Ich bin seit 15 Jahren überaus glücklich verheiratet. Und es gibt tausende gute Gründe, dass meine Frau die richtige für mich ist. Einer davon: Sie hat von sich aus drei schicke Regale gekauft, als ihr bewusst wurde, dass meine Brettspiel-Leidenschaft vielleicht ein bisschen eskaliert.
Naja, und wahrscheinlich auch deshalb, weil sie Angst hatte, dass ich einfach ein – Zitat – »potthässliches« Kallax ins Arbeitszimmer stelle.
Der Deal liegt auf der Hand: Diese drei Regale darf ich mit Brettspielen vollräumen, aber dann ist Sense. Für mich ein überaus großzügiger und fairer Deal. Drei Regale bekomme ich doch niemals voll! Also legte ich los: Etherfields, Massive Darkness 2, Gloomhaven und, Frosthaven, ISS Vanguard, 7th Citadel und 7th Continent, Andromeda's Edge, Wonderland's War, Primal: The Awakening … selbst das monumentale, aus vier Boxen bestehende Oathsworn bekam ich problemlos unter.
Doch jetzt bin ich offenbar meinem Endgegner begegnet, dem kooperativen Boss Battler DANTE: Inferno. Denn auf dessen gigantische Ausmaße waren nicht mal ich und meine Regale vorbereitet. Aber seht selbst:
Update 7. Februar 2027: Diese Kolumhe wurde ursprünglich am 27. Juli 2025 veröffentlicht. Nachdem DANTE: Inferno nun ausgeliefert wurde, habe ich den Artikel um erste Eindrücke und Fotos zur Box ergänzt.
Ein übertrieben großes Komplettpaket
Der Witz an der Sache: Das eigentliche Spiel DANTE: Inferno fand ich natürlich auch interessant, aber so richtig einkassiert hat mich der Hersteller Creative Games Studio (Chronicles of Drunagor) damit, dass die Sammelbox für die All-In-Edition so schön durchdacht und aufgeräumt aussah.
Dazu müsst ihr wissen: Ich bin einer dieser Typen, die Stifte auf ihrem Schreibtisch im 90-Grad-Winkel zur Tischkante ausrichten. Entsprechend liebe ich beim Brettspielen auch das Ein- und Ausräumen – vor allem, wenn alles in so kleinen Schachteln millimetergenau ineinandergreift und zusammenpasst.
Die All-In-Edition sah für mich aus wie der wahrgewordene Traum eines Organisationswunders, die musste ich haben! Natürlich hätte mir schon beim Blick auf die Crowdfunding-Seite von DANTE: Inferno klar sein können, dass die Box eine gewisses Größe haben dürfte.
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DANTE: Inferno – Trailer zum gigantischen Koop-Brettspiel
Aber wie groß sie wirklich ist, wäre mir nicht im Traum eingefallen. Und wenn ich mir die Kommentare unter diesem Foto in den diversen Brettspiel-Communities anschaue, war ich bei weitem nicht der einzige, der sich so verschätzt hat. Mein Lieblings-Dialog: »Das passt dann vermutlich nicht in ein Kallax?« Antwort des Entwicklers: »Das ist ein Kallax!«
Natürlich kann und darf man diesen Größenwahn beim Brettspiel-Crowdfunding auch kritisch sehen. DANTE: Inferno gibt es ebenfalls als ganz normale, in ein Kallax passende Version mit Papp-Aufstellern für rund 100 Euro, die genauso das komplette Spiel enthält.
Eigentlich braucht niemand einen 20 Kilo schweren, fast 600 Euro teuren Sarg voll mit Plastikfiguren, mal ganz abgesehen vom Umweltaspekt. Für mich sind solche Luxus-Brettspiele vielleicht kein vernünftiges, aber ein bewusstes Hobby, mit denen ich mir und meinen Freunden viele schöne Abende bereite. Die ich mir natürlich mit vorbildlichem Nerd-Mathe schön rechne: Wenn ich DANTE: Inferno 30mal spiele, kommt es mich billiger, als wenn ich mit meinen Freunden 30mal essen gehen würde. So.
Worum geht’s in diesem Spiel?
Ob DANTE: Inferno das Geld und den Platz wirklich wert ist, kann ich natürlich erst sagen, wenn ich’s gespielt habe. Aber zumindest auf dem Papier drückt es bei mir genau die richtigen Knöpfe: Es besteht aus einer Story- und einer Bosskampf-Phase. In ersterer erkunde ich nach und nach die neun Kreise der Hölle und treffe harte Entscheidungen.
Anschließend und darauf basierend bekämpfe ich mit Karten und Würfeln einen riesigen Boss auf einem 3D-Schlachtfeld, das sich während des Kampfes ständig verändern soll. Also im Grunde genommen eine weiter gedachte Variante des eingangs erwähnten Oathsworns, das mich so sehr begeistert hat.
Die ersten Spiele sollten eigentlich im September 2025 ausgeliefert werden. Es kam jedoch erst zu Produktionsproblemen, dann zu Lieferverzögerung, weshalb ich erst im Februar 2026 mein (dickes!) Paket erhalten habe.
Wie groß ist das »Problem« in der Praxis?
Für euch habe ich es nachgemessen: Die All-in Eternal Box von DANTE: Inferno misst circa 63 mal 33 Zentimeter sowie 32 Zentimeter in der Höhe. Gewicht: schlappe 16 Kilo.
Dabei ist es vom Gesamtumfang her nicht mal mein dickstes Brettspielpaket. Oathsworn bringt sogar 20 Kilo auf die Waage, verteilt seine Inhalte allerdings auf vier Boxen, während DANTE: Inferno alles in einem gigantischen Karton unterbringt.
Ich bin nach dem Auspacken noch unschlüssig, was ich praktischer finde. Auf der einen Seite ist die Box von DANTE: Inferno wirklich so durchdacht wie erhofft. Und weil es seine Inhalte auf drei gut sortierten Ebenen verteilt, beschleunigt sie tatsächlich den Auf- und Abbau dieses Monsters.
Auf der anderen Seite, muss ich eben immer die gesamte Box zum Tisch schleppen, obwohl ich locker 80% der Inhalte eigentlich gar nicht für die jeweilige Partie benötige.
Für die Unterbringung im Haushalt hatte ich tatsächlich Glück im Unglück: Eins meiner drei Brettspielregale misst nur 1,75 Meter in der Höhe, weshalb sich DANTE: Inferno oben drauf platzieren ließ. Das erfordert bei 16 Kilo Gewicht zwar eine ordentliche Kraftanstrengung, aber es funktioniert.
Wie sehr DANTE: Inferno seine enormen Ausmaße und den Preis wert ist, kann ich euch natürlich erst sagen, nachdem ich es ausführlich gespielt habe. Einen Test will ich in jedem Fall schreiben.
Wahrscheinlich interessiert euch aber viel mehr, wie meine Frau reagiert hat, als die Riesenkiste plötzlich auf dem Wohnzimmertisch stand. Zum Glück genauso wie damals, als ihr das Foto vom Spiel gezeigt habe: »Du spinnst doch!«, kombiniert mit einem liebevollen Seufzen. Ich habe definitiv die richtige Frau geheiratet.
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