Richtig klassische Ego-Shooter sind ein seltenes Gut geworden. Denn heutzutage braucht gefühlt alles immer sofort auch PvP, Service-Kram, Seasons und einen Battle Pass.
Doch es gibt Ausnahmen, Lichtblicke für Singleplayer-Fans. Einer davon ist für mich schon jetzt Metal Eden, das neue Spiel von Reikon Games.
Das polnische Indie-Studio hat sich zuletzt mit Ruiner von 2017 unter Cyberpunk-Fans einen Namen gemacht, tauscht jetzt jedoch Top-Down-Perspektive gegen Ego-Sicht.
Trotzdem weisen beide Titel durchaus Parallelen auf. Sie sind düster, schnell, brutal – und vor allem extrem stylisch. Schaut euch nur mal den Trailer an:
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Stylischer Singleplayer: Cyberpunk-Experten enthüllen neuen Ego-Shooter Metal Eden
Metal Eden erscheint am 6. Mai für PC, PS5 und Xbox Series-Konsolen. Ich konnte mich bereits rund 90 Minuten lang durch zwei frühe Abschnitte aus der Kampagne ballern und fiebere dem Release jetzt richtig entgegen.
Um was geht's in Metal Eden?
In Metal Eden schlüpfe ich in die Rolle einer sogenannten Hyper Unit namens Aska. Hyper Units sind hochentwickelte Kriegsmaschinen auf zwei Beinen. Ihr einziger Zweck: Die aussichtslosesten Missionen völlig allein und weit hinter feindlichen Linien zu meistern.
Askas Einsatzort ist die Hightech-Stadt Moebius. Die futuristische Metropole im Orbit eines fremden Planeten wurde von einem Virus befallen, wandte sich gegen ihre Bewohner und dient nun als Gefängnis für das Bewusstsein menschlicher Kolonisten.
Um sie zu befreien, muss Aska die Verteidigungssysteme von Moebius überwinden: Schwer gepanzerte Sicherheitsroboter, fliegende Killer-Drohnen und kybernetische Monstrositäten wollen mir an den Titanhelm.
Obwohl Kämpfe klar im Fokus stehen, erzählt Metal Eden eine Geschichte rund um technologischen Fortschritt, die endlose Gier von Megacorporations und das Konzept von Menschlichkeit in einer Welt, in der alles künstlich ist – auch die Menschen.
Dystopie im Neonlicht
Weil sich Aska selbst eher einsilbig gibt, dient meist der Nexus als Erzähler – ein körperloses Bewusstsein, das mich regelmäßig per Funk kontaktiert und neben motivierenden Sprüchen (»Brenn sie alle nieder, Hyper«) auch philosophische Fragen aufwirft (»Ist ein Traum, aus dem wir nie erwachen, nicht das gleiche wie Realität?«).
Im Zusammenspiel mit dem treibenden Elektro-Soundtrack und der dystopisch im Neonlicht schillernden Einöde aus Wolkenkratzern, entsteht so ein stimmiges Gesamtbild, das ganz klar von Cyberpunk-Klassikern wie dem Manga Blame! oder auch Altered Carbon von Richard Morgan inspiriert zu sein scheint.
Nein, man darf bei Metal Eden keine tief verzweigten Rollenspiel-Dialoge oder Gespräche in Hörbuchlänge erwarten. Trotzdem lese ich hier spannende Theorien und Denkanstöße aus den Bereichen KI und Posthumanismus heraus, die hoffentlich später im Spiel noch weiter vertieft werden.
Erinnerungen an Klassiker
Und wie spielt sich das Ganze nun? Kurz zusammengefasst: Schnell, kompromisslos und auf eine sehr angenehme Art altmodisch. Als Aska bewege ich mich auf linearen Pfaden durch die futuristische Kulisse, Erkundung spielt in Metal Eden keine wesentliche Rolle.
Stattdessen dreht sich alles ums Kämpfen: An festgelegten Punkten erscheinen die Maschinenstreitkräfte der Mega-Stadt und dann verwandelt sich Metal Eden in einen waschechten Arena-Shooter, der bei mir wohlige Jugenerinnerungen an Klassiker wie Quake oder UT weckt.
Überall sind Jump Pads für besonders hohe (Doppel-)Sprünge. Herumliegende Power-Ups wie Rüstung sammle ich ein, indem ich drüber laufe. Lebensenergie regeneriere ich nicht automatisch, sondern muss nach blauen HP-Packs Ausschau halten. Das fühlt sich an wie früher, aber in topmoderner Unreal-Grafik. Womit wir auch schon bei den Kämpfen wären!
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