistischer ausfallen. Vom Gameplay kann man das allerdings weniger behaupten. Die Operator-Skins sollen diesmal wieder realistischer ausfallen. Vom Gameplay kann man das allerdings weniger behaupten.

Ohne jede Konsequenz

Da hilft es nicht, dass die Matches fast durchgängig auf kleinen Maps stattfinden, die wenig Rückzugsorte bieten und ganz offensichtlich auf permanente Dauer-Action ausgelegt sind.

MW4 will aktiv verhindern, dass ich mal für fünf Sekunden keinen Feindkontakt habe. Es ist ein Shooter für Leute mit 300 Tastenanschlägen pro Minute und reiht sich deutlich stärker in die Erbfolge der Black-Ops-Reihe ein, statt auf klassische MW-Stärken zu setzen.

Ich renne, schieße, kille und sterbe in schwindelerregender Geschwindigkeit und ohne jede Konsequenz vor mich hin. Dass gerade ein Infinity-Ward-Ableger nach MW19 und MW2 so radikal plump ausfällt, tut weh.

Video starten 2:30 MW4: Erstes echtes Multiplayer-Gameplay zeigt die neue Map Kill Block, die in 600 Varianten kommt

Klar, CoD war nie ein Taktik-Shooter und wird immer auf Run&Gun setzen. Aber ich bin erschrocken, wie unglaublich gleichförmig und austauschbar sich die Beta im Kontext der letzten Jahre anfühlt. Es gibt keine Wagnisse, nichts Unvorhergesehenes, null Innovation.

Ich kenne das alles

Die Spiemodi der Beta sind allesamt mehr oder minder bekannte Variationen von Team Deathmatch, die Maps sind überschaubare Wettkampf-Arenen, an die sich in drei oder vier Jahren kein Mensch erinnern wird.

Versteht mich nicht falsch: MW4 ist kein mieses Spiel. Es ist nur das Gegenteil von besonders.

Gunsmith, Perks, Killstreaks und Ausrüstungsgegenstände sind fast durch die Bank ein Remix altbekannter Systeme und Mechaniken. Ja, das Gunplay ist richtig stark. Schüsse klingen satt, die Animationen sind butterweich und ein Kopftreffer mit der Sniper fühlt sich immens befriedigend an.

Alles in allem bleibt aber schon nach dem ersten Beta-Wochenende das Gefühl, dass ich das alles schon mal irgendwo gesehen und erlebt habe. Und bin müde vom irrsinnigen Tempo.

Noch hege ich die Hoffnung, dass DMZ eine neue und spannende Richtung mit mehr Spieltiefe eröffnen könnte. Denn ansonsten hat MW4 aus meiner Sicht wenig Daseinsberechtigung.


Kommentare(2)
Kommentar-Regeln von GameStar
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.