Woher kommen die Streifen auf eurem TV? Oftmals sind Netflix und Co. schuld daran

Der Effekt nennt sich Colour Banding und hängt mit der Bitrate eures TVs und den Inhalten zusammen.

Zur Verdeutlichung haben wir die linke Hälfte des Bildes bearbeitet, um die Streifen leichter sichtbar zu machen. (Bild: Igor Chaikovskiy - adobe.stock.com) Zur Verdeutlichung haben wir die linke Hälfte des Bildes bearbeitet, um die Streifen leichter sichtbar zu machen. (Bild: Igor Chaikovskiy - adobe.stock.com)

Mit Sicherheit ist es jedem von euch schon einmal aufgefallen: Die Sonne in einem Film oder einer Doku geht auf und kündigt einen neuen Tag an. Doch was ist das? Da sind seltsame Linien im Himmel, die immer dunkler werden.

Dieses Problem haben auch die teuersten TVs, wie ein Reddit-Beitrag beweist. Der Besitzer eines Samsung S95C, dem Flaggschiff aus 2023, wundert sich nämlich über besagte Linien.

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Aber woher kommen sie? Und vor allem: Was kann man dagegen tun?

Colour Banding erklärt

Wenn Farbübergänge nicht fließend dargestellt werden, nennt sich das Colour Banding. Das fällt am ehesten auf:

  • … wenn das Bild recht dunkel ist.
  • … bei großen Flächen.

Vereinfacht gesagt besitzen der TV oder Inhalt eine zu geringe Farbtiefe, sodass die Farbübergänge nicht fließend dargestellt werden können. Es entstehen die bekannten Streifen.

Ursachen für Colour Banding

Der Übeltäter lässt sich nicht pauschal ausmachen, denn die Farbstreifen können unterschiedliche Quellen haben. Meist jedoch liegt der Fehler an zu geringer Farbtiefe.

Woher kommt die geringe Farbtiefe? Moderne TVs arbeiten oft mit 8 Bit pro Farbkanal (RGB); das ergibt 256 Abstufungen pro Kanal. In der Summe entstehen dadurch 16,7 Millionen Farben (256³).

16,7 Millionen klingt nach viel, ist aber nicht genug, wie man an den Farbstreifen sieht.

256 Farben Selbst bei 256 Farben ist leichtes Colour Banding zu erkennen.

64 Farben Verwendet man nur ein Viertel der Farbtiefe, werden die Farbbögen noh sichtbarer.

Displays, die mit 10 Bit pro Farbkanal arbeiten, bieten bedeutend mehr Farben. Hier sind es nämlich nicht 256 Abstufungen pro Kanal, sondern 1.024, was in 1,07 Milliarden Farben resultiert.

Weitere Ursachen für Colour Banding können aber auch sein:

  • Bildverarbeitung eures TVs: Aggressive Bildoptimierer können durch Nachschärfung oder künstliche Kontrastverstärkung Banding erzeugen.
  • Günstige Panels: Niedrigpreisige Fernseher besitzen überwiegend günstigere Panels, die Farben nicht so detailliert darstellen können.
  • Signalverarbeitung: Wenn ein TV HDR-Inhalte mit 10 Bit in ein 8-Bit-Signal umwandelt, kann das Banding verursachen.
  • HDMI-Einstellung und Kabel: Gesetz dem Falle, der Inhalt kommt über HDMI-Kabel, können auch die Einstellungen oder ein kaputtes respektive inkompatibles Kabel für Streifen sorgen

Hier seht ihr das Aufmacherbild ohne Colour Banding. (Bild: Igor Chaikovskiy - adobe.stock.com) Hier seht ihr das Aufmacherbild ohne Colour Banding. (Bild: Igor Chaikovskiy - adobe.stock.com)

Warum ihr – vor allem beim Streaming – die Farbbögen habt, liegt übrigens nicht an eurem TV.

Darum sorgen Streaming-Dienste für Colour Banding

Streaming-Anbieter komprimieren die Bandbreite der Inhalte, um die Dateigrößen zu verringern. Das nennt sich Videokompression – und das drückt die Bitrate.

Die durchschnittlichen Bitraten sind:

  • Streaming-Dienst: ca. 17 Mbit/s
  • Apple TV+: ca. 26 Mbit/s
  • DVD: bis zu 10 Mbit/s
  • Blu-ray: bis zu 40 Mbit/s
  • UHD-Blu-ray: bis zu 128 Mbit/s

Streaming kommt ungefähr auf ein Viertel bis ein Drittel der Bitrate von Disks. Das schlägt sich nicht nur in Colour Banding nieder, sondern auch in Artefakten.

<br>Waipu.tv

Waipu.tv
Waipu.tv bietet euch insgesamt 270 TV-Sender, davon 255 in HD-Qualität und 69 Pay-TV-Kanäle, die ihr entweder live anschauen oder streamen könnt. Dazu gibt es haufenweise aktuelle Blockbuster.
<br>Prime Video

Prime Video
Bei Prime Video findet ihr neben zahlreichen Filmen und Serien großartige Amazon-Eigenproduktionen, darunter die neue Fallout-Serie oder The Boys, eine der besten Superheldenserien aller Zeiten.
<br>WOW

WOW
WOW, ehemals Sky Ticket, hat nicht nur Kino-Hits wie Oppenheimer und HBO-Serien wie Game of Thrones anzubieten, sondern auch jede Menge Live-Sport, z. B. Bundesliga, Premier League oder Formel 1.
<br>Disney+

Disney+
Vor allem für Star-Wars- und Marvel-Fans ist Disney+ ein absolutes Muss. Daneben gibt es echte Klassiker wie etwa Toy Story, aber auch Oscar-Preisträger wie die beiden Avatar-Filme oder Poor Things.
<br>RTL+

RTL+
Egal ob Live-TV, Film-Klassiker wie die Zurück-in-die-Zukunft-Reihe oder spannende Dokumentationen: RTL+ ist vielfältig aufgestellt. Fußballfans dürfen sich außerdem die Europa League freuen.
<br>MagentaTV

MagentaTV
Über 150 HD-Sender, eine große Mediathek mit internationalen Blockbustern, paralleles Streaming. Zudem lassen sich andere Streaming-Dienste wie z. B. Netflix vergünstigt hinzubuchen.
<br>Joyn

Joyn
Rosins Restaurants, GNTM, The Voice Kids – all diese bekannten TV-Serien könnt ihr mit Joyn live sehen oder nachträglich streamen. Für eine noch größere Auswahl gibt es das kostenpflichtige Joyn PLUS+.

Das könnt ihr gegen Colour Banding tun

Klar, die einfachste Variante wäre: Checken, ob euer TV 10 Bit verarbeiten kann (die meisten modernen Fernseher können das) und dann einfach 10-Bit-Inhalte mit HDR nutzen. Das Problem: Nativ bekommt ihr das nur durch UHD-Blu-rays mit einem entsprechenden Player.

Habt ihr dazu nicht die Möglichkeit, gibt es ein paar wenige Möglichkeiten, gegen die Farbbögen anzukämpfen.

  • Dithering aktivieren: Manche TVs (und Monitore) nutzen Dithering, um Banding zu reduzieren, indem sie Farbabstufungen simulieren. Das nennt sich Dithering. Ihr findet es in den Bildeinstellungen eures Fernsehers.
  • Bildverbesserer deaktivieren: »Schärfen«, »HDR-Boost« oder »Kontrasterweiterung« könnt ihr ausschalten und schauen, ob die Streifen dadurch weniger sichtbar werden.
  • Signalverarbeitung verbessern: Habt ihr Colour Banding trotz HDMI-Quelle, könnt ihr bei den HDMI-Einstellungen auf »Erweitert« oder »Deep Color« stellen. 

Grundsätzlich ist eine höhere Farbtiefe immer besser. Sie bedeutet aber auch größere Datenmengen. Deshalb wird 10-Bit vor allem bei aufwendiger Videobearbeitung verwendet, zum Beispiel HDR.

Das ergibt aber auch eine gute Eselsbrücke: UHD-Scheiben mit HDR besitzen somit so gut wie immer 10-Bit und ihr müsst euch nicht über Streifen ärgern.

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