Discount-Riese Aldi will jetzt ganz groß ins Gaming-Geschäft einsteigen

Aldi engagiert sich in der Computerspielszene und startet eine Offensive mit Influencern, E-Sport-Größen und einem Twitch-Kanal.

von Christian Just,
29.01.2021 19:03 Uhr

Aldi wirbt um Gamer. Eine große Kampagne mit Inhaltserstellern und E-Sportlern markiert den Startpunkt. Aldi wirbt um Gamer. Eine große Kampagne mit Inhaltserstellern und E-Sportlern markiert den Startpunkt.

Aldi steigt in die Gaming-Welt ein. Nachdem der Discounter bereits Gaming-PCs und Spiele verkauft, sollen Spieler künftig auch eine Anlaufstelle für Streams und Co. bekommen. Dafür geht demnächst der eigene Twitch-Kanal Aldi Gaming TV live.

Dort bietet Aldi Livestreams und Tutorials, aber auch Gewinnspiele und Werbeevents an. Helfen soll die Kooperation mit mehreren bekannten Gaming-Persönlichkeiten. So arbeiten der LoL-Profi Frederik Hinteregger alias NoWay, CoD-Streamer Georg Göttmann alias Gustaf Gabel sowie die FIFA-Streamer von FeelFIFA mit Aldi zusammen.

Was Aldi mit der Kooperation erreichen will, führt Marketingchefin Sabine Zantis aus:

"Unser 'ALDI Gaming' Kanal auf Twitch ist für uns die ideale Plattform, um mit dieser für uns neuen, sehr spezifischen Zielgruppe auf Augenhöhe zu interagieren. Wir wollen authentische und erlebbare Mehrwerte für sie schaffen, die in Erinnerung bleiben."

Außerdem beginnt Aldi eine Zusammenarbeit mit der größten deutschsprachigen Liga zu League of Legends. In der Prime League fungiert der Discounter als "Supplier" (zu Deutsch: Zulieferer), was auf ein Sponsoring inklusive Produktlieferung schließen lässt.

Ein "neuer" Markt

Zahlreiche Unternehmen sowie Vereine und Institutionen, die mit dem Gaming erstmal wenig zu tun haben, werben um die Spielerszene. Neben Merchandise-Produkten wie Sneakern im Stil bekannter Spiele und Möbeln speziell für Gamer nähern sich auch große Sportvereine immer mehr dem Thema an.

So besitzen namhafte Teams wie Schalke 04 und Bayer Leverkusen inzwischen eigene E-Sport-Teams. Es gibt also zahlreiche Player, die das gigantische Wachstum des Spielemarktes der letzten Jahrzehnte nicht verschlafen wollen.

International sieht das ähnlich aus. In den USA betreibt sogar die US-Armee einen Twitch-Kanal, geriet aber zeitweise stark in Kritik, da Versuche zur Rekrutierung von Zuschauern schlecht ankamen. Ähnliche Kritik musste sich die Bundeswehr zur Gamescom mit fragwürdiger, an Spieler gerichteter Werbung gefallen lassen.

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