Sprachlern-Apps wie Duolingo oder Babbel sind längst kein Geheimtipp mehr. Weltweit gibt es über 97 Millionen aktive Nutzer im Monat.
Während manche Personen die Anwendungen nutzen, um ihre Englischkenntnisse aufzufrischen, wagen sich viele an neue Sprachen heran. Englisch, Spanisch und Französisch gehören zu den beliebtesten Fremdsprachen der Deutschen.
Ich habe Russisch während meiner Schulzeit gelernt und wollte mein A2-Level ausbauen. Deshalb verwendete ich mehrere Jahre lang Duolingo. Doch bereits nach den ersten Kursen und zahlreichen Vokabeln fiel mir ein Problem auf, das mich seither begleitet.
Die Sprachlern-App überzeugt mit umfangreicher Gamification und sozialen Features wie Freunde-Challenges definitiv durch Suchtfaktor. Allerdings ist sie wegen fehlender Grammatikerklärungen und sehr geringem Kontext aus meiner Sicht nichts weiter als eine Vokabel-App.
Da ich das Grundprinzip der russischen Grammatik kenne, war das für mich gerade zu Beginn ein eher kleines Problem. Vor einem Jahr wechselte ich jedoch zu Babbel und möchte nicht zurück – auch wenn das heißt, auf die spielerischen Elemente von Duolingo zu verzichten.
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Duolingos bester Aprilscherz erinnert euch passiv-aggressiv an eure Lektion
Duolingo versus Babbel: Wo liegen eigentlich die Unterschiede?
Wie bei den meisten anderen Apps gilt: Nicht jede Sprachlern-App bietet dieselben Features. Das liegt vor allem daran, dass Anwendungen wie Duolingo oder Babbel auf völlig andere Zielgruppen und Ansätze setzen.
Die Sprachlern-App mit der Eule eignet sich beispielsweise mit vielen sozialen Features und kurzen Lern-Sessions eher für den Alltag. Babbel hingegen fokussiert sich auf tiefe und lange Lerneinheiten.
Die spielerische Umsetzung ist für mich der größte Reiz bei Duolingo
Bei Duolingo startet ihr mit einer kostenlosen Registrierung per E-Mail, Google- oder Apple-Konto und könnt dann direkt eure Wunschsprache auswählen. Für eine Einschätzung eures Vorwissens werdet ihr kurz gefragt, ob ihr bereits Vorkenntnisse habt, und passt den Schwierigkeitsgrad entsprechend an.
Die Oberfläche der App änderte sich über die Jahre hinweg immer wieder und gleicht mittlerweile einem Lernpfad. Jedes Kapitel ist in Themen aufgeteilt, darunter Kategorien wie Essen, Familie, Reisen und mehr.
Das Herzstück von Duolingo ist das umfangreiche Gamification-System mit Streaks, Erfahrungspunkten, Quests und vielen sozialen Features in der gesamten App.
Uneingeschränkt lernen benötigt ihr jedoch die Premium-Version Super Duolingo
. Sonst stehen euch beispielsweise nur begrenzte Fehler pro Tag zu, bevor ihr eure Lern-Session vorzeitig beenden müsst. Auch zusätzliche Trainingseinheiten – etwa mit Hörtraining – sind bei Duolingo hinter Super Duolingo versteckt.
Bei Duolingo fängt das Abo-Modell bei 8,99 Euro im Monat an, wobei ihr mit Jahres- und Familien-Angeboten zusätzlich sparen könnt.
Bereits in den App-Oberflächen von Duolingo und Babbel sind deutliche Unterschiede zu erkennen. (Bildquelle: GameStar Tech / Aaron Hofmann)
Babbel bringt einen ernsteren Ton, dafür aber auch mehr Tiefe
Babbel kommt im Gegensatz zu Duolingo ohne kostenlose Version aus. Nach der Testphase von 14 Tagen müsst ihr euch für ein Abo oder lebenslangen Zugang entscheiden. Hier fängt der Preis bei 17,99 Euro im Monat an – ist damit also deutlich teurer – bietet aber ebenfalls ein Jahres- und Halbjahresmodell an, mit dem ihr die Gebühr auf 8,99 Euro runterbringen könnt.
Um euer Vorwissen zu einer Sprache zu testen, startet die App mit einem kurzen Einstufungstest, der schließlich für die Auswahl passender Kurse verwendet wird. Hier findet ihr auch keinen bunten Lernpfad, sondern ein klar strukturiertes Lektionensystem, das sich ebenfalls auf Lernthemen konzentriert.
Diese sind jedoch deutlich aktiver als bei Duolingo und behandeln etwa kleine Einkäufe oder wie man im Restaurant bestellt. Dabei werden Vokabeltraining mit Dialogsimulationen, Hörverstehen und Sprachübungen kombiniert, um reale Gesprächssituationen nachzubilden.
Gamification ist hier weniger zu finden. Die App setzt stark auf Wiederholungen, um euer Wissen im Langzeitgedächtnis zu verankern.
Zusammengefasst ergibt sich somit folgende Übersicht:
| Duolingo | Babbel | |
|---|---|---|
| Kostenlose Version | Ja (Basisversion verfügbar) | Nein (nur Testphase) |
| Abo-Modell (Stand: Juli 2026) | Super Duolingo-Abo (8,99 Euro im Monat, 89,88 Euro im Jahr, 122,99 Euro im Jahr für Familien) | Abo (17,99 Euro pro Monat, 13,99 Euro pro Monat im Halbjahr, 8,99 Euro im Monat für Jahresabo) oder Lebenslang für rund 300 Euro |
| Verfügbare Sprachen | 42 Sprachen (14 Hauptsprachen) | 14 Sprachen |
| Grammatik und Erklärungen | Auf Übungen begrenzt, explizite Regelbeschreibungen nur sporadisch in Hilfetexten | Klar strukturiert mit ausführlichen Erklärungen, Beispielsätzen und interaktiven Übungen |
| Lernmethoden | Stark gamifiziert, Lernpfad-System, adaptive Wiederholungen | Didaktische Lektionen mit Wiederholungen und Dialog-Simulationen |
| Besonderheiten | Freunde-Challenges, Streaks, soziale Features | Fortschrittskontrollen mit Auszeichnungen, Fokus auf aktives Sprechen |
| Geeignet für | Spielerisches Lernen, Vokabeln, Übungen im Alltag | Systematisches Lernen, Alltags-Kommunikation, ernsthafte Lerner |
Erklärungen, Grammatik und präziseres Training: Babbel macht vieles besser und ist damit mein Sieger
Um nicht nur Apps zu nutzen, probierte ich in der Vergangenheit bereits Lernbücher, Audiosprachtrainings und Sprachkurse aus.
Für den Alltag kam für mich jedoch nur eine App in Frage. Da sehe ich Babbel bisher als die, vielleicht nicht beste, aber umfangreichste Lern-App. Das liegt daran, dass ich in der Anwendung Grammatik, Vokabeln und Aussprache erklärt bekomme und zusätzliche Lese- und Höraufgaben absolvieren kann.
Letztere gibt es mittlerweile zwar auch bei Duolingo, aber gerade bei dem Thema Grammatik kommt Duolingo deutlich zu kurz. Hier wünsche ich mir – ähnlich wie die Community – schon lange deutlich tiefer gehende Erklärungen, da die App sonst nur ein nützlicher Vokabel-Trainer bleibt.
Insgesamt habe ich bei Babbel jedoch das Gefühl, dass ws mir eine Sprache deutlich ernster beibringen möchte. Den Fokus legt die App auf eine tatsächliche Anwendung für den Alltag.
Im Gegensatz zu Duolingo kostet Babbel zwar Geld, durch die umfangreichen Funktionen bin ich aber gerne bereit, für die App zu zahlen. Im Unterschied zu Duolingo habe ich hier nämlich die Möglichkeit, mir einen lebenslänglichen Zugang mit einer Einmalzahlung zu kaufen.
Für rund 300 Euro ist das Lifetime-Modell bei Babbel alles andere als ein Schnäppchen. Dafür könnt ihr jedoch alle Sprachen in der App lernen – was sich für mich angeboten hat, da ich neben dem Auffrischen meiner Russisch-Kenntnisse aktuell auch dabei bin, Spanisch zu lernen.
Link zum Reddit-Inhalt
Ob sich das für euch lohnt, hängt von euren Zielen mit der App ab und davon, wie schnell ihr eine Sprache lernt. Reicht euch etwa ein Jahr aus, um euer gewünschtes Sprachniveau zu erreichen, seid ihr mit dem monatlichen Abo günstiger dran.
Zumal es für den Zugang regelmäßig Rabattaktionen gibt, bei denen ihr deutlich sparen könnt. So habt ihr die Premium-Funktionen in der Vergangenheit teilweise bis auf 150 Euro reduziert bekommen – was etwa zwei Jahren Super Duolingo entspricht (unter den günstigsten Konditionen).
Ein Duolingo-Feature fehlt mir bei Babbel trotzdem
Egal wie sehr ich die tiefgreifenden Erklärungen bei Babbel schätze und auch eine deutliche Verbesserung meiner Lernerfahrung sehe – die App fängt mich einfach nicht so sehr ein wie Duolingo.
Vielleicht liegt es an der Persönlichkeit, die Duo und seine Freunde mitbringen, sowie an den massenhaften Memes um die grüne Eule, die euch beim Verlust eures Streaks angeblich umbringt oder verschwinden lässt. Oder doch an der verdammt guten Umsetzung der Gamification? Mir fehlt bei Babbel einfach etwas.
- Passend zum Thema:
Auch die Freundeaufgaben und der andauernde Wettkampf im App-Ranking von Duolingo haben mich extrem motiviert, täglich in die Lernanwendung hineinzuschauen. Bei Babbel merke ich, dass ich ohne einen zusätzlichen Lernplan wenig Interesse habe, die App zu öffnen.
Wenn ihr eine Sprache umfangreich lernen wollt, müsst ihr natürlich nicht auf eine der Lern-Apps verzichten. Eine gesunde Mischung aus beiden nutzt oft am meisten: Duolingo für Vokabeln und schnelle Übungen, Babbel für umfangreichen Unterricht. Denn am Ende ist euer Lernerfolg immer noch davon abhängig, wie viel ihr übt.
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