Diablo 2 Resurrected streicht Multiplayer-Feature, aber wie wichtig ist P2P überhaupt?

Einen TCP/IP-Support wird es im Remaster von Diablo 2 nicht geben. Aber wie wichtig ist Peer2Peer im Multiplayer wirklich? Wir geben einen Ausblick.

von Florian Franck,
12.08.2021 19:55 Uhr

Vor 20 Jahren gehörte Diablo 2 auf vielen LAN-Partys zum Pflichtprogramm, wenn es um die Wahl des passenden Action-Rollenspiels ging. Und so verbrachte man Stunden damit, gegen Mephisto, Diablo und Baal in den Kampf zu ziehen - oder die Netzwerkverbindung einzurichten. Stand die Peer2Peer-Verbindung erst einmal, konnten man gemeinsam über TCP/IP miteinander spielen.

20 Jahre später ist die Einrichtung eines gemeinsamen lokalen Netzwerkes wesentlich einfacher geworden und Aussagen wie »Ich seh dich, du mich auch?« - »Ne, aber ich seh dafür Florian« sind ins Reich der Legenden eingegangen. Ebenfalls der Vergangenheit an gehört der TCP/IP-Support für Diablo 2: Resurrected, dem Remaster des Originals.

Habt ihr Bock auf höllisch gute Abendunterhaltung?
Wenn ja, haben wir den perfekten Tipp für euch: Verbringt doch etwas Zeit mit unserem Teufelskerl Maurice, der sich für euch am 13. August 2021 ab 19 Uhr auf unserem Twitch-Kanal MAX in die Beta stürzt. Wer weiß, vielleicht öffnen sich ja auch für euch die Pforten der Hölle, wenn ihr lange genug zuschaut?

Einstellung des Supports wird über FAQ bekanntgegeben

Am 13. August 2021 startet die Beta für Vorbesteller von Diablo 2: Resurrected. Eine Woche später findet dann ein Open Beta Wochenende für alle Interessierten statt. Blizzard hat im Blogpost ein FAQ veröffentlicht und auch die Frage nach dem TCP/IP-Multiplayer-Support beantwortet. Die Antwort selbst kam sehr überraschend. Im FAQ heißt es:

"Unterstützung für TCP/IP wird weder in den Beta-Tests noch im finalen Spiel verfügbar sein. Nach einem längeren Abwägungsprozess haben wir entschieden, diese Option nicht mehr zu unterstützen, da wir potenzielle Sicherheitsrisiken identifiziert haben."

Entgegen früherer Aussagen von Executive Producer Rod Fergusson, die er im Interview mit Eurogamer tätigte, wird die direkte Verbindung im lokalen Netzwerk nicht mehr unterstützt und der Multiplayer wird nur über Battlenet direkt funktionieren. Auf die Frage, ob Handeln im Multiplayer möglich sein oder aufgrund von zahlreicher Bugs und Exploits entfernt wird, antwortete Rob Fegusson:

"[...] Vieles von dem, was wir jetzt machen, war schon im Orginal dabei. Wir konzentrieren uns wirklich darauf, ein authentisches Erlebnis zu bieten. Man kann sich immer noch lokal über TCP/IP verbinden, wenn man das möchte! Das gab es schon in D2. Das wird es auch in D2R geben."

Warum das im Februar noch angekündigte Feature jetzt nicht mehr im Spiel verfügbar ist, ist nicht bekannt. Potenzielle Sicherheitsrisiken werden zwar als Ursache genannt, worum es sich dabei aber genau handelt, ist nicht bekannt.

Ist Peer2Peer überhaupt noch wichtig?

Die Frage lässt sich so einfach gar nicht beantworten. In Hinblick auf Diablo 2 und seiner großen Bedeutung für Lan-Partys wäre die einfachste Aussage: Ja.

Ganz so einfach ist es aber am Ende dann doch nicht. Nachvollziehbar ist, dass Blizzard Sicherheitslücken und Exploits, die im lokalen Netzwerk ausgenutzt werden um sich etwa Items zu duplizieren, nicht im globalen Online-Modus sehen möchte. Das würde die Ingame-Wirtschaft im schlimmsten Fall zerstören.

Wenn ihr in Zukunft also auf einer LAN Diablo 2: Resurrected gemeinsam spielen möchtet, braucht ihr kein funktionierendes lokales Netzwerk, sondern lediglich eine Internetverbindung per WLAN oder genügend Ethernetkabel und freie Steckplätze. Und auch, wenn das Ethernet-Netzwerk mittlerweile 40 Jahre alt ist, so gibt es wohl keine Absichten, hier für immer den Stecker zu ziehen.

Alle Infos zu Diablo 2: Resurrected und der bevorstehenden Beta findet ihr in unserer großen Übersicht:

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Was haltet ihr von der Entscheidung von Blizzard keinen TCP/IP-Support mehr anzubieten? Schreibt uns eure Meinung gerne in die Kommentare!

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