Das Fairphone 5 ist mein Messe-Highlight der IFA 2023

Meinung: Das Fairphone will vieles anders - nein, besser machen als die Konkurrenz. Mit der neu vorgestellten fünften Generation könnte ihnen das endlich gelungen sein.

Acht Jahre Software-Support - das ist einmalig. Acht Jahre Software-Support - das ist einmalig.

Das Fairphone ist bereits seit einigen Jahren ein Gegenpol zu anderen, großen Handy-Herstellern. Statt sich jedes Jahr eine Produktschlacht um immer bessere Hardware und günstigere Preise zu liefern, setzt der niederländische Hersteller auf Nachhaltigkeit und - der Name verrät es - Fairness.

Das bedeutet: Das Fairphone soll nicht nur eine angemessene Bezahlung der Arbeiter gewährleisten, sondern auch Ressourcen schonen, lange Jahre Software-Support erhalten und einfach selbst zu reparieren sein.

Mir persönlich hat die Idee des Fairphones damit bereits von Beginn an zugesagt. Gleichzeitig war es aber lange so, dass man als Kunde sowohl bei Preis-Leistung als auch bei der verbauten Hardware einen ordentlichen Preis zahlen musste. Spaß machte das Handy damit nicht, und deshalb verblieb es bis 2021 auch in der Nische.

Dann erschien das Fairphone 4 und machte bereits vieles richtig. Das Smartphone wirkte endlich wie ein modernes, durchdachtes Handy - war am Ende aber doch schlichtweg zu teuer für die gebotene Performance.

Fairphone 5: Mein persönliches Messe-Highlight

Jetzt hat Fairphone seine fünfte Smartphone-Generation im Rahmen der IFA 2023 in Berlin vorgestellt. Und auf dem Datenblatt macht das Handy endlich einen wettbewerbsfähigen Eindruck:

  • Android 13 als Betriebssystem
  • 6,46 Zoll großes Full-HD+-OLED-Display mit Gorilla Glas 5
  • 90 Hertz Bildwiederholrate
  • Qualcomm QCM 6490 (Achtkern-Prozessor)
  • 8 GB RAM und 256 GB interner Speicher
  • Akku mit 4.200 mAh und 30 Watt Ladeleistung
  • IP55-Zertifizierung

Mit der ordentlichen Bildrate bietet das Handy eine recht flüssige Bedienerfahrung. Dabei wirkt auch der verbaute Qualcomm-Prozessor zumindest in den Standardanwendungen stark genug. Ein ordentliches Benchmarking während eines ausführlicheren Tests muss aber natürlich noch zeigen, was der SoC unter Last zu bieten hat.

Einen ordentlichen Sprung hat man auch bei der Kamera gemacht. Denn beim Fairphone 5 kommen gleich drei 50-MP-Kameras zum Einsatz:

  • 50 MP Hauptkamera mit Sony IMX-800-Sensor
  • 50 MP Ultraweitwinkel mit Sony IMX-858-Sensor
  • 50 MP Selfiekamera
  • Videoaufnahmen mit bis zu 4K@30fps oder Full-HD@60fps

Ich bin ehrlich: Einen Blumenstrauß gewinnt man mit der Kamera immer noch nicht. Dazu hinkt die Software des kleinen Unternehmens doch hinter der Entwicklungs-Power der Platzhirsche hinterher. Trotzdem sind die drei Linsen des Handys ordentlich genug, um es dem Durchschnittsnutzer im Alltag zu erlauben, ausreichend schöne Bilder zu schießen.

Die Hauptkamera des Fairphone 5 in Aktion. Die Hauptkamera des Fairphone 5 in Aktion.

Für das Genannte will Fairphone rund 700 Euro - vorbestellbar ist das Handy ab sofort. Damit ist auch das neue Modell in der Smartphone-Mittelklasse auf keinen Fall ein Preis-Leistungs-Sieger - aber das ist auch gar nicht das Ziel.

Stattdessen will man die Kompromisse, die die auf Nachhaltigkeit bedachte Zielgruppe eingehen muss, reduzieren. Ein Handy, das acht Jahre lang Software-Support erhält, sei zwar gut und schön, wenn Nutzer das Smartphone dann aber schon gar nicht mehr nutzen wollen, weil die Hardware veraltet ist, bringe das jedoch wenig.

Fairphone 5: Das bisher nachhaltigste Smartphone

Doch Fairphone hat nicht nur bei der Hardware einen Sprung nach Vorne gemacht. Auch bei den Aspekten Nachhaltigkeit und Fairness hat man noch einmal zugelegt. So erhält das Handy Feature-Updates bis mindestens Android 18 und es gibt fünf Jahre Garantie.

Bei der Batterie gibt der Hersteller an, in der Lieferkette auf noch mehr fair produzierte Materialien zu setzen - insgesamt sind es beim Fairphone 5 über 70 Prozent der verwendeten Materialien. Und Teile der Lieferkette kommen auch beim im Mai vorgestellten Headphones von Fairphone zum Einsatz, was die Produktion transparenter machen soll.

Zudem sollen sich beim Fairphone 5 noch mehr Teile austauschen lassen, wenn es einen Defekt gibt. Alles, was es dazu braucht, ist ein Schraubenzieher und die entsprechenden Ersatzteile.

Reparatur (1) Beim Fairphone 5 lassen sich...

Reparatur (2) ...noch mehr Teile austauschen.

Meinung der Redakteurin

Alana Friedrichs: Ich konnte mir im Rahmen der IFA nur einen kurzen Überblick über das Handy verschaffen. Trotzdem ist es mir als eines der Highlights der Messe in Erinnerung geblieben.

Denn wer zum Wohle von Arbeitern und Umwelt bereit ist, auf ein paar Kleinigkeiten zu verzichten, bekommt mit dem Fairphone 5 womöglich endlich eine nachhaltigere Alternative zu den großen Marken.

Und auch, wenn das Handy immer noch mit Abstrichen und einem vergleichsweise hohen Preis zu kämpfen hat: Mit der fünften Generation ist Fairphone endlich ein Handy gelungen, dass sich nicht nur für Umweltaktivisten, sondern für alle umweltbewussten Konsumenten eignen könnte.

So zumindest mein Ersteindruck. In Zukunft will ich dem Handy aber auch einen ausführlicheren Test widmen - und meine doch recht kurze Kennenlernphase mit dem Handy noch einmal auf die Probe stellen. Und dafür brauche ich eure Hilfe.

Um den möglichst informativ und unterhaltsam zu gestalten, möchte ich daher von euch wissen: Welche Fragen stellt ihr euch rund um das Fairphone 5? Welche Bereiche des Smartphones soll mein Test ausführlicher abdecken? Also ganz allgemein: Was wollt ihr in einem Test des Handys lesen? Schreibt es mir gerne in die Kommentare!

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