Was sind eure schlimmsten Spiele-Marotten? Wir fangen an!

Mit manchen Angewohnheiten beim Spielen verbauen wir uns selbst den Spaß, aber wir können sie auch nicht so einfach ablegen.

God of War rettet Steffi vor ihrer schlimmsten Marotte, während The Witcher 3 stellvertretend für Natalies schlechte Angewohnheiten steht. God of War rettet Steffi vor ihrer schlimmsten Marotte, während The Witcher 3 stellvertretend für Natalies schlechte Angewohnheiten steht.

Die richtige Art, ein Spiel zu genießen, gibt es oft nicht. Auf der anderen Seite wissen wir alle, dass man sich mit bestimmten Angewohnheiten auch selbst den Spaß an einem Spiel verbauen kann. Und die loszuwerden, ist meistens alles andere als einfach. Wir wollen von euch wissen: Welche Marotten habt ihr, von denen ihr wisst, dass sie euch eigentlich im Weg stehen? Aber erst einmal fangen wir mit unseren schlechten Angewohnheiten an.

Meine schlimmste Marotte ist ...

… dass ich zu geizig bin.

Tillmann Bier: Wenn ich etwas mitnehmen kann, dann nehme ich es in Spielen auch mit. Egal, ob Maximalgewicht oder Rucksackplätze, in Spielen reize ich immer meinen Inventarplatz komplett aus. Wer weiß, vielleicht kann ich das ja noch brauchen? Das ist aber nicht meine schlimmste Marotte, sondern meine ewige Sparsamkeit!

Ich bekomme eine besonders starke Waffe, einen seltenen Verbrauchsgegenstand oder finde Granaten? All das wird bis zum Ende des Spiels in meinem Rucksack verschimmeln! Warum sollte ich schließlich etwas so Wertvolles einfach so einsetzen? Lieber spare ich mir das für einen wirklich schweren Kampf oder eine verzweifelte Situation auf.

Diesen Gedanken treibe ich aber dann oft so sehr an die Spitze, dass ich bis zum Ende des Spiels auf den jeweiligen Waffen oder Gegenständen sitzen bleibe und mir aus Sparsamkeit den Spaß verbaue, den ich damit hätte haben können. In den letzten Jahren werde ich aber besser darin, auch mal loszulassen. Zum Glück.


… dass ich ständig speichern muss.

Jesko Buchs: Ob bei Oblivion, Deus Ex: Human Revolution oder auch bei Metro: Last Light - in allen Spielen, in denen Entscheidungen eine wichtige Rolle spielen oder man recht schnell das Zeitliche segnen kann, hämmere ich ohne Ende auf die Schnellspeichern-Taste.

Angewöhnt habe ich mir diese Marotte irgendwann im vierten Elder-Scrolls-Teil, wo ich durch das sogenannte Save Scumming das ganze Spiel mit nur einem einzigen Reparaturhammer durchspielen konnte, weil dieser durch ständiges Schnellspeichern und -laden niemals kaputtgeht.

Seitdem zieht sich dieses Ausnutzen des Speichersystems zum Umgehen von Konsequenzen bei mir durch: Ich habe bei Metro ein paar Leute zu viel getötet, will aber nicht das schlechte Ende? Kein Problem, dann spiele ich die Situation einfach nochmal. Bei Deus Ex haben mich die Sicherheitskräfte erwischt? Gar nicht wahr; ich habe das komplette Spiel im Stealth-Modus geschafft. Ihr seht schon, wo das hinführt.

Video starten PLUS 16:59 20 Jahre Deus Ex: Noch immer ein Meisterwerk?

Letztendlich weiß ich, dass ich mich mit diesem Aushebeln von Konsequenzen eigentlich selbst veräpple. Denn im echten Leben kann ich ja auch nicht einfach Schnellladen, wenn mir eine vermeintlich schlechte Entscheidung nicht gepasst hat. Aber ich kann nun mal einfach nicht umhin, immer das vermeintlich beste Ende für meinen Playthrough zu wollen - und dazu ist mir jedes Mittel recht.


… dass ich die »richtige« Quest-Reihenfolge einhalten muss.

Steffi Schlottag: Vor allem in Open-World-Rollenspielen wird es mir dauernd zum Verhängnis. Ich will alle Quests in einer erzählerisch sinnvollen Reihenfolge angehen! Wenn mein Charakter zum Beispiel verzweifelt nach seiner verfolgten Ziehtochter sucht oder ich einen tödlichen Chip im Gehirn habe (Beispiele frei erfunden, ähem), dann fühlt es sich falsch an, Zeit an Spieltischen oder mit wilden Partys zu verplempern.

Das endet dann damit, dass ich entweder sämtliche Nebenquests so früh wie möglich erledige, bevor die Hauptstory so richtig in die Gänge kommt – oder dass ich einen guten Teil einfach komplett links liegen lasse, weil es mir die Immersion einfach zerhauen würde. Einer der Gründe, warum die God-of-War-Reboots zu meinen Favoriten gehören: Die Entwickler haben sich darüber Gedanken gemacht und extra passende Momente für Nebenquest-Späße eingebaut. Mehr davon, bitte!

Video starten 17:12 Das sind die Open World-Highlights für 2026!


… dass ich zu viel experimentiere.

Tristan Gudenrath: Kann ich auf dieses Hausdach klettern? Was passiert, wenn ich ein Auto anzünde? Kann ich schwimmen? Lassen sich meine Gegner mit Käse töten? Solche Fragen beantworte ich mir regelmäßig - glücklicherweise aber nur in Videospielen. Das kostet allerdings einen Haufen Zeit. So viel, dass ich für die meisten Spiele viel länger brauche als meine Freunde.

Gerade bei Titeln, die viele Freiheiten bieten, hänge ich an manchen Stellen ewig lang. Doch nicht etwa, weil ich nicht weitermachen könnte, sondern weil ich noch am Experimentieren bin. Ich erinnere mich noch an zahlreiche Außenposten in Far Cry 5, die ich immer wieder neu gestartet habe, weil irgendwelche Fallen nicht so funktionierten, wie ich es gerne wollte.

Und einmal habe ich in GTA 5 fast eine Stunde damit verbracht, einen Piaggio-Roller auf einen Berggipfel zu transportieren, nur um dann damit den Abhang herunter zu kacheln (und dabei draufzugehen).


… dass ich Spiele oft nicht zu Ende spiele, wenn ich sie zu sehr mag.

Natalie Schermann: Es klingt unfassbar albern. Wenn ich mich Hals über Kopf in ein Videospiel verliebe, dann besteht eine sehr große Wahrscheinlichkeit, dass ich – zumindest für eine sehr lange Zeit – das Ende nicht sehen werde. Elden Ring, Clair Obscur, The Witcher 3 oder auch meine liebste TV-Serie Lost … ich habe wirklich keine Ahnung, wie sie ausgehen. Denn ich möchte einfach nicht, dass es vorbei ist!

Ich kann hunderte von Stunden in ein Spiel stecken, jeden Tag zurückkehren und über Monate hinweg nichts anderes spielen – irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem ich das Spiel zum letzten Mal starte und dann für sehr, sehr, sehr, sehr lange Zeit nicht anrühre. In meinem Herzen brennt die Leidenschaft weiterhin und ich quassel allen die Ohren damit voll. Ich nehme mir auch ganz streng vor, das Ende irgendwann nachzuholen und den Abspann zu sehen.

Aber bis dahin tröstet mich der Gedanke, dass ein grandioses Werk für mich noch nicht vorbei ist, weil es noch genug Inhalt gibt, den ich nicht kenne. Ach ja, das gilt natürlich nur für Spiele, die ich privat zocke. Für Tests muss ich das Ende selbstverständlich ebenfalls beachten! Oh und bitte spoilert mich nicht in den Kommentaren – ich habe so lange ohne Spoiler überlebt! Danke!


… dass ich manchmal mitten im Spiel schon fast alle Schnellreisepunkte freischalte.

Franzi Hammerschmidt: Ich bin eine Meisterin darin, mich selbst zu spoilern. Wenn es einen Preis dafür geben würde, dann hätte ich schon einige Male auf dem Sieger-Treppchen gestanden. Tja, auch in Videospielen kann ich es natürlich nicht lassen und verspüre plötzlich dieses unbändige Verlangen danach, die gesamte Karte schon aufzudecken.

Ich rede mir dabei selbst ein, dass es für mich einiges vereinfacht. Sobald ich die Hauptquestreihe weiter mache, kann ich ja dann einfach zum Punkt schnellreisen und zack habe ich Zeit gespart. Ich weiß, das ist nicht der Sinn einer Open World, aber dann habe ich einmal angefangen und der nächste Schnellreisepunkt ist doch gar nicht mehr weit entfernt. Da kann ich doch einmal eben … Ich kann nicht aufhören!

Es ist einfach so schön, wenn sich der Nebel langsam lichtet und die Karte bunter wird. Ich glaube, diese Marotte habe ich vor allem den neueren Assassin's-Creed-Teilen zu verdanken. Aber ihr habt recht: Woher weiß ich denn dann, wo ich schon war und wo noch nicht? Das ist wie immer ein Problem für Zukunfts-Franzi!

P.S.: Mein Kollege Tillmann ist übrigens davon überzeugt, dass ich eine Open-World-Therapie brauche …

Video starten 14:30 Wirklich gute Spiele, die wirklich schlechte Trends gestartet haben


… dass ich ständig fluche, auch wenn das Spiel keine Schuld hat.

Miffy Höftmann: Vielleicht kennen das ja die einen oder anderen von euch: 

  • Eine Stelle im Spiel ist so schwer, dass ihr mehrere Anläufe braucht; 
  • ihr sterbt, weil ihr eine Sekunde nicht aufgepasst habt durch irgendwas doofes; 
  • ihr benutzt irgendein wichtiges Item aus Versehen und dann ist es weg; 

Tja, und dann ist das Gemecker groß. Ich persönlich neige dazu, in diesen Situationen allen Frust rauszulassen, der sich angestaut hat. Ich erfinde die fantasievollsten Beleidigungen und Schimpfwörter, fluche über das Game Design und die Entwickler und fuchtel wütend mit dem Controller herum. Zuletzt musste sich Silksong einiges von mir anhören. Gallwasser, ich hoffe, ich muss dich nie wieder betreten.

Ich tue das, obwohl ich es eigentlich besser weiß. In 90 Prozent der Fälle ist nicht das Spiel schuld, sondern ich selbst. Weil ich unkonzentriert bin, mehr Übung brauche, oder einfach mal eine Pause machen sollte. Und trotzdem sind die Spiele, die das Schlimmste aus mir rausholen, häufig die, die ich am liebsten habe.

Video starten 17:57 Diese Bosskämpfe bleiben uns für immer im Gedächtnis!


… dass ich immer hibbelig werde, wenn es drauf ankommt

Fabiano Uslenghi: Ich hasse mich selbst dafür, wie oft ich mich in Spielen selbst sabotiere. Ich vermeide schon aktiv Spiele, in denen es zum Konzept gehört, dass ich richtig gut werden muss und in denen Bossgegner wirklich immer mehr als einen Versuch voraussetzen. Aber ganz kann ich mich davor nicht bewahren. 

Wenn ich dann doch mal in eine solche Situation schlittere, beiße ich mich an manch Bossgegner aus Dark Souls oder sogar in Kingdom Hearts richtig fest. Ich bekomme aufs Maul, werde besser, bekomme aufs Maul, werde besser - wieder und wieder. Bis ich eigentlich so gut bin, dass ich diese erbitterte Schlacht wirklich gewinnen kann. Und dann macht mich die Aussicht auf Sieg richtig nervös!

Ich bekomme hibbelige Klickfinger und verliere jede Geduld. Hat ein Gegner nur noch 5 Prozent Lebensenergie? Ich vergesse sofort, welche Strategie mich an diesen Punkt gebracht hat und gehe noch Baden. Es macht mich wahnsinnig! Wahlweise gibt es dieses Phänomen auch bei langwierigen Schleichpassagen oder wichtigen Partien in Sportspielen. 

So, das waren unsere schlimmsten Marotten, die uns beim Spielen plagen, jetzt seid ihr dran! Erzählt uns in den Kommentaren, wie ihr spielt und welche hartnäckigen Angewohnheiten euch dabei im Weg stehen. Vielleicht seid ihr sie ja auch schon losgeworden und habt in diesem Fall Tipps für andere, die noch darunter leiden? Wir sind gespannt, was ihr so zu erzählen habt!

zu den Kommentaren (37)

Kommentare(37)
Kommentar-Regeln von GameStar
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.