Cyberpunk 2077 hat keine Klassen, aber ihr könnt trotzdem welche spielen

In Cyberpunk 2077 gibt es keine Klassen. Wir klären, wie ihr über das umfangreiche Skillsystem dennoch als Solo, Netrunner oder Techie spielen dürft.

von Elena Schulz,
12.08.2020 16:27 Uhr

Es gibt keine Klassen in Cyberpunk 2077, aber Spielstile, die ganz ähnlich funktionieren. Es gibt keine Klassen in Cyberpunk 2077, aber Spielstile, die ganz ähnlich funktionieren.

Der vermeintliche Widerspruch aus der Überschrift ist schnell aufgeklärt. Denn in Cyberpunk 2077 dürft ihr euch frei einen Spielstil aussuchen und euch als Held oder Heldin V wahlweise schleichend durch Gegner und Türen hacken oder mit der Schrotflinte im Anschlag den Raum umdekorieren.

Diese Spielstile basieren auf dem umfangreichen Skillsystem, das stolze fünf Attribute mit insgesamt zwölf Unterkategorien an Fähigkeiten bietet. Keine schlechte Zahl! Also dröseln wir das Ganze mal auf und klären, wie ihr auch ohne Klassen in der Praxis als Solo, Netrunner oder eingeschränkt gar als Techie losziehen könnt, obwohl letzterer eigentlich aus dem Spiel geflogen ist:

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Wie funktionieren die Skills in Cyberpunk?

V verfügt an Stelle einer Klasse über fünf Talente, auf die ihr zum Spielbeginn und dann immer beim Levelaufstieg Punkte verteilen dürft:

  • Konstitution: Dahinter verbirgt sich Stärke. Ihr bringt mehr Ausdauer und Leben mit, teilt im Nahkampf härter aus und beweist eine ruhige Hand bei Schusswaffen mit Rückstoß.
  • Reflexe: Diese Attribut macht euch schneller. Ihr weicht gekonnt feindlichen Schlägen oder gar Schüssen aus und steigert gleichzeitig euer eigenes Angriffstempo sowie die Chance auf kritische Treffer.
  • Intelligenz: Ihr werdet hier nicht nur schlauer, um ordentlich anzugeben, sondern erleichtert euch vor allem das Hacking, das flotter und einfacher abläuft.
  • Technik: Alles was mit Technik zu tun - wie zum Beispiel das Crafting - geht euch leichter von der Hand. Außerdem stärkt das Talent eure Rüstung.
  • Cool: Klar, eine gewisse Lässigkeit ist wichtig, eigentlich hilft das Attribut aber vor allem beim Schleichen, lässt Gegner langsamer Alarm schlagen und erhöht euren Widerstand gegen kritische Treffer.

Komplexer wird es aber erst in den Unterkategorien. Dann teilt sich jedes Attribut nochmal in zwei bis drei Talentbäume auf, die jeweils 20 Perks mitführen. Auch in die dürft ihr Punkte investieren.

Während manche nur passive Boni wie etwas mehr Angriffsstärke verleihen, machen andere einen dramatischen Unterschied. Mit den »Cold-Blood-Perks« teilt ihr zum Beispiel deutlich mehr Schaden aus, wenn eure Gesundheit niedrig ist, was im Prinzip einen aggressiven Spielstil fördert.

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Welche Perks gibt es?

Alle Perks aufzuzählen würde den Rahmen des Artikels sprengen. Deshalb nennen wir hier mal ein paar aussagekräftige Beispiele für die einzelnen Attribute:

  • Konstitution: »Schlägerei« lässt euch mehr Schaden beim Boxen austeilen, »Athletik« lässt eure Lebensenergie (langsam) im Kampf regenerieren und »Vernichtung« steigert den Schaden mit wuchtigen Schusswaffen wie Schrotflinten.
  • Reflexe: Viele Perks sind hier sehr gezielt auf einzelne Waffenkategorien ausgelegt und lassen euch mehr Schaden mit Gewehren, Pistolen oder auch Klingen wie Katanas austeilen.
  • Intelligenz: Dank »Geräte-Hacking« manipuliert ihr flotter Radios, Scheinwerfer und Co. zum Ablenken der Gegner, während »Gegner-Hacking« - wer hätte es gedacht - das Hacken selbiger vereinfacht.
  • Technik: Über »Crafting« erlangt ihr Zugriff auf mehr Ressourcen zum Basteln und könnt Gegenstände leichter aufwerten, während »Ingenieurswesen« eure Rüstungen robuster macht.
  • Cool: »Heimlichkeit« ist das Athletik-Pendant für Leisetreter, regeneriert eure Lebensenergie langsam beim Schleichen und macht euch dabei noch schlechter sichtbar. »Cold Blood« haben wir ja schon oben erklärt, da bleibt ihr bei wenig Leben cool und gebt den Gegnern noch härter auf die Mütze.

Bei jedem Levelaufstieg erhaltet ihr einen Attributs- und einen Perk-Punkt zum freien Verteilen. Ihr dürft allerdings in jeden Baum nur so viele Perk-Punkte investieren, wie auch Attributspunkte drinstecken.

Mehr dazu, wie das Aufleveln in Cyberpunk 2077 funktioniert, wie sich die Talente im Detail spielen und was Cyberware, die Lebenspfade und mehr obendrauf noch an Spezialisierungsmöglichkeiten mitbringen, erfahrt ihr in unserer umfangreichen Preview bei GameStar Plus:

Wie spiele ich trotzdem meine Wunsch-Klasse?

Das aktuelle Maximal-Level von Cyberpunk 2077 liegt bei 50. Ergo dürft ihr genau so viele Attributs- und Perk-Punkte investieren. Da ihr so nicht alle Bäume vollkriegt, ist eine Spezialisierung unvermeidlich. Die könnt ihr gezielt so einsetzen, dass ihr am Ende doch eine Klasse spielt.

Steckt ihr zum Beispiel alles in Hacking, könnt ihr euch guten Gewissens Netrunner nennen - auch wenn das Spiel euch nicht explizit so bezeichnet.

Wie spiele ich einen Solo?

Als Solo seid ihr ein klassischer Söldner, der lieber mit Blei als mit Worten hantiert. Als Solo seid ihr ein klassischer Söldner, der lieber mit Blei als mit Worten hantiert.

Solos sind die Haudrauf-Typen im Cyberpunk-Universum, die sich auf den direkten Kampf spezialisieren. Als solcher ihr einen Großteil eurer Punkte in die Attribute »Konstitution« und »Reflexe« investieren. So teilt ihr härter aus und steigert eurer Können mit auf den offenen Kampf ausgelegten Waffen. Zusätzlich dürften sich die Perks für mehr Rüstung und erhöhten Schaden bei niedriger Gesundheit lohnen.

Wie spiele ich einen Netrunner?

Als Netrunner seht ihr die Welt mit anderen Augen und manipuliert geschickt Netzwerke und Daten. Als Netrunner seht ihr die Welt mit anderen Augen und manipuliert geschickt Netzwerke und Daten.

Als Netrunner seid ihr ein gerissener Profi-Hacker, der das Schlachtfeld kontrollieren kann, ohne eine Kugel abzufeuern. Als solcher investiert ihr am besten vor allem in die Fähigkeiten »Intelligenz« und »Cool«, weil ihr so eure Hacking-Skills steigert und besser im Schleichen werdet.

Wie spiele ich einen Techie?

Der Techie hätte ursprünglich einen eigenen Flathead-Roboter bekommen, brilliert jetzt aber vor allem beim Crafting. Der Techie hätte ursprünglich einen eigenen Flathead-Roboter bekommen, brilliert jetzt aber vor allem beim Crafting.

Dieser Spielstil wurde sehr zurückgefahren. Ursprünglich hättet ihr als Techie genau wie der Netrunner Geräte manipuliert und zusätzlich einen kleine Roboter kontrolliert. Die Fähigkeiten überschnitten sich aber zu sehr, weshalb der Techie beschränkt wurde. Trotzdem dürft ihr noch eine Art Techie spielen, wenn ihr euch vor allem auf das Technik-Attribut konzentriert und zusätzlich »Intelligenz« für das Hacken mitnehmt.

Über den Wegfall des Techie, den Verzicht auf feste Klassen, das Missionsdesign und und und spricht Level Designer Miles Tost mit uns auch im Podcast bei GameStar Plus:

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Wo wirken sich Skills überall aus?

Skills wirken sich im Spiel ganz unterschiedlich aus. Abseits der durch Punkte freigschalteten Fähigkeiten, steigert ihr euch wie bei Skyrim beim Schleichen, Hantieren mit Schusswaffen und Co. übrigens auch einfach, indem ihr es oft tut. Das eröffnet wiederum separate passive Boni.

  • Im Kampf: Logischerweise machen sich Perks wie »Mehr Schaden für Gewehre« vor allem in Gefechten bemerkbar.
  • In Gesprächen: In Dialogen eröffnen euch hohe Werte bei Attributen neue Gesprächsoptionen. Über einen hohen Intelligenzwert erkennt ihr zum Beispiel in einer Quest, dass ein Credit-Chip einen Virus enthält. Als Techniker könnt ihr wiederum Jackie darauf hinweisen, dass er es beim Tuning seines Motorrades übertrieben hat.
  • Skill-Checks in der Umgebung: Manche Türen erfordern zum Beispiel einen hohen Intelligenz-Wert für's Hacken oder aber eine gute Konstitution, wenn ihr es auf die altmodische Art probieren wollt.

Muss man sich spezialisieren?

Nein, nach aktuellem Stand könnt ihr eure Punkte auch mehr oder weniger willkürlich verteilen. Das ist der Vorteil des freien Klassensystems und der Grund, warum sich die Entwickler dafür entschieden haben. Denn so könnt ihr auch ohne Probleme einen Nahkampf-Brutalo mit Shotgun, Crafting-Leidenschaft und elaborierten Hacking-Skills steuern.

Ihr seid dann deutlich vielseitiger aufgestellt, auch wenn euch dann die obersten - und damit mächtigsten - Perks der einzelnen Bäume verwehrt bleiben. Ob das Level-Cap wirklich bei 50 bleibt, steht aktuell aber noch nicht fest.

Außerdem stehen euch neben den Levelaufstiegen noch weitere Wege im Spiel offen, um euch Punkte für Attribute und Perks zu verdienen. Eure »Street Cred« wächst mit eurer Bekanntheit als Söldner. Je mehr Nebenaufgaben V erledigt, desto berüchtigter wird er oder sie und erhält nicht nur neue Missionen, sondern eben auch Punkte als Lohn, wenn der eigene Ruhm in der Unterwelt wächst. Das schwächt die Einschränkung beim Leveln etwas ab.

Alles Wichtige zu Cyberpunk 2077 erfahrt ihr in unserem großen Übersichtsartikel. Hier wird alles vom Release, über das Gameplay bis hin zum Multiplayer behandelt.

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