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Bei Cyberpunk 2077 haben wir alle Fehler gemacht, auch GameStar

Das Launch-Chaos von Cyberpunk 2077 ist nicht allein CD Projekt Reds Schuld. Andere Entwickler, die Presse und Spieler können daraus lernen, findet Peter.

von Peter Bathge,
27.01.2021 18:45 Uhr

  • Cyberpunk 2077 hat Bugs, die Qualität der Konsolenversionen auf PS4 und Xbox One lässt stark zu wünschen übrig, die Arbeitszustände bei CD Projekt Red waren beklagenswert.
  • Nach der Veröffentlichung zieht GameStar-Redakteur Peter Bathge ein Fazit: Was können wir aus dem Launch-Chaos um Cyberpunk 2077 lernen?
  • Der Artikel geht gesondert auf Lektionen für Spielehersteller, Presseorgane wie GameStar und die Spieler selbst ein - das muss sich in der Branche ändern, wenn wir uns von Hypes nicht mehr enttäuschen lassen wollen.

Der Release von Cyberpunk 2077 hat mit all seinen Problemen große Auswirkungen auf die Art, wie wir in Zukunft unveröffentlichte Spiele betrachten. Hoffentlich! Der Release von Cyberpunk 2077 hat mit all seinen Problemen große Auswirkungen auf die Art, wie wir in Zukunft unveröffentlichte Spiele betrachten. Hoffentlich!

In einer Beziehung hat Cyberpunk 2077 seinen Status als Ausnahmespiel unzweifelhaft erlangt: Es wird auch nach Release so viel über das Action-Rollenspiel gesprochen, geschrieben und diskutiert wie aktuell über kein zweites Spiel.

Wer Cyberpunk 2077 gespielt hat (idealerweise am PC), berichtet von den starken Story-Momenten oder den lebendigen Charakteren - oder von Glitches und nicht vollends durchdachten Spielmechaniken. Wer sich im Vorfeld darauf gefreut hat, beklagt jetzt die Enttäuschung dieser Hoffnungen, ärgert sich über versprochene, dann aber gestrichene Features und Preview-Demos, die mehr versprachen, als das Spiel letztlich halten konnte. Etwa beim Thema Open World: Night City ist enorm stimmungsvoll designt, fühlt aber längst nicht so lebendig an wie die Welten von GTA 5 oder Red Dead Redemption 2, deren KI-Bewohner vielfältiger auf mich als Spieler reagieren.

Wer über die Arbeitsbedingungen der Entwickler informiert wurde, rätselt, ob Spieleentwicklung nach dem Modell CD Projekt Red wirklich der Weisheit letzter Schluss sein kann. Wer den Launch auf PS4 und Xbox One mitgemacht hat, flucht über den erbärmlichen Zustand des Spiels. Und wer irgendwann um den Launch herum in Aktien des Herstellers investiert hat, freut sich über die blendenden Verkaufszahlen und den schon wieder stramm steigenden Kurs trotz der Kritik.

Doch es sind nicht nur Spieler und Journalisten, die sich gerade intensiv mit Cyberpunk 2077 beschäftigen. Auch andere Entwickler haben das Drama um CD Projekt Reds Millionen-Seller verfolgt - und es gibt erste Reaktionen. Denn egal, ob sie gerade an einem Indie-Spiel, einer neuen Open World oder am Ausnahmeprojekt Star Citizen arbeiten - die Hersteller können und sollten aus den Fehlern von Cyberpunk 2077 genauso lernen wie wir bei GameStar und ihr als mündige Käuferinnen und Käufer.

Der Autor
Peter Bathge hat mit seinen gut 15 Jahren Berufserfahrung als Spieleredakteur bereits so einige gebrochene Release-Versprechen gesehen und fehlgeleitete Hypes miterlebt. Er hat zum Beispiel Mafia 3 getestet, damals noch für PC Games. Bei GameStar hat er aber auch gesehen, wie mit No Man's Sky ein Skandalspiel späte Erlösung gefunden und einstige Fehler wieder gutgemacht hat. Bei Cyberpunk 2077 hofft er auf eine ähnliche Versöhnung zwischen CD Projekt Red und enttäuschten Fans. Keine sonderlich gewagte Prognose, denn die Enhanced Edition kommt bestimmt.

Angesichts der Probleme von Cyberpunk 2077 sollten wir alle lang und hart in den Spiegel schauen - CD Projekt Red, GameStar, Spieler. Angesichts der Probleme von Cyberpunk 2077 sollten wir alle lang und hart in den Spiegel schauen - CD Projekt Red, GameStar, Spieler.

Cyberpunk 2077 ist trotz allem ein Erfolg

Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: Am Tag der Veröffentlichung hatte Cyberpunk 2077 seine Entwicklungskosten schon wieder zu einem großen Teil eingespielt. Acht Millionen Vorbesteller griffen bereits weit vor Release zu. Das Action-Rollenspiel war der größte Digital-Launch aller Zeiten. Trotz Verkaufsstopp im PSN-Store, trotz Rückerstattungen an enttäuschte Käufer, trotz anhaltender Beschwerden über den Zustand der Konsolenversionen: Cyberpunk 2077 ist ein wirtschaftlicher Erfolg.

Aber ist das Grund genug für ein »Weiter so«? Oder muss sich CD Projekt Red, müssen wir alle uns nicht fragen, ob es so weitergehen kann, darf, muss? Wäre jetzt nicht ein guter Zeitpunkt, um einen Schritt zurückzutreten und sich genau anzuschauen, was da alles schief gelaufen ist - und wie wir verhindern können, dass sich solch ein Launch-Drama wiederholt? Ich hätte da ein paar Vorschläge - und scheue auch nicht vor Selbstkritik zurück.

Die Lektionen von Cyberpunk 2077: Hype ist gefährlich

Das Verhalten der Presse, deren Teil GameStar und ich als Redakteur sind, hat bei Cyberpunk 2077 zweifellos zur aktuellen Situation beigetragen. Denn wir sind - ob wir wollen oder nicht - ein integraler Teil einer ausgeklügelten Maschinerie, die in der Spielebranche zu gleichen Teilen Überraschungshits nach oben spült, AAA-Titeln Jahr um Jahr berechenbare Erfolge spendiert und immer wieder in schmerzhaften Kollisionen von Realität und Erwartungshaltung resultiert. Ich spreche natürlich vom Hype.