Sind euch in den großen Elektronikmärkten wie Mediamarkt, Saturn oder Expert schon mal die gebrauchten Demo- oder Ausstellungsstücke bei den Laptops aufgefallen? Meist weist lediglich ein kleines unscheinbares Preisschild darauf hin, dass ihr das vor euch stehende Gerät, so wie es ist, käuflich erwerben könnt. Ich wollte mir vor einigen Tagen in der örtlichen Filiale einer großen Elektronikmarktkette ein solches Gerät anschaffen, habe es mir aber dann doch recht schnell anders überlegt.
Der Preis sollte eigentlich heiß sein …
Für einen Kauf spricht in erster Linie der Preis, bei einem entsprechend großen Preisnachlass kann ein Aussteller durchaus attraktiv sein. Das Preisschild, das an dem von mir gewählten Notebook klebte, war allerdings nicht so prickelnd. Ich habe dann schnell auf dem Smartphone den Preis verglichen und festgestellt, dass ich ein neues Gerät online sogar für etwas weniger Geld bekommen kann.
Blauäugig, wie ich bin, ging ich zum nächsten Verkäufer und bekundete Interesse an dem Notebook und machte gleichzeitig auf den Online-Preis für ein neues Notebook aufmerksam. Einen Preisnachlass gab es natürlich nicht, und das Gerät steht noch heute im Laden.
Das deckt sich mit meinen anderen Erfahrungen, die ich bei großen Elektronikmärkten gemacht habe. Bekannte von mir wollten für ihre Physiopraxis einen neuen Monitor kaufen. Also sind wir zur Filiale einer bekannten Kette gefahren und haben geguckt, was es so gibt. Das gewünschte Modell war natürlich nicht auf Lager und man wollte uns den Aussteller verkaufen.
Auch hier gab es das gleiche Gerät online zu einem günstigeren Preis, die Möglichkeit zumindest ein paar Euro Nachlass zu kommen, gab es in diesem Fall ebenfalls nicht. Auch dieser Monitor wurde bisher nicht verkauft, was mich auch nicht weiter wundert. Denn der einzige wirkliche Vorteil, den der Kauf eines Demo-Gerätes bietet, ist nun mal der (hoffentlich) deutlich günstigere Verkaufspreis.
Mehr Nach- als Vorteile
Auch wenn ihr einen guten Preis bekommt, solltet ihr bedenken, dass es sich um Notebooks handelt die jeden Tag von morgens bis abends durchlaufen und bereits entsprechende Betriebsstunden auf dem Buckel haben. Speziell bei den Displays kann sich das negativ auswirken. Mit der Zeit büßt jeder Bildschirm an maximaler Helligkeit ein. Wie schnell das geht, hängt natürlich auch von den verbauten Komponenten im Display ab, mal gibt es im Inneren hochwertigere und mal günstigere Bauteile.
Das bedeutet natürlich nicht, dass ein solches Gerät zwei Wochen nach dem Kauf an Helligkeit verliert, aber die Betriebsstunden sind nun einmal bereits da. Das wirkt sich auch durchaus auch auf andere Bauteile wie etwa die Lüfter aus. Irgendwann sind die Lager halt mal kaputt, bei einem Gerät, das bereits mehrere 1.000 Betriebsstunden hat, wird das in der Regel natürlich früher der Fall sein als bei einem neuen Notebook.
Darüber hinaus hängen die mobilen Rechner dauerhaft am Strom, eingebaute Schutzmechanismen, die den Akku schonen, sind in der Regel nicht aktiv, jedenfalls habe ich das noch bei keinem Demo-Laptop gesehen. Entsprechend steht der Akku unter Dauerstress, was natürlich nicht optimal für die Haltbarkeit ist.
Dazu kommt, dass die Demo-Geräte meist nicht gerade mit Samthandschuhen angefasst werden. Viele weisen bereits Kratzer und Macken auf. Jeder tippt darauf herum und auch das häufig nicht unbedingt zaghaft. Ich habe bereits Aussteller gesehen, bei denen eine oder mehrere Tasten locker waren.
Auf was muss ich beim Kauf achten?
Ihr habt ein tolles Schnäppchen im örtlichen Elektronikmarkt gefunden und wollt es unbedingt haben? Ok, ich zeige euch, worauf ihr vor dem Kauf unbedingt achten solltet.
Seht euch als Erstes den Preis an und vergleicht ihn mit dem günstigsten Preis im Internet. Wenn der Aussteller immer noch deutlich (!) günstiger ist, solltet ihr euch das Notebook nun ganz genau ansehen. Gibt es Gebrauchsspuren und falls ja, wie stark sind diese? Kratzer am Gehäuse kann man noch tolerieren, auf dem Display allerdings nicht.
Apropos Display: Schaut nach, ob es Pixelfehler gibt. Dazu solltet ihr ruhig auch mal verschiedenfarbige Wallpaper einstellen, um entsprechende Fehler besser zu erkennen. Unter einem Pixelfehler versteht man entweder einen Pixel, der nicht mehr oder dauerhaft in nur noch einer Farbe leuchtet.
Werft einen genauen Blick auf die Tastatur und drückt am besten jede Taste zumindest einmal. Alle Tasten sollten leichtgängig zu bedienen sein, klemmende oder lockere Tasten sind zumindest für mich ein Ausschlusskriterium.
Wenn der Laptop optisch einen guten Eindruck hinterlässt und ihr Keyboard und Tastatur unter die Lupe genommen habt, könnt ihr euch einen Verkäufer suchen und Interesse am Gerät bekunden. Zählt hier die Mängel auf, die ihr gefunden habt, und fragt ungeniert nach einem Preisnachlass.
Es sei denn, es handelt sich um ein absolut konkurrenzloses Schnäppchen, dann macht das natürlich keinen Sinn. Am Ende sollte der Verkaufspreis deutlich unterhalb des günstigsten Preises für ein identisches Neugerät liegen. Tut er das nicht, lasst die Finger davon und kauft direkt den neuen Laptop.
Vergesst auch nicht nach der Garantie zu fragen! Gibt es die volle Herstellergarantie oder nur 12 Monate Gewährleistung? Im Endeffekt lohnt sich der Kauf eines Demo-Notebooks aus den bekannten Elektronikmärkten in den meisten Fällen nicht. Dafür ist der Preisnachlass in der Regel einfach zu gering.
Die bessere Alternative: B-Ware von Onlinehändlern
Etwas völlig anderes sind Geräte, die als B-Ware bei Onlinehändler wie etwa Alternate oder Notebooksbilliger verkauft werden. Diese stammen gewöhnlich von Kunden, die von ihrem Widerrufsrecht Gebrauch gemacht haben. Das bedeutet, die Geräte sind nicht älter als maximal 14 oder 30 Tage. Seriöse Händler weisen im Angebot bereits auf Defekte oder Gebrauchsspuren hin und dokumentieren diese mit entsprechenden Fotos.
Ich habe schon häufig solche Laptops gekauft und hatte bisher noch nie Probleme. Meist sind die Rechner optisch und technisch in einem tadellosen Zustand. Davon abgesehen habt ihr immer ein gesetzliches Rückgaberecht, solltet ihr also einen Defekt finden oder euch das Gerät nicht zusagen, könnt ihr es problemlos zurückgeben.
Dazu kommt, dass ihr hier häufig echte Schnäppchen machen könnt, denn die Händler bieten oft starke Preisnachlässe an. Wenn ihr mich fragt, ist das die deutlich bessere Alternative als ein Demo-Gerät vom Elektronik-Discounter.
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