Drei Kameras, die jedes Handy in den Schatten stellen und trotzdem in eure Hosentasche passen [Best of GameStar]

Wenn ihr 2026 in die Fotografie mit einer dedizierten Kamera einsteigen wollt, dann könnte sich der Kauf einer »Premium-Kompaktkamera« lohnen. Wir haben drei hosentaschentaugliche Empfehlungen für euch.

Wenn ihr 2025 mit einer dedizierten Kamera fotografieren wollt, dann könnte sich der Griff zu einer Kompaktkamera lohnen. (Bildquelle: Apple, Canon) Wenn ihr 2025 mit einer dedizierten Kamera fotografieren wollt, dann könnte sich der Griff zu einer Kompaktkamera lohnen. (Bildquelle: Apple, Canon)

Wenn ihr gerne mit dem Handy fotografiert und euch die bestmögliche Qualität und Flexibilität wichtig ist, dann bleibt oft nur die Wahl zu einem teuren Gerät der High-End-Klasse. 

Stattdessen könntet ihr 2026 den nächsten logischen Schritt gehen und das Geld in eine dedizierte Kamera stecken. Dabei scheint der Griff zu einer Systemkamera mit Wechselobjektiven sinnvoll. 

Bedenkt, dass es sich bei diesem Artikel um Empfehlungen aus dem Jahr 2025 handelt. Durch die geringe Verfügbarkeit der G7X M3 gehen die Preise gerade durch die Decke und dort ist Vorsicht geraten. Schaut also, ob ihr die Kameras aus diesem Artikel eher gebraucht und dann zu einem guten Preis bekommt.

Es gibt jedoch eine weitere Option, mit der ihr nicht nur Geld sparen könnt, sondern auch Platz. Wir zeigen euch hier drei Kompaktkameras mit fest verbauten Objektiven, die in die meisten Hosen- oder Jackentaschen passen und die jedes Handy in puncto Bildqualität und Fotografie-Features in den Schatten stellen.

Ricoh GR III: Die Bildqualität einer DSLR in der Hosentasche

Die Ricoh GR III ist sogar kleiner als viele Smartphones. (Bild: Patrick Schneider, GameStar Tech) Die Ricoh GR III ist sogar kleiner als viele Smartphones. (Bild: Patrick Schneider, GameStar Tech)

In der Ricoh GR III steckt ein sogenannter APS-C-Bildsensor. Solche kommen auch bei Systemkameras von Canon, Fujifilm oder Nikon zum Einsatz. Die reine Bildqualität ist also auf sehr hohem Niveau. 

Update Februar 2026: Während die GR III jahrelang den Markt dominierte, ist nun die Ricoh GR IV offiziell erschienen. Ganz neu im Sortiment ist zudem die GR IV Monochrome (Release Februar 2026), die speziell für die Schwarz-Weiß-Fotografie optimiert wurde.

Wieso sorgt ein großer Bildsensor für bessere Fotos? 

  • Ein größerer Bildsensor kann mehr Licht einfangen, was zu klareren und detailreicheren Bildern führt, insbesondere bei schwachem Licht. 
  • Er ermöglicht eine geringere Tiefenschärfe, was das Motiv besser hervorhebt und den Hintergrund verschwommen darstellt. 
  • Zudem reduziert er das Bildrauschen und verbessert die Farbwiedergabe, was insgesamt zu einer höheren Bildqualität führt.

Und obwohl die Ricoh GR einen so großen Bildsensor besitzt, ist die Kamera äußerst kompakt und klein. Das wird durch ein einfahrbares Objektiv ermöglicht. Dieses ist außerdem eine Festbrennweite – also hat die Kamera keinen optischen Zoom. 

Stattdessen könnt ihr aus zwei Versionen mit verschiedenen Brennweiten wählen:

  • Ricoh GR III: 28 mm (entspricht grob der Hauptkamera bei Smartphones)
  • Ricoh GR IIIx: 40 mm (entspricht grob der 2x-Einstellung bei Smartphones)

Zusätzlich existiert von der Ricoh GR III noch eine »HDF«-Version (Highlight Diffusion Filter). Bei dieser kann ein optischer Filter hinzugeschaltet werden, der Lichter in eurem Foto weicher erscheinen lässt. Diese Filter-Technologie wurde auch in die neue GR IV-Generation übernommen.

Kameras, die ein fest verbautes Objektiv besitzen, sind zwar weniger flexibel, aber dafür können die Objektive perfekt an den Bildsensor angepasst werden. Die Bildqualität stellt deswegen nicht nur Smartphones, sondern auch viele Systemkameras mit 28mm-Objektiven in den Schatten. 

Eine weitere Besonderheit der Ricoh GR-Serie ist die Bedienbarkeit mit einer Hand. Alle Tasten und Räder sind mit der rechten Hand erreichbar. Die Ricoh GR III verfügt zudem über 12 verschiedene Farbprofile, die den Look von analogem Film simulieren. 

Wenn ihr mehr über die Ricoh GR III erfahren wollt, dann schaut in den Erfahrungsbericht von Patrick rein:

Ricoh GR III: Mögliche Nachteile und Einschränkungen: 

  • Die Festbrennweite könnte für viele zu einschränkend sein
  • Kein eingebauter Sucher
  • Kein eingebauter Blitz
  • Anhaltende Lieferengpässe sorgen 2026 oft für lange Wartezeiten oder überhöhte Preise auf dem Gebrauchtmarkt.

Canon G7X Mark III: Flexibler Alleskönner

Die Canon G7X Mark III ist auch bei Vloggern und anderen Content-Creator sehr beliebt. (Bildquelle: Canon) Die Canon G7X Mark III ist auch bei Vloggern und anderen Content-Creator sehr beliebt. (Bildquelle: Canon)

Die Canon G7X Mark III hat einen sogenannten 1-Zoll-Typ-Sensor mit 20 Megapixeln verbaut. Solch eine Sensorgröße kommt tatsächlich schon bei einigen Smartphones zum Einsatz, wie zum Beispiel dem Vivo X100 Ultra oder dem Xiaomi 14 Ultra. 

Die Bildqualität dieser kleinen Kompaktkamera ist also vergleichbar mit besonders teuren Kamera-Flaggschiff-Handys – eher sogar besser. Dafür kostet euch die Canon G7X Mark III nur etwa die Hälfte. 

Außerdem ist die Kamera mit einem lichtstarken (F/1.8 bis F/2.8) Zoomobjektiv ausgestattet. Das deckt einen Bereich von 24 bis 100 mm (4.2x-Zoom). 

Stand 2026: Obwohl Fans seit Jahren auf eine Mark IV warten, bleibt die G7X Mark III Canons wichtigstes Pferd im Stall. Zum 30-jährigen Jubiläum der PowerShot-Serie (April 2026) hat Canon sogar eine limitierte Sonderedition in Graphit-Optik angekündigt.

Eine Besonderheit ist der klickende Kontroll-Ring um das Objektiv. Ihr könnt darüber zoomen, manuell fokussieren oder sogar zwischen den beliebten Brennweiten 24, 28, 35, 85 und 100 mm wechseln - als hättet ihr fünf Festbrennweiten in einem. Ferner gibt es viele Funktionen und Features, die man auch von teuren Systemkameras kennt.

Für Videografen gibt es nützliche Features, wie zum Beispiel einen 3,5mm-Mikrofon-Anschluss, ein um 180-Grad schwenkbares Display oder Slow-Motion-Framerates. 

Canon G7X Mark III: Mögliche Nachteile und Einschränkungen:

  • Kein eingebauter Sucher
  • Kurze Akkulaufzeit (etwa 235 Fotos)

Sony RX100 VII: Klein und rasant

Trotz der Größe besitzt die Sony RX 100 VII einen ausfahrbaren elektronischen Sucher. (Bildquelle: Sony) Trotz der Größe besitzt die Sony RX 100 VII einen ausfahrbaren elektronischen Sucher. (Bildquelle: Sony)

Die Sony RX 100 VII sieht aus wie eine gewöhnliche Kompaktkamera der 2010er-Jahre. Lasst euch jedoch nicht täuschen.

Hier steckt auch ein 1-Zoll-Typ-Sensor mit 20 Megapixeln. 

Im Gegensatz zur Canon G7X Mark III besitzt die Sony RX 100 VII ein Objektiv mit deutlich mehr Reichweite: 24 bis 200 mm – also ein 8x-Zoom. Das kommt allerdings nicht ohne Kompromiss. Die Lichtstärke von F/2.8 bis F/4.5 ist schlechter als bei der Canon-Kompaktkamera. 

Update: Da Sony den Fokus 2025/2026 stark auf die Vlogging-Serie ZV gelegt hat, bleibt die RX100 VII weiterhin das aktuelle High-End-Modell für Reisende. Ihr Preis ist 2026 mit über 1.000 Euro jedoch so hoch wie nie zuvor.

Gerade bei schlechten Lichtverhältnissen stößt die Sony RX100 VII etwas schneller an ihre Grenzen als die Canon G7X Mark III. Außerdem habt ihr etwas weniger Spielraum, um Motive mit verschwommenem Hintergrund – geringer Tiefenschärfe – zu fotografieren. Das heißt aber nicht, dass das nicht möglich sei.

Dafür kann die kleine Kamera mit exzellenter Bildqualität und rasantem Autofokus punkten. Und obwohl die Sony RX 100 VII die kleinste der hier vorgestellten Kameras ist, besitzt sie einen eingebauten elektronischen Sucher, der sich ausfahren lässt. 

Damit eignet sie sich vor allem ausgezeichnet für Reisen. Die große Reichweite und die schnelle Performance sorgen dafür, dass ihr die wichtigsten Momente nicht verpasst. 

Mögliche Nachteile und Einschränkungen: 

  • Das Objektiv schränkt die Nutzung bei schlechten Lichtverhältnissen etwas ein
  • Sehr kleine Tasten und Bedienelemente
  • Hoher Preis für eine Kamera mit 1-Zoll-Typ-Sensor

Zwei Dinge, die ihr bei diesen drei Kameras beachten solltet

Staub kann ein Problem sein: Bei Kameras mit fest verbauten Objektiven, wie diesen hier, sollte man meinen, dass Staub auf dem Bildsensor eigentlich selten ein Problem darstellt. Leider ist genau das Gegenteil der Fall.

Ja, Staub kommt nicht so leicht ins Innere der Kamera, aber sollte er es doch schaffen, ist eine Reinigung nicht ohne umständliches Auseinanderbauen möglich. Das Einfahren vom Objektiv kann außerdem Staub mit einsaugen.

Obwohl diese Kameras auch in Hosentaschen passen, solltet ihr vorher sicherstellen, dass diese nicht zu fusselig sind. Staub auf dem Sensor macht sich auf Fotos mit kleinen Blenden als dunkle Flecken bemerkbar. 

Und noch eine Sache zur Verfügbarkeit: Premium-Kompaktkameras sind gerade sehr beliebt und ziemlich oft ausverkauft. Wir empfehlen euch, den Markt für gebrauchte Kameras im Blick zu behalten. So könnt ihr auch etwas Geld sparen.

Ricoh GR III
Ricoh GR III
Dank eines großen APS-C-Sensors schießt die Ricoh GR III Fotos in Systemkamera-Qualität. Ihr müsst allerdings mit nur einer Brennweite zurechtkommen.
Canon G7X Mark III
Canon G7X Mark III
Der große 1-Zoll-Typ-Sensor in Kombination mit einem lichtstarken Zoom-Objektiv, sorgt dafür, dass ihr für jede Situation gewappnet seid.
Sony RX100 VII
Sony RX100 VII
Einer der besten Kompaktkameras auf dem Markt, mit rasantem Autofokus und eingebauten elektronischen Sucher. Dank eines 8x-Zooms entgeht euch auf Reisen kein Moment.

Warum keine Systemkamera – und warum doch?

Systemkameras bieten euch zwar eine höhere Flexibilität, aufgrund der wechselbaren Objektive, und eine noch bessere Bildqualität, aber sie sind meistens größer und erfordern eine eigene Tasche oder einen Schultergurt. Diese Kompaktkameras eignen sich aufgrund ihrer Größe hervorragend als sogenannte »Immer-Dabei-Kamera«. 

Systemkameras bieten euch noch viel mehr Möglichkeiten, sind aber meistens größer. Die beste Kamera nützt euch nichts, wenn ihr sie nicht dabei habt. (Bildquelle: Canon) Systemkameras bieten euch noch viel mehr Möglichkeiten, sind aber meistens größer. Die beste Kamera nützt euch nichts, wenn ihr sie nicht dabei habt. (Bildquelle: Canon)

Wenn euch die Größe der Kamera nicht sonderlich wichtig ist, dann macht ihr mit dem Griff zu einer Systemkamera nichts falsch. Das fest verbaute Objektiv einer Kompaktkamera kann einschränken und macht das Experimentieren mit anderen Optiken unmöglich. Weiterhin ergibt eine Systemkamera viel Sinn, wenn ihr die Fotos beruflich benötigt. 

Warum kein High-End-Smartphone? – und warum doch?

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Ein High-End-Smartphone eignet sich trotz unserer Empfehlungen sogar noch besser als »Immer-Dabei-Kamera«, weil – nun, weil ihr das Handy ohnehin meistens dabeihabt. Kaum ein anderes Gerät eignet sich besser für alltägliche Schnappschüsse.

Die Bildqualität von Geräten, wie dem Sony Xperia 1 VI, Samsung Galaxy S24 Ultra oder dem iPhone 16 Pro Max kommt schon sehr nah an die von Premium-Kompaktkameras heran. Ferner bietet euch ein Smartphone mehr als nur die Kamera. 

Wenn ihr jedoch mehr Kontrolle über eure Fotos haben wollt, die Bildqualität nicht ausreicht, ihr eine verbesserte Haptik wünscht oder einfach »bewusst fotografieren« wollt, dann lohnt sich der Griff zu einer »richtigen Kamera«. 

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