Es sollte die große Kehrtwende für den Multiplayer von Call of Duty werden. Nach jahrelanger Kritik am undurchsichtigen und oft frustrierenden Skill-Based-Matchmaking-System versprachen die Entwickler für Black Ops 7 Besserung.
»Open Matchmaking« mit nur minimaler Berücksichtigung der Spielerfertigkeit sollte der neue Standard zum Launch sein. Doch wenige Wochen nach Veröffentlichung kippt die Stimmung. Ein bekannter YouTuber hat dieses Gefühl nun mit Zahlen unterfüttert – und die Ergebnisse werfen kein gutes Licht auf die Versprechen von Activision und Treyarch.
Der Traum vom lockeren Matchmaking
Um den Frust der Community zu verstehen, blicken wir kurz zurück: Während der Beta-Phase von Black Ops 7 führte Treyarch eine spezielle Playlist mit offenem Matchmaking ein. Das Feedback darauf war überwältigend positiv und aufgrund dieses Erfolgs bestätigte Activision kurz vor Release: Zum Launch wird das offene Matchmaking mit »minimal skill consideration« der Standard sein.
Doch genau dieses Wörtchen minimal
sorgt jetzt für Zweifel. Fühlt sich das Spiel für euch seit dem Release zunehmend schwieriger an? Damit seid ihr nicht allein.
11:43
Der schlechteste CoD-Start aller Zeiten - Aber ist der Multiplayer besser?
Der bekannte CoD-Experte und YouTuber TheXclusiveAce wollte es genau wissen. Er verließ sich nicht auf sein Bauchgefühl, sondern führte einen kontrollierten Test durch, um zu prüfen, ob die Verbindung wirklich Vorrang vor der Fertigkeit hat.
Für das Experiment nutzte er zwei völlig unterschiedliche Accounts:
- Ein Konto mit hohen Statistiken und viel Spielzeit, das einem überdurchschnittlich guten Spieler gehört.
- Ein frisches Konto mit extrem schlechten Statistiken, das normalerweise nur für Waffentests gegen Wände genutzt wird.
Um die Variablen so gering wie möglich zu halten, suchte er mit beiden Accounts zur exakt gleichen Tageszeit im gleichen Modus nach Spielen, um herauszufinden, wie das Spiel die Lobbys zusammenstellt.
Die Ergebnisse sind ernüchternd
Die gesammelten Daten aus jeweils zehn Matches zeigen eine deutliche Tendenz. Zwar fand der schwache Account durchschnittlich etwas schneller ein Match (28 Sekunden) als der Profi-Account (34 Sekunden), doch der eigentliche Skandal verbirgt sich in der Latenz.
Während der schwache Account in acht von zehn Fällen in Lobbys mit einem Ping von rund 25 ms landete – was laut TheXclusiveAce dem bestmöglichen Wert für seinen Standort entspricht –, sah die Realität für den guten Account anders aus. Der Main-Account erreichte diesen Optimalwert nur ein einziges Mal. Der Durchschnittsping lag hier bei 42 ms, mit Ausreißern in die 50er-Bereiche.
Sein Schluss: Das System priorisiert offenbar nicht die beste Verbindung. Wäre das Matchmaking wirklich »offen«, hätten beide Accounts ähnlich oft auf den bestmöglichen Servern landen müssen. Stattdessen nahm das Spiel für den guten Account bewusst schlechtere Verbindungen in Kauf, um Gegner auf ähnlichem Niveau zu finden. Und das widerspricht der Definition, dass Skill nur eine »minimale« Rolle spielen sollte.
Das sagt die Community
Der bekannte Twitter-Account ModernWarzone kommentierte die Analyse mit den Worten: »Das sieht nicht gut aus.«
Besonders die Tatsache, dass der Skill offenbar wichtiger gewichtet wird als die Verbindungsqualität, stößt auf Unverständnis. DougDagnabbit, der Besitzer von ModernWarzone, fasst die Stimmung vieler Veteranen zusammen:
Link zum Twitter-Inhalt
»Es ist zumindest bewiesen, dass Skill in einigen Fällen über den Ping gestellt wird, was NIEMALS der Fall sein sollte... Man kann an diesem Punkt eigentlich nur noch lachen.«
TheXclusiveAce selbst räumt in seinem Video ein, dass sich das aktuelle System immer noch besser anfühlt als in den direkten Vorgängern. Dennoch sei es ein spürbarer Rückschritt gegenüber der Beta-Phase und stehe im Widerspruch zur offiziellen Kommunikation vor dem Launch.
Zwischen all den Stimmen der langjährigen Serienveteranen meldet sich dann allerdings auch jemand zu Wort, der das Ganze aus einer bodenständigeren Perspektive betrachtet. Der Nutzer bt norris
kommentiert trocken, ob sich Profis in irgendeiner anderen kompetitiven Sportart wohl auch so sehr darüber beschweren würden, gegen Gegner mit ähnlichem Niveau antreten zu müssen?
Und damit spricht er wohl allen aus der Seele, die das Drama rund um die Tryhards
, die schlechtere Spieler einfach nur pubstompen
wollen, längst nicht mehr ernst nehmen können.
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