Vor 15 Jahren eroberten der Drache Ohnezahn und sein bester Freund Hicks im Animationsfilm »Drachenzähmen leicht gemacht« Fan-Herzen im Sturm. Auf Rotten Tomatoes bekommen die beiden einen nahezu perfekten Kritiker-Score von 99 Prozent, während die Zuschauer-Bewertungen mit 91 Prozent nicht weniger begeistert ausfallen.
Am 12. Juni 2025 kehren die beiden Helden in einer Live-Action-Adaption auf die große Leinwand zurück und wollen uns erneut daran erinnern, dass Freundschaft Berge versetzen kann - oder eher gesagt: Wikinger.
Bei einer nahezu perfekten Vorlage, frage ich mich aber doch: Braucht es denn wirklich eine Neuverfilmung? Die Antwort ist ein bisschen kompliziert.
Worum geht’s in Drachenzähmen leicht gemacht?
Kurz die Zusammenfassung: Der junge Hicks (Mason Thames) ist in seinem Dorf ein Außenseiter, denn anders als die anderen Wikinger hat er noch nie einen Drachen erlegt. Das steht für einen mutigen und starken Nordmann nämlich eigentlich an der Tagesordnung.
Als Hicks Bekanntschaft mit einem legendären Nachtschatten-Drachen macht, wird seine gesamte Welt auf den Kopf gestellt und er beginnt, sein Wikinger-Dasein zu hinterfragen.
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Drachenzähmen leicht gemacht: Live-Action-Trailer zeigt den Beginn einer sonderbaren Freundschaft
Für wen ist Drachenzähmen leicht gemacht interessant?
»Drachenzähmen leicht gemacht« eignet sich für Jung wie Alt - und das ist kein Werbespruch. Viele Fans, die Hicks und Ohnezahn 2010 auf ihrem ersten Abenteuer begleitet haben, sind mittlerweile selbst erwachsen. Vielleicht schauen sie sich den Film bereits mit ihrem eigenen Nachwuchs an.
Die Freundschaft zwischen Ohnezahn und Hicks ist das, was mich am Film am meisten mitreißt. Wie die beiden langsam Vertrauen aufbauen und ihre Vorurteile überwinden, ist einfach herzerwärmend. Sobald sie dann das erste Mal gemeinsam zum gefühlvollen Soundtrack von John Powell durch die Lüfte fliegen, grinst der ganze Kinosaal.
Schon der Animationsfilm hat es damals erstklassig hinbekommen, mit wenigen, aber dafür starken Strichen eine Welt zu erschaffen, in die wir uns alle hineinversetzen können. Hicks Dorf Berk ist voller Wikinger, die sich durch ihre Körperkraft und ihre Größe definieren. Klassische Machos, wie die meisten von uns es eben nicht sind. Doch ausgerechnet Hauptfigur Hicks ist ein Hemdchen unter Hünen, das war damals schon ein toller Kontrast zu klassischen Fantasy-Epen der Marke Conan der Barbar.
Er ist kein großer Held oder ein Anführer wie sein Vater, sondern einfach nur Hicks. Hier kann die Live-Action-Adaption mit echten Darstellern noch mehr punkten. Die zusätzliche Mimik und die schauspielerischen Leistungen schaffen es, dass ich mich den Figuren dabei noch näher fühle.
Wer in der Neuverfilmung etwas Neues oder eine frische Interpretation erwartet, wird jedoch bereits in den ersten Minuten eines Besseren belehrt. Denn die Handlung, Szenenabfolge, Gespräche, Kameraeinstellungen und ja, sogar die Witze sind eins zu eins aus dem Original übernommen. Wenn ihr schon damals die Dialoge mitgesprochen habt, dann könnt ihr hier auch wieder leise mit murmeln.
Dean DeBlois setzt als Regisseur und Drehbuchautor sein ursprüngliches Konzept erneut um, verpasst aber die Chance, sein eigenes Werk zu hinterfragen oder einzelne Aspekte noch zu vertiefen. So komme ich nicht umhin, zwischendurch zu denken: »So ein bisschen was Neues wäre doch schön gewesen.« Und wenn es nur ein paar Überraschungsmomente sind.
Stärken und Schwächen von Drachenzähmen leicht gemacht
Was mir an Drachenzähmen leicht gemacht gefallen hat
- Mehr Tiefe: Im Gegensatz zum Original geben kurze, zusätzliche Dialogzeilen einzelne Figuren am Rande etwas mehr Persönlichkeit. Demnach werden etwa die Motive von Astrid und Hicks Konkurrent Rotzbacke deutlicher. Ich weiß, was sie antreibt und warum letzterer eigentlich so verzweifelt versucht, cool zu sein.
- Mehr Emotionalität: Echte Darsteller und lebendige Landschaften ziehen mich noch tiefer in die Geschichte der Feindschaft zwischen Wikingern und Drachen hinein. Ich leide noch mehr als im Animationsfilm und rutsche beim großen Finale nervös in meinem Kinosessel herum.
- Das CGI: Die Drachen sind so gut gemacht, dass ich am liebsten meine Popcorn-Finger nach ihnen ausgestreckt hätte. Dabei werden die schuppigen Kreaturen genauso dargestellt, wie es das Original vorgemacht hat. Mit dem kleinen Unterschied, dass Details wie leuchtende Augen oder Schuppen sie noch viel lebendiger machen.
Was mir an Drachenzähmen leicht gemacht nicht gefallen hat
- Hollywoodsche Logiklücken: Viele Filme haben sie, aber bei einigen fallen sie einfach mehr auf. Zum Beispiel, wenn die Freundschaft zwischen Hicks und Ohnezahn sich über die Handlung hinweg langsam entwickelt, dieser Aspekt im Finale dann aber plötzlich irrelevant wird. Ich kann natürlich an dieser Stelle nichts Genaues verraten, ihr werdet wissen, was ich meine.
- Nichts Neues: Die Live-Action-Adaption ist zwar fast eine halbe Stunde länger als das Original, dennoch wird die gewonnene Zeit nicht dafür genutzt, neue Momente zu schaffen. Eher werden bereits bekannte Szenen lediglich durch einzelne Dialogzeilen noch verlängert. 2010 wurde kritisiert, dass die Zähmung von Ohnezahn viel zu schnell und unkompliziert dargestellt wird. Mit ein paar zusätzlichen Szenen hätte man zum Beispiel dieser erneuten Kritik entgegenwirken können.
Übrigens: Drachenzähmen leicht gemacht 2 wird ebenfalls als Live-Action-Adaption erscheinen. Die Fortsetzung soll am 10. Juni 2027 in den deutschen Kinos landen. Dort gleitet Hicks mit Ohnezahn erneut durch die Lüfte und macht dabei eine Entdeckung, die sein ganzes Leben (mal wieder) auf den Kopf stellt. Außerdem enthüllt er das Geheimnis des mysteriösen Drachenreiters.
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