Eigentlich sollte Coyote vs. Acme bereits im Juli 2023 in den Kinos landen, doch dazu kam es nicht. Der CEO von Warner Bros. Discovery David Zaslav entschied damals, dass das Unternehmen nur noch Blockbuster auf die große Leinwand bringt. Mittelgroße Produktionen gingen demnach leer aus.
Diese Entscheidung bescherte Warner Bros. auch gleich noch Steuereinsparungen von rund 30 Millionen US-Dollar. Lange Zeit wurde dann versucht, die Rechte von Coyote vs. Acme für 50 Millionen Dollar an Netflix, Amazon und Co. zu verkaufen.
Auch die Fans gaben nicht auf und kämpften für den Release des Films. 2025 konnte sich Warner Bros. dann endlich auf einen 50-Millionen-Dollar-Deal mit dem kleinen Verleih Ketchup Entertainment einigen. Und siehe da: Nach drei unsicheren Jahren erschien Coyote vs. Acme am 28. August 2026 endlich in den US-amerikanischen Kinos. Hierzulande ist er ab dem 17. September auf der großen Leinwand zu sehen.
Um den Triumph ausgiebig zu feiern, haben wir uns mit Regisseur Dave Green und den zwei Hauptdarstellern Lana Condor und Will Forte zusammengesetzt und über den holprigen Weg des Films gesprochen. Bevor wir direkt in das Interview reingehen, gibt's hier noch die spoilerfreie Filmkritik unserer Entertainment-Expertin Franzi:
»Eine echte Achterbahnfahrt«
Wir haben die drei gefragt: Wie war das für euch persönlich? Wie habt ihr euch gefühlt und wie erleichtert, wart ihr, als ihr die gute Nachricht erhalten habt, dass der Film endlich in die Kinos kommt?
Ihre Antworten fielen dabei leicht unterschiedlich aus. Während Filmemacher Green vor allem den Fans dankt und jetzt sehr erleichtert ist, überwog bei Will Forte anfangs die Wut. Lana Condor war ebenfalls fassungslos, hatte aber immerhin noch einen kleinen Funken Hoffnung, dass Coyote vs. Acme doch noch das Licht der Film-Welt erblicken würde.
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»Ohne Witz mein meist erwarteter Film des Jahres« - Beim neuen Trailer zu Coyote vs. ACME denkt so mancher Kino-Fan gar nicht mehr an Avengers oder Dune
Hier die Antworten im Detail:
Dave Green:
Ich meine, es war wirklich eine Achterbahnfahrt. Wir hatten ehrlich gesagt so viel Glück, dass die Fans und das Publikum, die mit diesen Figuren aufgewachsen sind und sie lieben, sich wirklich für uns eingesetzt haben – und sie sind der Grund, warum wir hier sind. Ketchup Entertainment hat sie gehört und mitbekommen, wie lautstark sie waren, und sie sind es, die es möglich machen, dass der Film auf der großen Leinwand zu sehen ist. Ich möchte im Namen der gesamten Besetzung und Crew – und ich spreche hier von Tausenden von Menschen – sagen, dass wir alle einfach total begeistert sind, dass dieser Moment nun Wirklichkeit wird, dass wir hier sind und dass Familien den Film endlich sehen können. Wir sind also alle einfach nur dankbar und feiern diesen Moment.
Will Forte:
[...] Ich habe alle menschlichen Emotionen auf ihrem Höhepunkt durchlebt. Die Wut gehörte zu den heftigsten, die ich je empfunden habe, ebenso wie die Frustration und die Trauer, als ich loslassen musste und dachte, der Film würde nie erscheinen. Aber das führte auch zu der Euphorie, dass der Film von Ketchup Entertainment gerettet wurde. [...] Meine Mutter sagt immer, alles geschieht aus einem bestimmten Grund, aber es war hart. Es war schwer, diesen Rat wirklich zu beherzigen, als es so aussah, als würde der Film nie zu sehen sein, denn ich hatte ihn gesehen und war einfach unglaublich verwirrt. Ich liebe den Film und bin so stolz darauf. Als es also so aussah, als würde er nicht zu sehen sein, war ich, gelinde gesagt, sehr aufgebracht.
Lana Condor:
[...] Weißt du, in diesem Film geht es doch darum, nicht aufzugeben, oder? Und ich finde es so cool, denn so brutal und hart es auch war [...] – für mich gab es immer ein winziges bisschen Hoffnung, weil es für mich einfach eine naheliegende Sache war. Es kam mir wie die dümmste, blödeste Idee vor, die ich je in meinem Leben gehört habe, diesen Film nicht herauszubringen. Also dachte ich mir – und vielleicht nennst du mich naiv –, aber für mich war klar: Das kann einfach nicht sein. Man kann nicht zulassen, dass etwas so Großartiges nie das Licht der Welt erblickt. [...] Das macht diesen Moment einfach so viel schöner, wunderbarer und aufregender.
Will Forte hat Lana Condor gespoilert
Die 29-jährige Schauspielerin erfuhr tatsächlich durch Forte von den guten Neuigkeiten – das aber auch eher ungeplant. Der 56-jährige Komiker hatte nämlich nicht auf dem Schirm, dass sein Co-Star noch nichts davon wusste und verdarb gleich einmal die Überraschung:
Ich war gerade in Japan, als Will mich anrief. Ich hatte erst kurz zuvor – so ein oder zwei Tage – erfahren, dass die Test-Screenings so gut liefen. Dann rief Will mich an, weil er dachte, ich wüsste es bereits, was aber nicht der Fall war. Und Will fühlte sich so schlecht dabei. Er meinte: »Oh mein Gott, ich kann nicht glauben, dass ich es dir erzählt habe.« Und ich sagte: »Kein Problem. Wie bitte?«
Auf Rotten Tomatoes sind die Kritiker-Reviews von Coyote vs. Acme aktuell tatsächlich zu unglaublichen 96 Prozent positiv. Fans kommen ebenfalls auf stolze 95 Prozent. In der Datenbank IMDb landet das Abenteuer bei 7,6 von 10 Sternen.
Wie der Film in Deutschland ankommt, wird sich dann ab dem 17. September 2026 zeigen. Dann verklagt der berühmte Looney-Tunes-Charakter Wile E. Coyote die Acme Corporation, weil ihre fehlerhaften Produkte ihm seit Jahren einen Strich durch die Rechnung machen. Eigentlich will er doch einfach nur endlich den Roadrunner fangen! Aber ohne funktionierende Gadgets ist das kaum möglich.
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