Auch die längsten Reisen nehmen irgendwann ein Ende. Die Reise von Warren Spector in der Gaming-Branche dauerte ganze 44 Jahre, in denen er einen bleibenden Eindruck hinterließ. Jetzt verabschiedet sich der 70-jährige Spieldesigner aus der Branche, wie er auf Linkedin mitteilt.
Die Gaming-Welt ist eine andere
In seinem Beitrag blickt er auf seine Karriere zurück und erklärt, wie es zu seiner jetzigen Entscheidung kam. Er sei nicht zum ersten Mal an diesem Punkt, aber habe das Gefühl, dass es das letzte Mal ist. Auch, wenn er durchaus noch Ideen für Spiele habe, glaubt er nicht, dass er sie in der heutigen Zeit umsetzen könnte.
Ich hatte eine großartige Karriere. Ich würde nichts daran ändern, selbst wenn ich könnte. Die Gründe für meinen Ruhestand sind einfach: In einem Monat bin ich 44 Jahre lang Entwickler. Ich hatte die Möglichkeit, an Tabletop-Rollenspielen und Brettspielen zu arbeiten. Ich habe an mehr digitalen Spielen mitgewirkt, als ich zählen kann. [...]
Ich habe [bezüglich des Ruhestands] definitiv gemischte Gefühle. Ich meine, es gibt insbesondere drei Spiele, die ich immer noch gerne entwickeln würde. [...] Aber die Spielebranche hat sich verändert, und es macht mir einfach nicht mehr so viel Spaß. Außerdem gibt es eine neue Generation von Entwicklern, die ihre Zeit im Rampenlicht verdient haben.
Er sei stolz auf die Spiele, an denen er mitgewirkt hat, aber besonders auf all die Talente, denen er auf seinem Weg helfen konnte, sich zu verwirklichen.
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Er habe alles erreicht
Spector habe alles erreicht, was er sich vorstellen konnte und das ist sicher keine Übertreibung. Nachdem er in den 80ern an verschiedenen Tabletop-Rollenspielen mitwirkte - unter anderem bei TSR, dem originalen Publisher von Dungeons & Dragons -, fasste er Fuß in der Videospielbranche.
Unter Origin co-produzierte er zunächst unter anderem Wing Commander und Ultima 6. Als Haupt-Producer folgten weitere Ultima-Titel und Spiele wie System Shock und Wings of Glory. Bei Looking Glass wirkte er an Thief: The Dark Project mit, bevor er 1996 zu dem Entwicklerstudio Ion Storm wechselte, wo er mit John Romero (Doom, Quake) zusammenarbeitete.
Hier bekam er die Möglichkeit, das »Spiel seiner Träume« (via Game Informer) zu entwickeln. Dieses Spiel war Deus Ex, ein dystopisches Cyberpunk-Spiel, das 2001 mehrere Auszeichnungen gewann, darunter den Game Developers Choice Award für »Excellence in Game Design«. Auf Metacritc steht das Spiel bis heute bei einer Durchschnittswertung von 90.
Auch danach wirkte er noch an mehreren namhaften Titeln mit, etwa Thief: Deadly Shadows, der abgesägten dritten Episode von Half-Life 2 und Epic Mickey. Zuletzt trat er als Producer der spirituellen Thief-Nachfolge Thick As Thieves auf und unterstützte die Entwicklung von System Shock 3. Beide Titel sind noch nicht erschienen.
Die Füße will Spector aber trotzdem noch nicht hochlegen. Für seinen Ruhestand hat er sich einiges vorgenommen. Er plant, Bücher zu schreiben und sich seinem Keyboard zu widmen. In welche Richtung er mit seinen Autoren-Plänen gehen will, hat er nicht verraten, aber seine Frau, Caroline Skelley, ist Sci-Fi- und Fantasy-Autorin. Vielleicht inspiriert ihn das ja.
Der nächsten Generation von Spieleentwicklern gibt er noch einen Rat mit auf den Weg: »Ich habe es schon gesagt und ich sage es noch einmal: Eure Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass die Menschen vergessen, dass es jemals Menschen wie mich gegeben hat.« Bei einer solchen Karriere dürfte das schwer werden.

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