Aldi bietet das Trekking-E-Bike »Prophete Entdecker 2.3« im Rahmen des Räumungsverkaufes aktuell für 999 Euro an – als Herren- als auch Damenvariante. Damit positioniert sich das E-Bike als preiswerte Einstiegslösung, vor allem für Gelegenheitsfahrer.
Angeboten wird das Rad derzeit exklusiv beim Discounter sowie im Onlineshop des Herstellers. Hier kostet es noch 1.350 Euro, also gut 350 Euro mehr. Doch was bekommt ihr für den Preis überhaupt geboten? Ich ordne das Angebot für euch ein und zeige außerdem Alternativen.
Wichtiger Hinweis:
Aldi wird zum 30. September seinen Onlineshop schließen. Der Discounter schreibt auf seiner Webseite, dass kostenlose Retouren sowie die gesetzlichen Widerrufsrechts- und Gewährleistungsansprüche auch über dieses Datum hinaus gelten, ebenso etwaige Ansprüche aus einer Herstellergarantie.
Spezifikationen
Preis: 999 Euro
Rahmenhöhe: 50 cm (Trapez) / 54 cm (Diamant)
Motor: Heckmotor mit 40 Newtonmeter Drehmoment
Maximale Reichweite: bis zu 100 Kilometer
Akku: 360 Wattstunden, vollintegriert
Bremsen: Hydraulische Scheibenbremsen (Shimano MT200)
Schaltung: Shimano Altus 8-Gang-Kettenschaltung
Federgabel: Suntour NEX, einstellbar
Reifengröße: 28 Zoll
Rahmen: Aluminium
Gewicht: 25,3 Kilogramm
Belastbarkeit: maximal 150 Kilogramm
Sonstiges: Inklusive Smart Tag zur Ortung des Rades, Continental Pannenstopp-Bereifung, gefederte Sattelstütze, winkelverstellbarer Vorbau, Rücklicht mit Bremslichtfunktion
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Season: A letter to the future - Meditativer Fahrradausflug im Angesicht der Apokalypse
Ausstattung
Für einen Preis von knapp 1.000 Euro bewegt sich das Prophete Entdecker 2.3 im Einstiegssegment der E-Bikes. Gegenüber höherpreisigen Modellen müsst ihr entsprechende Kompromisse eingehen. Insgesamt ist die Ausstattung solide, kann aber naturgemäß nicht mit Premium-Modellen mithalten.
Motor
- Das E-Bike besitzt einen Heckmotor von Enovation mit 40 Newtonmetern Drehmoment. Das ist für ein E-Bike in dieser Preisklasse akzeptabel und reicht für flache bis leicht hügelige Regionen aus.
- Bei steilen Anstiegen stößt der Motor an seine Grenzen. Mittelmotoren mit 70 Newtonmetern und mehr sind kraftvoller, bieten eine bessere Gewichtsverteilung, kosten aber auch entsprechend mehr.
- Weder bei Aldi noch beim Hersteller gibt es keine Informationen zu einem Drehmomentsensor. Daher ist es wahrscheinlich, dass keiner verbaut ist. Ein solcher Sensor passt die Motorleistung an eure Trittkraft an, wodurch ein natürlicheres Fahrgefühl entsteht. Vermutlich kommt hier nur ein Trittsensor zum Einsatz, der unabhängig von eurer Trittkraft je nach Unterstützungsstufe beschleunigt.
Akku und Reichweite
- Der Akku besitzt eine Kapazität von 360 Wattstunden und ist vollständig in den Rahmen integriert. Zum Diebstahlschutz oder Aufladen lässt er sich entnehmen.
- Die vom Hersteller angegebene maximale Reichweite von 100 Kilometern ist meiner Meinung nach optimistisch kalkuliert. Realistisch sind je nach Fahrweise, Strecke, Fahrergewicht und Unterstützungsstufe wohl eher zwischen 40 und 70 Kilometern.
- Im Vergleich zu aktuellen E-Bikes fällt der Akku klein aus. Moderne Räder setzen oft auf 500-700 Wattstunden. Für Gelegenheitsfahrer oder kürzere Strecken reicht die Kapazität aber aus.
Schaltung und Bremsen
- Das Entdecker 2.3 bietet hydraulische Scheibenbremsen von Shimano, was in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich ist. Nicht selten werden noch klassische Felgenbremsen verbaut.
- Bei den verbauten Bremsen handelt es sich um Shimano MT200, eine günstige Bremse aus dem Einsteigersegment.
- Die verbaute Shimano-Altus 8-Gang-Kettenschaltung stammt ebenfalls aus dem Einsteigerbereich. Gegenüber 10- oder 12-Gang-Schaltungen habt ihr etwas weniger Bandbreite bei Abfahrten und Anstiegen.
- Für flache oder leicht hügelige Regionen sollten Schaltung und Bremse ausreichen.
Sonstige Merkmale
- Das E-Bike besitzt einen winkelverstellbaren Vorbau sowie eine gefederte Sattelstütze. Die ans Fahrergewicht anpassbare Federgabel sorgt für zusätzlichen Komfort auf unebenen Strecken.
- Die Continental Pannenstopp-Bereifung reduziert das Risiko von Reifenpannen.
- Im Lieferumfang liegt ein Smart Tag bei, mit dem sich das E-Bike orten lässt. Die Kompatibilität beschränkt sich allerdings auf iOS-Geräte.
- Die Ausstattung ist StVZO-konform und umfasst Beleuchtung, Schutzbleche, Gepäckträger und Ständer.
Preis-Leistungs-Verhältnis und Alternativen
Für 1.000 Euro bietet das Prophete Entdecker 2.3 ein faires Gesamtpaket – im Hinblick auf den günstigen Preis. Die hydraulischen Scheibenbremsen und der integrierte Akku sind in der Preisklasse nicht selbstverständlich. Der recht schwache Heckmotor und kleinere Akku sind hingegen durchaus üblich.
Solltet ihr nach Alternativen suchen, könnten folgende Modelle interessant sein:
- Das Lidl Crivit Urban X.3 und Y.3 gibt es ab 1.299 Euro. Das E-Bike setzt auf einen minimalistischen, urbanen Look. Es bietet ebenfalls 40 Newtonmeter Drehmoment (mit Drehmomentsensor) und 355 Wattstunden Akkukapazität. Als Single-Speed-Version mit Carbonriemen ist es wartungsarm und eignet sich etwa für die städtische Umgebung. Alternativ gibt es auch eine Variante mit Kettenschaltung.
- Für rund 1.200 Euro bekommt ihr das Prophete Geniesser 3.3 bei Aldi, zudem ich kürzlich einen Artikel verfasst habe. Es bietet einen deutlich stärkeren Mittelmotor mit 70 Newtonmetern und Drehmomentsensor. Damit eignet es sich auch für bergige Regionen. Die übrige Ausstattung liegt in etwa auf dem Niveau des Entdecker 2.3.
Zielgruppe und Empfehlung
Das Prophete Entdecker 2.3 eignet sich für E-Bike-Einsteiger und Gelegenheitsfahrer, die ein günstiges Rad für kürzere Strecken in flachen bis leicht hügeligen Regionen suchen. Die aufrechte Sitzposition und die Vollausstattung ermöglichen ein entspanntes Fahren.
Der Heckmotor mit 40 Newtonmetern reicht für normale Stadtfahrten und Radwege aus. Bei steilen Anstiegen oder mit Gepäck stößt er aber an seine Grenzen. Die 360-Wattstunden-Akkukapazität ist für kürzere Strecken oder Touren ausreichend.
Solltet ihr mit dem Budget von etwa 1.000 Euro ein solides Einstiegs-E-Bike suchen, dann ist das Prophete Entdecker 2.3 eine empfehlenswerte Wahl. Beachtet aber, dass sämtliche Komponenten aus dem günstigen Einstiegsbereich kommen. Wie langlebig sie sind, hängt stark vom Gebrauch ab.
Wer bereit ist, mehr zu investieren, bekommt kraftvollere Mittelmotoren und größere Akkus. Ein besseres E-Bike für unter 1.000 Euro zu finden, ist jedoch schwierig – das Preis-Leistungs-Verhältnis ist fair.


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