»Tut das nicht«: Der Dungeons-&-Dragons-Kampagnen-Entwickler und Forgotten-Realms-Erfinder Ed Greenwood redete in einem Interview mit Polygon über die Arbeit an seiner eigenen Fantasy-Welt. Dabei kam er auch auf zukünftige Designerinnen und Designer zu sprechen, die sich seiner Meinung nach definitiv kein Beispiel an ihm nehmen sollten.
Unendlichkeit sorgt für Probleme
Was ist Forgotten Realms? Ed Greenwood entwickelte die Welt von Forgotten Realms bereits 1967 im Alter von acht Jahren. Damals war es noch der Schauplatz von Geschichten, die er sich für sich selbst ausdachte. Ende der 70er-Jahre verwendete er seine Welt für eigene DnD-Kampagnen, die er im Dragon Magazin veröffentlichte. TSR, der ursprüngliche DnD-Verlag, übernahm die Welt schließlich offiziell für die zweite Edition von Dungeons & Dragons.
Forgotten Realms, auch bekannt als Vergessene Reiche, ist heute eine der detailliertesten und und am besten ausgearbeiteten Welten in DnD und mischt das historische Mittelalter mit Magie und Fantasy. Inzwischen arbeitet Greenwood an RealmsBound. Ein Projekt, bei dem jedes Jahr vier Quellenbücher zu den Forgotten Realms veröffentlicht werden sollen, die sich auf unterschiedliche Bereiche der Welt fokussieren.
1:25
Warlock: Das große neue Dungeons&Dragons-Spiel kündigt sich unter Metal-Begleitung von Tool für 2027 an
Macht das nicht
Im Interview mit Polygon kam Greenwood auf die Entwicklung eigener Welten für Tabletops zu sprechen. Dabei gibt er allen zukünftigen Kreativen einen wichtigen Rat mit:
Ich hatte vor, dass die Realms mein ganzes Leben lang bestehen. Ich wollte Romane, Kurzgeschichten, Lieder und so weiter darin schreiben. Es war zuerst eine Geschichtenwelt, und ich wollte, dass sie riesig ist, eine echte Welt mit all diesen Details. Aber ich bin verrückt. Macht das nicht. Wenn ihr darüber nachdenkt, das Ganze als Veröffentlichungsprojekt anzugehen, dann tut nicht, was ich getan habe. Es ist zu detailliert. Es ist zu ausufernd. Es hat zu lange gedauert. Und es braucht zu viele Menschen, um es am Laufen zu halten.
0:30
Dungeons & Dragons: Zeigt in 30 Sekunden, wie die Filmumsetzung vom Tabletop funktioniert
Stattdessen ruft Greenwood zu mehr Zurückhaltung auf. Neue Erstellerinnen und Ersteller sollten sich am besten noch vor dem Start genauestens Gedanken darüber machen, wofür sie die Welt erstellen und den Umfang daran anpassen.
Entscheide ganz am Anfang, wofür du diese Welt entwirfst, und designe sie entsprechend. Verbringe deine Designzeit mit dem Abenteuer, das deine Spieler fesseln wird. Willst du sie nur einmal für eine einzelne Kampagne verwenden? Willst du eigene Geschichten schreiben, die in dieser Welt spielen? (...) Brettspiele, die große Schlachten oder Wirtschaftssysteme abbilden? Die Antworten auf solche Fragen bestimmen, worin du deine Designzeit investierst.
Als Beispiel greift er eine Geschichte auf, die ausschließlich in einer Stadt spielt. Wenn die Charaktere sie nie verlassen, sei es sinnlos, die Außenwelt zu entwickeln. Lediglich sollte auf realistische Verbindungen nach draußen geachtet werden. Gibt es etwa Handelswaren, dann müsse geklärt werden, woher diese stammen. Den genauen Standort und die dazugehörigen Prozesse seien jedoch nicht von Bedeutung.
Außerdem sollte sich bei eigenen Spielwelten immer die Option offen halten, sie zukünftig noch zu erweitern.
Greenwood rät weiter, dass nicht in den sogenannten Kaninchenbau getappt werden sollte - auch nicht bei gigantischen Welten. Viele Personen würden dazu neigen, präzise Karten und ausgearbeitete Stammbäume mit den dazugehörigen Triumphen und Tragödien zu entwerfen, doch das sei unnötig. Das verleihe der Welt zwar mehr Tiefe, jedoch sei es für die einzelne, unmittelbare Geschichte in aller Regel uninteressant.
Solche Dinge könnten stattdessen auch noch Jahrzehnte später ergänzt werden. Am besten sei es, wenn die Welt als Reaktion auf die Geschichten wächst, die darin erzählt werden.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.