Denuvo Kopierschutz - Performance-Einfluss in sieben Spielen getestet

Welche Auswirkungen hat Denuvo auf die Performance von Spielen? Das versucht ein Test in sieben Titeln, bei denen Denuvo nachträglich entfernt wurde, herauszufinden.

von Sara Petzold, Nils Raettig,
09.08.2018 18:15 Uhr

Denuvo ist vielen Spielern ein Dorn im Auge.Denuvo ist vielen Spielern ein Dorn im Auge.

Der Kopierschutz Denuvo wird immer wieder in aktuellen Spielen verwendet, jüngstes Beispiel ist die PC-Version von Monster Hunter World. Den besten Ruf genießt Denuvo unter Spielern allerdings nicht, unter anderem deshalb, weil Denuvo teilweise spürbare negative Auswirkungen auf die Performance haben soll (was sich einer Studie zufolge auch in der Bewertung von PC-Spielen mit Denuvo bemerkbar macht).

So finden sich etwa im Falle von Sonic Mania Berichte im Steam-Forum, laut denen es im Zusammenhang mit Denuvo Probleme mit dem Start des Spiels geben kann. Außerdem gibt der für Cracks von Denuvo-Spielen bekannte (und inzwischen deshalb angeklagte) bulgarische Cracker Voksi in einem anderen Thread an, dass Denuvo für eine schlechte Performance von Sonic Mania insbesondere auf PCs mit älteren CPUs verantwortlich sei.

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Mehr Licht ins Dunkel soll jetzt ein Benchmarks-Test von Overlord in Form eines Youtube-Videos (via DSOGaming) bringen, der die Performance verschiedener PC-Titel mit und ohne Denuvo vergleicht. Bei der Vergleichsversion handelt es sich um das jeweilige Spiel, bei dem die Entwickler selbst Denuvo nachträglich entfernt haben. Folgende Titel kommen in dem Video vor: Hitman, Mad Max, Mass Effect: Andromeda, Sherlock Holmes: The Devil's Daughter, Agents of Mayhem, Abzu und Sniper: Ghost Warrior 3.

Laut den Messungen des Youtubers Overlord liegen die minimalen fps in Mass Effect: Andromeda in der Version ohne Denuvo deutlich höher als in der Version mit Denuvo. In der Regel sind die Differenzen bei seinen Messungen in sieben verschiedenen Spielen aber viel geringer.Laut den Messungen des Youtubers Overlord liegen die minimalen fps in Mass Effect: Andromeda in der Version ohne Denuvo deutlich höher als in der Version mit Denuvo. In der Regel sind die Differenzen bei seinen Messungen in sieben verschiedenen Spielen aber viel geringer.

Für die Messungen nutzt Overlord eine Geforce GTX 1080 Ti in Kombination mit einem älteren Core i7 2600K mit Standardtaktraten. Die ältere CPU verwendet er bewusst, da Denuvo vor allem zusätzliche Prozessorlast verursachen soll. Allerdings kommen gleichzeitig meist die maximalen Grafikdetails zum Einsatz. Das könnte trotz sehr flotter Grafikkarte teilweise zu einem GPU-Limit führen und damit potenzielle Unterschiede zwischen den Versionen mit und ohne Denuvo verringern.

Interessant sind die Ergebnisse dennoch, ein völlig einheitliches Bild ergibt sich aber nicht: In machen Fällen sind kaum Unterschiede festzustellen, in anderen dagegen schon. Den am häufigsten angegebenen Messwert stellen dabei die durchschnittlichen fps dar, die in elf verschiedenen Szenen ermittelt wurden. Insgesamt sind die Versionen ohne Denuvo um 3,8 Prozent flotter unterwegs (85,7 vs. 82,6 fps). Die minimalen fps (ermittelt in acht verschiedenen Szenen) liegen im Schnitt um 5,6 Prozent höher (66,3 vs. 62,8 fps).

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Die größte Differenz eines einzelnen Werts findet sich bei den minimalen fps in Mass Effect: Andromeda. Sie liegen ohne Denuvo um stolze 45 Prozent höher als mit Denuvo (67 vs. 46 fps). Das andere Extrem sind Hitman und Abzu, bei denen keinerlei nennenswerter Unterschied zwischen der Version mit und der ohne Devuvo besteht.

Der Test legt damit die Vermutungen nahe, dass Denuvo durchaus nennenswerten Einfluss auf die Performance von Spielen haben kann. Allgemeingültige Aussagen darüber scheinen aber kaum möglich zu sein, da es laut Overlord auch Fälle gibt, in denen keine Unterschiede festzustellen sind.

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