Licht im Schatten
Der Film hat auch seine guten Seiten. Der polnische Regisseur Andrzej Bartkowiak (Romeo Must Die) sorgt dafür, dass die Atmosphäre stimmig ist. Das Vitkov-Mausoleum in Prag als Kulisse und eine Menge dunkelblau ausgeleuchteter Gänge lassen jeden Ego-Shooter vor Neid erblassen. So wird die UAC-Station lebendig. Anspielungen wie der durchgeknallte Wissenschaftler Dr. Carmack und eine BioForce Gun (BFG) sorgen nebenbei für Aha-Erlebnisse oder deuten die spätere Handlung an. So dürfte für Kenner der Spieleserie nicht schwer zu erraten sein, was mit einem Rollstuhlfahrer namens Pinky im Laufe des Films geschieht.
Bartkowiak macht aus dem Doom-Film nur in kurzen Momenten einen Horror-Streifen. Die Action überwiegt und ist an machen Stellen sogar richtig ansehnlich. Der Höhepunkt ist dabei der Auftritt eines Hell Knights in einer elektrisch abgesicherten Stahlzelle. Destroyer (DeObia Oparei) feuert, was das Zeug hält, ohne eine Wirkung zu erzielen. Man sieht den Hell Knight, wie er von Blitzen getroffen wird und in Flammen steht. Erst eine List wendet - zumindest vorerst - das Schicksal des Kampfes.
Für den normalen Kinogänger fremd, dem Computerspieler aber umso vertrauter ist eine Sequenz kurz vor dem Showdown des Films: Aus der Egoperspektive verfolgen Sie Reaper, wie er auf der Erd-Mutterstation alles platt macht, was sich ihm in den Weg stellt. In diesem Moment wird aus dem Doom-Film das Computerspiel Doom. Diese kurze Verbeugung vor der Ästhetik moderner Egoshooter macht Spaß und wirkt nicht allzu aufgesetzt, da die Veränderung der Perspektive in der Handlung erklärt wird. Dabei würde man es manchem Spieledesigner wünschen, dass er sich da die eine oder andere Idee abschaut: So klemmt zum Beispiel Reaper einem Monster das Maul mit einer Eisenstange auf, um es anschließend noch makaberer töten zu können.
Fazit
Was mussten wir schon für Realverfilmungen von Computerspielen ertragen: In der Vergangenheit waren es alberne Lachnummern wie Super Mario Bros, Street Fighter und Mortal Kombat. Das hat sich in letzter Zeit durch die Trashstreifen von Uwe Boll wie Alone in the Dark nicht wesentlich verbessert. Die Tomb-Raider- und Resident-Evil-Filme waren jedenfalls keine kompletten Reinfälle, hatten dafür aber wenig mit dem jeweiligen Spiel zu tun.
Der Doom-Film ist sicherlich kein cineastisches Meisterwerk, aber größtenteils solide inszeniert. Da er noch eine große Portion Doom-Feeling enthält, erscheint er schon fast wie ein leuchtendes Vorbild - aber eben nur fast. Wer nichts mit dem Computerspiel am Hut hat, wird den Film allerdings nur dann mögen, wenn er schon immer auf einen dritten Predator-Film gewartet hat. Ansonsten hoffen Sie lieber auf die Halo-Umsetzung für die große Leinwand.

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