»Can it run Doom?« Wenn ihr euch viel im Netz bewegt, seid ihr dieser Frage garantiert schon einmal begegnet.
Dahinter steckt ein bekanntes Meme aus der Spielkultur, das mittlerweile mit einer tiefgreifenden Tradition und Spielkultur verankert ist: den Shooter-Klassiker Doom von 1993 auf die absurdeste Hardware zu bringen.
Mit moderner Speicheroptimierung und den mickrigen 2,39 MB, die das originale Doom benötigt hat, machen die Entwickler und Modder aus der Can-it-Run-Doom-Szene vor fast keinem Display halt. Wobei auch Software und andere Videospiele Teil des Phänomens geworden sind.
Im Folgenden findet ihr sechs abgedrehte Hardware- und Software-Projekte, auf denen der 90er-Hit tatsächlich läuft.
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Doom läuft wirklich auf jeder Plattform und schon bald auch auf eurem Rasenmäher
Sobald es einen Bildschirm hat, läuft auch Doom
Dieser Spruch ist eine Erweiterung des Memes und gar nicht mal so falsch, wenn man bedenkt, dass Doom aufgrund seiner überraschend geringen Anforderungen auf vielen Geräten bereits läuft.
Nicht zu vernachlässigen ist aber natürlich auch die Kreativität der Erfinder und Entwickler hinter den Programmen und modifizierten Gadgets.
Mindestanforderungen:
- Prozessor: 386DX (33 MHz)
- Arbeitsspeicher: 4 MB RAM
- Grafikkarte: VGA-kompatible Grafikkarte
- Speicherplatz: 12 MB
- Betriebssystem: MS-DOS 5.0
Empfohlene Anforderungen:
- Prozessor: 486DX (66 MHz)
- Arbeitsspeicher: 8 MB RAM
- Grafikkarte: VGA-kompatible Grafikkarte
- Speicherplatz: 20 MB
- Betriebssystem: MS-DOS 6.22
Doom auf dem Laufband
Viele moderne Laufbänder haben einen Bildschirm verbaut, etwa um euer Training anzuzeigen oder Videos beim Laufen abzuspielen. Dass ein entsprechendes Gerät also auch Doom laufen lässt, ist nicht so weit entfernt.
Der Reddit-Nutzer Kreeator3 hat gemerkt, dass auf einem Sportgerät in seiner Schule ein Intel-PC-Kern mit Linux verbaut ist. Er hat durch mehrmaliges Booten das System ausgetrickst und über einen USB-Stick das nativ installierte FreeDOS-Betriebssystem gestartet.
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Laut eigener Aussage konnte er das Spiel daraufhin ohne Umwege über den Stick auf den Bildschirm laden. Bis zum fertigen Verknüpfen der Steuerungstasten und einer Anpassung der Bandgeschwindigkeit sei er aber nicht gekommen, da ihn das Personal vorher rausgeschmissen
habe.
Doom auf einer Digitalkamera von 2007
Ein anderer Doom-Fan hat den Klassiker auf seiner Canon PowerShot SD1000 zum Laufen gebracht. Geladen wird das modifizierte Spiel dabei von der SD-Karte, weshalb kein Löten oder gezieltes Modifizieren der Firmware notwendig ist.
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Da das Gerät die nötige Leistung für den 90er-Shooter aufbringt, hat er einen einfachen Trick genutzt. Solange sich die Kamera im Wiedergabemodus befindet, liegt der acht Megabyte große Speicher für Fotos frei. Genau dort nistet sich das Spiel ein und nutzt die freie Kapazität als Arbeitsspeicher.
Gesteuert wird das Spiel über das Steuerkreuz, den Auslöser und den Hebel zum Zoomen. Laut dem Entwickler war das Coden der Software zudem besonders einfach, da das Gerät bereits einen eigenen Baustein für Fließkommazahlen hatte und die Engine so mit den vereinfachten Festkomma-Werten arbeiten kann.
Doom auf einem Schwangerschaftstest
Selbst auf einem elektronischen Schwangerschaftstest lässt sich das Spiel anzeigen. Der Entwickler Foone steuerte das Spiel dafür über eine kabellose Tastatur und lässt den Klassiker auf dem winzigen Display flimmern.
Viel Spielspaß bietet der Monochrom-Bildschirm mit seinen 128 mal 32 Pixeln zwar nicht, doch als technisches Experiment ist das Projekt echt clever gelöst – auch wenn mit etwas externer Technik nachgeholfen werden musste. Quasi Cheating.
Der ursprüngliche Prozessor lässt sich nämlich nicht umprogrammieren und die Anzeige kann sonst nur vier Symbole darstellen. Für die Demonstration wurde das Innenleben deshalb teilweise durch leistungsfähigere Mini-Bauteile ersetzt.
Doom in anderen Programmen und Spielen
Nicht nur auf Gadgets läuft das Spiel: Einige Entwickler haben es hinbekommen, das gesamte Spiel in Programmen und selbst in vollständig anderen Spielen zum Laufen zu bringen. Im Fall von Geometry Dash und Minecraft sogar (fast) ohne Code.
Doom in Minecraft
Spätestens seitdem Redstone in Minecraft hinzugefügt wurde, haben Spieler auf der ganzen Welt angefangen, ganze Computersysteme in dem Spiel nachzubauen. Falls euch Redstone nichts sagt: Dabei handelt es sich im Endeffekt um Stromsignale, mit denen einfache Schaltungen gebaut werden können. Kombiniert man diese, entstehen größere Systeme, die an klassische Elektrotechnik erinnern.
Mit der Redstone-Technik sind so über die Zeit ganze Computer entstanden wie der IRIS, der Doom komplett ohne Modifikationen, Code-Blöcke oder externe Software zum Laufen bringt. Vollständig im Klötzchen-Baukasten-Spiel.
Da der virtuelle Rechner über keine Grafikkarte verfügt, übernimmt die Software mühsam jeden Bildpunkt. Das Display besteht aus Redstone-Staub, dessen Signalstärke die Farben darstellt. In Echtzeit dauert ein einzelnes Bild rund 23 Sekunden, was etwa 0,043 FPS entspricht. Spielbar ist also etwas anderes.
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Um den Speicher zu schonen, wurde die Grafik stark vereinfacht: Die Texturen nutzen nur 16 Farben und die Gegner schauen starr nach vorn. Programmiert wurde das Ganze in einfacher Assembler-Sprache, was gleich doppelt beeindruckend ist.
Doom in Geometry Dash
Im Jump-and-Run-Spiel Geometry Dash gibt es einen einfachen Level-Editor, der vieles kann, aber eigentlich kein 3D. Dennoch haben Entwickler es geschafft, auch das Spiel Doom spielbar zu machen. Oder zumindest einen Klon des Shooters.
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Zum Einsatz kommt dabei sogenanntes Raycasting, eine Technik aus Uralt-Klassikern wie Wolfenstein 3D. Der Editor nutzt Objekterkennung als Abtaststrahlen, um Abstände zu Wänden im Raum zu berechnen.
Das System berechnet diese Linien zweidimensional und zieht sie vertikal in die Länge, je näher eine Wand kommt. So entsteht die Illusion eines dreidimensionalen Raums mitten in einem 2D-Spiel.
Doom in Microsoft Paint
Das Paint-Projekt ist gleich aus mehreren Sichten interessant. Denn nicht nur, dass der altbekannte Zeichendienst als Monitor verwendet wird, das DoomPaint-Programm stammt vom Microsoft-Manager Mar Russinovich höchstpersönlich.
Mit einem einfachen Trick bringt dieser die originale Shareware-Version des Shooters auf die Zeichenfläche von Paint.
Dafür läuft die echte Spiel-Engine unsichtbar im Hintergrund und schiebt jedes einzelne Bild direkt in die Windows-Zwischenablage. Paint fügt daraufhin jeden Frame einzeln in die Zeichenfläche ein und sorgt damit für ein flüssiges Bild.
Trotz der ungewöhnlichen Methode bringt es die Engine in Paint auf bis zu 35 Bilder pro Sekunde – inklusive Musik und Sound.
Die Zukunft von Doom bleibt skurril
Worauf der Klassiker künftig noch laufen wird, zeigt die Zukunft – vielleicht sehen wir demnächst sogar E-Scooter oder VR-Brillen mit dem Shooter.
Ein australisches Labor versucht derzeit sogar, echte Gehirnzellen in einer Petrischale zum Spielen von Doom zu bringen. Dahinter steckt zwar kein Weg, um Doom auf einem kuriosen Gadget zum Laufen zu bringen, der Gedanke stammt jedoch direkt aus der leidenschaftlichen Community und unterstreicht deren Erfindergeist eindrucksvoll.
Es bleibt also spannend, auf welch kuriosen Geräten der Titel in den kommenden Jahren noch landen wird.
Vielleicht habt ihr ja schon mal eine ungewöhnliche Methode gesehen, mit welcher der Retro-Hit zum Laufen gebracht wurde. Schreibt uns in dem Fall gerne einen Kommentar zu eurem Netzfund!
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