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»Lass das verflucht nochmal sein« - KI-Projekt stiehlt die Stimme des Helden aus Deus Ex für eine Cyberpunk-Mod, der findet das alles andere als okay

Dem Sprecher von Adam Jensen aus Deus Ex wird für eine Cyberpunk-Mod die Stimme geklaut. Das findet der Kanadier nicht besonders witzig und äußert sich mit deutlichen Worte zum KI-Einsatz.

Der Sprecher von Adam Jensen möchte nicht, dass seine Stimme per KI für eine Cyberpunk-Mod genutzt wird. Der Sprecher von Adam Jensen möchte nicht, dass seine Stimme per KI für eine Cyberpunk-Mod genutzt wird.

Stellt euch vor, ihr wacht eines Morgens auf und stellt fest, dass jemand einfach so eure Stimme geklaut hat. So erging es dem kanadischen Schauspieler und Synchronsprecher Elias Toufexis. Ihr kennt ihn als die rauchige Stimme von Adam Jensen aus dem Rollenspiel-Klassiker Deus Ex: Human Revolution.

Die Stimme des 49-Jährigen wurde ohne Toufexis' Wissen von einem Modder für ein Projekt genutzt, das Stimme und Aussehen von Hauptfigur V in Cyberpunk 2077 durch die von Adam Jensen aus Deus Ex ersetzt. Möglich gemacht hat das sogenannte generative KI, die der Modder mit Audioaufnahmen von Toufexis Stimme gefüttert hat und die auf Basis dessen die Dialogzeilen aus Cyberpunk neu vertonte.

Allerdings hat der Modder die Rechnung ohne den Sprecher gemacht - denn der empfand die ungefragte Nutzung seiner Stimme nicht als besonders schmeichelhaft. Als Toufexis von der Modifikation erfuhr, fand er auf Twitter deutliche Worte: Nein. Lass das verflucht nochmal sein!

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Die Angst, ersetzt zu werden

Dass die Zunft der Schauspieler und Synchronsprecher ein Problem mit der zunehmenden Nutzung von KI hat, ist nicht neu. Im letzten großen Hollywood-Streik ging es etwa explizit um die Nutzung von KI durch die großen Produktionsfirmen. Denn - so befürchten viele Sprecher und Schauspieler - die Firmen könnten KI-Versionen von ihnen erstellen und kommerziell nutzen, ohne die Betroffenen fair zu bezahlen.

Und auch in anderen Branchen, wie etwa bei den Illustratoren, geht die Angst um, in Zukunft vollständig von KI ersetzt zu werden, da sich Verlage damit echte und kostenpflichtige menschliche Arbeitskraft sparen können.

Video starten 56:01 GameStar Tech Talk: Geht KI zu weit?

Am konkreten Beispiel der Cyberpunk-Mod steckte zwar kein kommerzielles Interesse dahinter; die Modifikation wurde kostenfrei auf Nexus Mods zum Download angeboten. Allerdings wurde Elias Toufexis vom verantwortlichen Modder auch nicht um Erlaubnis gefragt - und genau da lag für den Sprecher ein großes Problem.

Denn für ihn steht fest: Die Stimme eines Menschen ist etwas sehr Persönliches. Nur echte Menschen kommen als Sprecher für Spiele und Filme infrage; KI dürfe für diesen Zweck niemals eingesetzt werden. Entsprechend bemühte sich der Synchronsprecher erfolgreich darum, Kontakt zu dem verantwortlichen Moder zu erhalten. Die Mod wurde anschließend aus dem Nexus gelöscht.

Ob wir Elias Toufexis so bald wieder auf unseren heimischen Rechnern zu hören bekommen, ist unklar. Denn das Deus-Ex-Franchise wurde von Publisher Embracer mehr oder weniger aufs Abstellgleis geschoben; ein geplanter dritter Teil mit Adam Jensen eingestellt.

Und auch das Perfect Dark Remake, an dem der Synchronsprecher offenbar beteiligt war, wurde von Microsoft kurz nach dessen öffentlicher Ankündigung gecancelt.

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