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Seite 2: Dungeons im Test - Im Kerker der Qualen

Was mache ich falsch?

In den häufigen Stress-Situationen wären schnelle Lösungen gefragt, aber genau dafür ist das Spiel nicht gemacht. Fast alles in Dungeons geschieht indirekt und mit Verzögerung. Gänge zu Zielorten müssen gegraben werden, was viele Minuten lang dauern kann, platzierte Gegenstände müssen erst von Goblins aktiviert werden. Für viele Aufgaben braucht man den Dungeon Lord, die steuerbare Hauptfigur, der die meiste Zeit durch verschachtelte Trassen zu Brennpunkten rennt. Das alles dauert, und so wird motivierendes Handeln ersetzt durch fingertrommelndes Warten. Das Ergebnis ist eine frustrierende Diskrepanz zwischen dem, was das Spiel verlangt, und den Mitteln, die es einem dafür zur Verfügung stellt.

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Es sind die vielen Limitierungen, die fehlenden Eingriffsmöglichkeiten, die an der Geduld eines Dungeon-Herrschers nagen. Auch indirekte Spiele sollten das Gefühl vermitteln, die Situation beherrschen zu können. In Dungeons fällt die Problemanalyse schwer; selten ist klar, warum Helden unzufrieden werden, es fehlt Feedback, was man hätte besser machen können. Wenn man sich nach einem frischen Geldsegen zehn Sekunden Zeit zum Nachdenken darüber lässt, was man als nächstes bauen könnte, steht das Konto wieder auf Null, weil die Goblins in der Zwischenzeit Schatztruhen damit befüllt haben.

Mit dem Dungeon Lord bestreitet man auch Bosskämpfe. Mit dem Dungeon Lord bestreitet man auch Bosskämpfe.

Man möchte ihnen das verbieten, man möchte ihnen Prioritäten vorgeben zwischen Graben, Sammeln, Bauen und Instanthalten. Man bräuchte Türen, um die Sichtlinie der Helden zu begrenzen, man wünscht sich Schatzkammern, damit die Goblins nicht elend lang zum Dungeon-Herz rennen müssen oder zum Dungeon Lord, der gerade in einer Kartenecke Feinde bekämpft. Der dunkle Herrscher ist gleichzeitig zu wichtig und zu schwach, denn die Helden werden im Lauf eines Levels stetig besser, der Lord zieht aber nicht ausreichend mit. Er sammelt zwar zwischen den Einsätzen durch Erfolge und erfüllte Nebenaufgaben Rollenspiel-Punkte für neue Talente, Zauber und bessere Kampfwerte, aber das führt in eine bizarre Abwärtsspirale: Wer schlecht spielt, kriegt weniger Boni und hat es damit in der Folge noch schwerer.

Die Liste der Probleme ließe sich lange fortsetzen. Trotz guter Ansätze, trotz seiner ansehnlichen Technik, dem amüsanten Humor und der löblichen Bemühung um Abwechslung bleibt Dungeons ein unausgegorenes Werk. Wenn das Vorbild Dungeon Keeper der gehörnte Dämon der Unterwelt ist, dann ist Dungeons ein schlurfender Zombie in dessen Gefolge.

Bugs & Kopierschutz

Bugs: Unsere Testversion stürzte auf mehreren Rechnern immer mal wieder ab. Kurios: Einmal fror der Spielablauf unrettbar ein, wir konnten aber noch über die Karte scrollen. Gelegentlich gleiten Helden und Leichen durch die Gänge, Lebensbalken werden zum Teil falsch angezeigt. Einen schweren Fehler, bei dem geschaffte Missionen die Kampagne nicht weiterführen, will Realmforge in der Verkaufsversion bereits behoben haben. Insgesamt ziehen wir wegen Bugs einen Punkt in der Atmosphäre-Wertung ab.

Kopierschutz: Korrektur: Ursprünglich hatten wir geschrieben, man müsse sich nach der Installation bei Kalypso online registrieren und das Spiel mit Ihrem Codeschlüssel freischalten. Das ist jedoch nur optional. Dungeons lässt sich auch ohne Kontobindung und Internetanschluss starten.

Deutsch oder Englisch? Dungeons läuft automatisch in der Sprache Ihres Windows. Wenn Sie ein englisches Windows einsetzen, finden Sie auch im Spiel englische Texte und Sprecher.

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