Mit Sicherheit ist es jedem von euch schon einmal aufgefallen: Die Sonne in einem Film oder einer Doku geht auf und kündigt einen neuen Tag an. Doch was ist das? Da sind seltsame Linien im Himmel, die immer dunkler werden.
Dieses Problem haben auch die teuersten TVs, wie ein Reddit-Beitrag beweist. Der Besitzer eines Samsung S95C, dem Flaggschiff aus 2023, wundert sich nämlich über besagte Linien.
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Aber woher kommen sie? Und vor allem: Was kann man dagegen tun?
Colour Banding erklärt
Wenn Farbübergänge nicht fließend dargestellt werden, nennt sich das Colour Banding. Das fällt am ehesten auf:
- … wenn das Bild recht dunkel ist.
- … bei großen Flächen.
Vereinfacht gesagt besitzen der TV oder Inhalt eine zu geringe Farbtiefe, sodass die Farbübergänge nicht fließend dargestellt werden können. Es entstehen die bekannten Streifen.
Ursachen für Colour Banding
Der Übeltäter lässt sich nicht pauschal ausmachen, denn die Farbstreifen können unterschiedliche Quellen haben. Meist jedoch liegt der Fehler an zu geringer Farbtiefe.
Woher kommt die geringe Farbtiefe? Moderne TVs arbeiten oft mit 8 Bit pro Farbkanal (RGB); das ergibt 256 Abstufungen pro Kanal. In der Summe entstehen dadurch 16,7 Millionen Farben (256³).
16,7 Millionen klingt nach viel, ist aber nicht genug, wie man an den Farbstreifen sieht.
Displays, die mit 10 Bit pro Farbkanal arbeiten, bieten bedeutend mehr Farben. Hier sind es nämlich nicht 256 Abstufungen pro Kanal, sondern 1.024, was in 1,07 Milliarden Farben resultiert.
Weitere Ursachen für Colour Banding können aber auch sein:
- Bildverarbeitung eures TVs: Aggressive Bildoptimierer können durch Nachschärfung oder künstliche Kontrastverstärkung Banding erzeugen.
- Günstige Panels: Niedrigpreisige Fernseher besitzen überwiegend günstigere Panels, die Farben nicht so detailliert darstellen können.
- Signalverarbeitung: Wenn ein TV HDR-Inhalte mit 10 Bit in ein 8-Bit-Signal umwandelt, kann das Banding verursachen.
- HDMI-Einstellung und Kabel: Gesetz dem Falle, der Inhalt kommt über HDMI-Kabel, können auch die Einstellungen oder ein kaputtes respektive inkompatibles Kabel für Streifen sorgen
Warum ihr – vor allem beim Streaming – die Farbbögen habt, liegt übrigens nicht an eurem TV.
Darum sorgen Streaming-Dienste für Colour Banding
Streaming-Anbieter komprimieren die Bandbreite der Inhalte, um die Dateigrößen zu verringern. Das nennt sich Videokompression – und das drückt die Bitrate.
Die durchschnittlichen Bitraten sind:
- Streaming-Dienst: ca. 17 Mbit/s
- Apple TV+: ca. 26 Mbit/s
- DVD: bis zu 10 Mbit/s
- Blu-ray: bis zu 40 Mbit/s
- UHD-Blu-ray: bis zu 128 Mbit/s
Streaming kommt ungefähr auf ein Viertel bis ein Drittel der Bitrate von Disks. Das schlägt sich nicht nur in Colour Banding nieder, sondern auch in Artefakten.
Das könnt ihr gegen Colour Banding tun
Klar, die einfachste Variante wäre: Checken, ob euer TV 10 Bit verarbeiten kann (die meisten modernen Fernseher können das) und dann einfach 10-Bit-Inhalte mit HDR nutzen. Das Problem: Nativ bekommt ihr das nur durch UHD-Blu-rays mit einem entsprechenden Player.
Habt ihr dazu nicht die Möglichkeit, gibt es ein paar wenige Möglichkeiten, gegen die Farbbögen anzukämpfen.
- Dithering aktivieren: Manche TVs (und Monitore) nutzen Dithering, um Banding zu reduzieren, indem sie Farbabstufungen simulieren. Das nennt sich Dithering. Ihr findet es in den Bildeinstellungen eures Fernsehers.
- Bildverbesserer deaktivieren: »Schärfen«, »HDR-Boost« oder »Kontrasterweiterung« könnt ihr ausschalten und schauen, ob die Streifen dadurch weniger sichtbar werden.
- Signalverarbeitung verbessern: Habt ihr Colour Banding trotz HDMI-Quelle, könnt ihr bei den HDMI-Einstellungen auf »Erweitert« oder »Deep Color« stellen.
Grundsätzlich ist eine höhere Farbtiefe immer besser. Sie bedeutet aber auch größere Datenmengen. Deshalb wird 10-Bit vor allem bei aufwendiger Videobearbeitung verwendet, zum Beispiel HDR.
Das ergibt aber auch eine gute Eselsbrücke: UHD-Scheiben mit HDR besitzen somit so gut wie immer 10-Bit und ihr müsst euch nicht über Streifen ärgern.







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