Die Story schon im Voraus kennen
Klar, das ist kein neues Phänomen. Es ist noch gar nicht so lange her, dass sich meine Freunde über »Game of Thrones«-Spoiler bei Facebook unmittelbar nach der Ausstrahlung der jüngsten Folge beschwerten. Gott sei Dank hatte ich damals kein Facebook-Konto.
Social Media macht es jedoch auch mir immer schwerer, Serien (und Filme!) in meinem eigenen Tempo zu genießen. Als ich kürzlich nach Monaten des Wartens endlich die Blu-ray von »Spider-Man: No Way Home« ins Laufwerk schob, hatten mir mehrere Instagram-Posts schon Wochen zuvor das große Gimmick des Films gespoilert.
Das verstörende Ende von Episode 1 der Superhelden-Serie »Invincible« und den blutigen Schlussakt dieser (höchst empfehlenswerten!) Comic-Umsetzung hatte ich bereits auf YouTube gesehen, bevor ich die Serie bei Amazon Prime Video startete.
Blöde Sache, sollte man meinem. Aber tatsächlich bin ich erst durch diese Spoiler-Clips auf die Serie aufmerksam geworden. Und hatte anschließend nur unwesentlich weniger Spaß beim Anschauen, als wenn ich komplett unbedarft reingegangen wäre.
Spoiler sind kein Weltuntergang
Der Psychologie-Professor Nicholas Christenfeld von der Universität von Kalifornien kommt in einer Studie zu dem Ergebnis, dass Spoiler unser Vergnügen an einer Geschichte nicht einschränken, sondern tatsächlich verstärken. Denn wir wollen wissen, wie es dazu kommen konnte, dass die Geschichte eine derartige Wendung nimmt. Neben mir gibt es noch andere Menschen in der GameStar-Redaktion, die sich freiwillig selbst spoilern, allerdings in Bezug auf Spiele:
PLUS
19:14
»Ich lasse mich mit Absicht spoilern« - Unsere Bad Habits
Es ist diese Neugier, die mich auch immer wieder in Schwierigkeiten bringt, etwa wenn ich auf Twitter lese, was in der neuen Folge von »The Boys« passiert, bevor ich Staffel 3 überhaupt gesehen habe. Oft hilft sie mir aber auch, weil ich so meine kostbare Freizeit besser einteilen kann: Ich weiß dank kurzer Clips, in Beiträgen geteilter Spoiler und Social-Media-Posts so halbwegs, worum es bei den großen Entertainment-Events geht, selbst wenn ich partout keine Zeit oder Lust habe, eine bestimmte Serie zu diesem Zeitpunkt zu sehen (hallo »The Witcher«).
Die vielen Spoiler im Netz sind für mich somit Fluch und Segen zugleich. Denn soviel Selbstreflexion muss sein: Die Tech-Firmen und ihre Apps mögen mich ausspionieren, mein Nutzerverhalten analysieren und mir Beiträge anbieten, aber letzten Endes bin ja doch ich es, der sich dazu entscheidet, auf einen Post zu klicken oder ein spoileriges Video bis zum Schluss anzuschauen.
Müsst ihr auch manchmal gegen eure eigene Neugier ankämpfen oder legt ihr euch ein Social-Media-Verbot auf, wenn ihr beim Schauen einer Serie oder eines Films nicht gespoilert werden wollt? Schreibt mir eure Erfahrungen in den Kommentaren. Ach so: Dumbledore stirbt übrigens. Ihr habt doch nicht etwa gedacht, dass ihr so ganz ohne Spoiler durch diesen Text kommt, oder?
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