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EA Sports FC 26: Der Karrieremodus wird für Hardcore-Fans ein Leckerbissen, doch der große Durchbruch bleibt wieder aus

EA Sports FC 26 verspricht große Fortschritte im Karrieremodus – doch trotz sinnvoller Neuerungen wie Trainerwechsel und Authentic Gameplay bleibt die Hoffnung auf einen echten Umbruch weiter unerfüllt.

Der Karrieremodus in EA Sports FC hatte es in den letzten Jahren nicht leicht. Während Ultimate Team immer die meiste Aufmerksamkeit erhielt, wirkte der klassische Singleplayer-Modus oft wie das ungeliebte Stiefkind – zu wenig Innovation, zu viele Altlasten, zu viele Versprechen, die im hektischen Entwicklungszyklus auf halber Strecke liegenblieben.

Und doch: Die Fanbasis ist da. Laut EA spielen Millionen den Karrieremodus, viele davon jedes Jahr seit über einer Dekade. Mit EA FC 26 will das Team nun zeigen, dass man diese Spieler nicht vergessen hat. Mehr Realismus, mehr Dynamik, mehr Tiefe – und ein neues Live-System, das frischen Wind bringen soll. Doch ist das wirklich der große Umbruch oder wieder nur ein Tropfen auf den heißen Rasen?

Disclaimer

Um uns einen Blick auf die Neuerungen von EA Sports FC 26 zu ermöglichen, hat uns Electronic Arts ins Entwicklerstudio in Vancouver eingeladen. Die Reisekosten wurden dabei vom Publisher übernommen.

Manager Live: Viel Ambition, aber nicht für alle

Die erste große Neuerung nennt sich Manager Live Hub: Mit dem will EA den Karrieremodus aus seiner Statik befreien – weg von der ewig gleichen Vereinslaufbahn, hin zu einem modularen Erlebnis, das sich Woche für Woche verändert.

Live-Challenges sollen dabei sowohl Einsteiger als auch Hardcore-Fans abholen: Klassenerhalt mit Punktabzug, Champions-League-Sieg nur mit deutschen Spielern, Transfersperren oder Altersgrenzen – was bislang der Fantasie der Reddit-Community überlassen war, ist jetzt als Challenges im Spiel integriert.

Für das absolvieren der Challenges gibts auch keine Belohnungen wie Retro-Trikots. Für das absolvieren der Challenges gibt's auch keine Belohnungen wie Retro-Trikots.

Tatsächlich steckt viel Liebe zum Detail in der Umsetzung: Ziele, Einschränkungen und Szenarien sind flexibel kombinierbar, Belohnungen wie Retro-Trikots oder Karriere-Boosts winken zum Abschluss. Wer sich durch die Aufgaben kämpft, kann sogar Icons und Heroes für neue Karrieren freischalten. Und wer will, teilt Herausforderungen mit Freunden oder misst sich an den meistgespielten Challenges weltweit.

Doch bei allem spielerischen Potenzial stellt sich eine Frage: Ist die Community da wirklich so scharf drauf? Wir können es uns irgendwie nicht so recht vorstellen – und haben deshalb nachgefragt.

Career Mode Producer Andreas Wilshoff gibt zu, dass viele Spieler dem Live-Service-Prinzip skeptisch gegenüberstehen. Der Wunsch nach Freiheit und Individualität kollidiert nämlich klar mit diesen vordefinierten Szenarien. Wer einfach nur seinen Lieblingsverein realistisch über Jahre entwickeln will, wird die Live-Challenges vielleicht ignorieren – oder gar als störende Ablenkung empfinden.

Video starten 2:24 EA FC 26 verspricht im Trailer das realistische, langsame Gameplay, auf das viele gewartet haben

Endlich Bewegung an der Seitenlinie

Einer der größten Kritikpunkte am Karrieremodus der letzten Jahre war seine Starre. Vereinswechsel bei Trainern? Fehlanzeige. Wer zehn Jahre im Spiel voranschritt, fand oft dieselben Konstellationen vor wie zu Beginn – ein Detail, das jede Langzeitkarriere irgendwann unglaubwürdig machte.

In FC 26 bringt EA endlich Bewegung ins Spiel: Mit dem neuen Manager Market wechseln nun auch KI-Trainer den Verein – freiwillig, durch Abwerbung oder via Rausschmiss. Der Spieler selbst kann sich auf offene Stellen bewerben, sofern er mit Leistung, Philosophie und Vereinsprofil überzeugt. Passende Clubs werden automatisch vorgeschlagen, das System prüft Reputation, Taktik-Vision und bisherige Erfolge.

Endlich gibts im Karrieremodus ein echtes Trainer-Karussell. Endlich gibt's im Karrieremodus ein echtes Trainer-Karussell.

Das Resultat ist eine dynamischere Fußballwelt, in der auch abseits des Platzes etwas passiert. Ein veränderter Trainerstab bei einem Rivalen bedeutet nicht nur neue Gesichter an der Seitenlinie, sondern auch taktische Anpassungen, andere Transferziele und spürbare Veränderungen auf dem Feld. Teams spielen anders, weil ihre Coaches andere Spielideen haben – genau das, was dem Modus bislang fehlte.

Natürlich bleibt das Ganze etwas steril, wir reden hier nicht über emotionale Kündigungsdramen. Aber: Für den Karrieremodus ist es immerhin ein überfälliger Schritt nach vorn, der nicht nur für mehr Realismus sorgt, sondern auch neue Story-Möglichkeiten eröffnet. Auch wenn sich diese größtenteils nur in eurem Kopf abspielen werden.

Gameplay endlich ernst genommen

Ein häufig unterschätzter Punkt in der Diskussion um den Karrieremodus ist das Gameplay selbst. Denn während Ultimate Team auf Tempo, Skill Moves und kurze Reaktionszeiten getrimmt ist, wünschen sich viele Karriere-Fans vor allem eins: realistischen, taktischen Fußball. Bisher klaffte hier eine große Lücke – doch mit FC 26 will EA sie erstmals bewusst schließen.

Mit dem neuen Modus Authentic Gameplay bekommt der Karrieremodus ein eigenes, entschleunigtes Spielgefühl. Das Tempo ist niedriger, Zweikämpfe sind härter umkämpft, Spieler bewegen sich glaubhafter, Ballphysik und Stellungsspiel treten in den Vordergrund. Statt Sprintduellen und Skill-Spam geht es jetzt um Raumkontrolle, Spielaufbau und clevere Entscheidungen.

Wenn ihr wollt, könnt ihr die Karriere auch mit dem schnelleren Competetive-Modus bestreiten. Wenn ihr wollt, könnt ihr die Karriere auch mit dem schnelleren Competetive-Modus bestreiten.

Laut Producer Andreas Wilshoff war dieser Split eine direkte Reaktion auf Community-Feedback – und eine bewusste Entscheidung des Teams. Viele sagen, sie mögen den Karrieremodus nicht, weil sich das Spiel unnatürlich anfühlt – aber eigentlich meinen sie das Gameplay, sagt er. Mit dem neuen System können Spieler nun frei wählen: authentisch oder kompetitiv.

Wie gut sich das in der Praxis anfühlt, muss sich noch zeigen.

Denn so beeindruckend die Präsentationen rund um EA Sports FC 26 auch waren – von Entwickler-Interviews über Studio-Führungen hin zu einer echten Fußball-Session auf dem firmeneigenen Kleinfeldplatz von EA Vancouver: Die eigentliche Hands-on-Zeit mit dem Spiel selbst war vergleichsweise knapp bemessen.

Ein echtes Fußballspiel gabs nicht, aber Journalisten und Creator konnten sich in diversen Skill-Spielen aus EA FC probieren. Ein echtes Fußballspiel gab's nicht, aber Journalisten und Creator konnten sich in diversen Skill-Spielen aus EA FC probieren.

Authentic Gameplay konnten wir zwar anspielen, aber nur in wenigen kurzen Matches – zu wenig, um wirklich ein Gefühl für Langzeitwirkung oder Balance zu bekommen. Was wir gesehen haben, macht aber Hoffnung: ein ruhigeres Tempo, intensivere Zweikämpfe, realistischere Bewegungen. Doch ob das neue Spielgefühl auch über mehrere Saisons trägt, muss erst noch der Langzeittest zeigen.

Für Simulationsfans, die Wert auf Atmosphäre, Spielverlauf und echten Fußball legen, ist Authentic Gameplay trotzdem vermutlich der wichtigste Schritt der letzten Jahre. Endlich erkennt EA an, dass Karrierespieler andere Ansprüche ans Gameplay haben – und beginnt zumindest damit, ihnen auch gerecht zu werden.

Studio #1 Ein paar kleine Eindrücke aus dem EA-Sports-Entwicklerstudio …

Studio #2 … möchten wir euch natürlich nicht vorenthalten.

Mehr Daten, mehr Tiefe

Wer den Karrieremodus nicht nur gelegentlich spielt, sondern lebt, kennt das Problem: Die Spielwelt fühlte sich oft wie ein schöner Hintergrund an – aber nie wie ein echtes Fußball-Ökosystem. Talente ploppten aus dem Nichts auf, Ligen entwickelten sich ohne erkennbare Logik, Transfers wirkten willkürlich. Mit FC 26 will EA genau das ändern – und setzt auf Daten, Statistiken und nachvollziehbare Entwicklungen.

Wichtigster Punkt dabei ist die neue Simulationslogik, die es erlaubt, bis zu fünf zusätzliche Ligen neben der eigenen voll zu simulieren. Dadurch entstehen glaubwürdigere Transfermärkte, mehr Konkurrenz um Talente und ein dynamischeres Zusammenspiel zwischen den Wettbewerben. Wer etwa in Deutschland managt und gleichzeitig Spanien, Italien und England simuliert, erlebt eine Fußballwelt, in der spürbar mehr passiert.

Bis zu fünf Ligen könnt ihr künftig gleichzeitig simulieren, die Dauer der Simulation soll sich dabei nur geringfügig verlängern. Bis zu fünf Ligen könnt ihr künftig gleichzeitig simulieren, die Dauer der Simulation soll sich dabei nur geringfügig verlängern.

Dazu kommt: Historische Leistungsdaten sind jetzt direkt im Spiel verfügbar. Wer waren die besten Vorbereiter der Vorsaison? Welche Teams kassieren traditionell die wenigsten Gegentore? Solche Informationen fließen nicht nur in die Spielwelt ein, sondern helfen auch beim Scouting. Talente lassen sich gezielter beobachten, Formkurven besser einordnen – und Entscheidungen treffen sich weniger aus dem Bauch heraus.

Auch im Detail hat EA nachgebessert: Scoutingberichte zeigen jetzt mehr Potenzialangaben, Spielerstatistiken sind filterbar nach Wettbewerb und Saison, und die Tabellenansicht wurde modernisiert.

Statistiken wie die Torjägerliste werden künftig saisonübergreifend gespeichert. Statistiken wie die Torjägerliste werden künftig saisonübergreifend gespeichert.

Unexpected Events: Die Unruhe, die der Modus braucht?

In jeder echten Trainerkarriere gibt es Momente, die alles auf den Kopf stellen: Verletzungen im denkbar ungünstigsten Moment, Unruhe im Vorstand, medialer Druck oder Spieler, die plötzlich mit Wechselwünschen um die Ecke kommen. All das fehlte im Karrieremodus bisher – oder fand nur als Textfenster mit wenig Konsequenz statt. Mit FC 26 bringt EA nun Unexpected Events ins Spiel.

Dabei unterscheidet EA zwischen zwei Typen: Emerging Scenarios wie Gerüchte, Spielerlaunen oder unvorhersehbare Störungen – und Decision Points, in denen ihr als Manager konkrete Entscheidungen treffen müsst. Etwa, ob ihr einem unzufriedenen Star entgegenkommt. Eure Reaktionen wirken sich so auf Moral oder euer Standing beim Vereinsvorstand aus.

Aber auch hier gilt: Wie oft sie wirklich auftreten, wie abwechslungsreich sie sind und ob sie sich mit der Zeit abnutzen, wird sich erst im Langzeittest zeigen. Die gute Nachricht: Wer lieber seine Ruhe hat, kann den Einfluss der Events in den Einstellungen reduzieren oder sie ganz deaktivieren.

Wenn ein Spieler Heimweh hat, könnt ihr ihn für einige Wochen nach Hause schicken – ansonsten riskiert ihr, dass er unzufrieden wird. Wenn ein Spieler Heimweh hat, könnt ihr ihn für einige Wochen nach Hause schicken – ansonsten riskiert ihr, dass er unzufrieden wird.

Ein Schritt in die richtige Richtung – aber nicht für jeden

FC 26 bringt vieles mit, was sich Karrierespieler seit Jahren wünschen: Trainerwechsel, mehr Statistiken, ein entschleunigtes Gameplay und eine Welt, die sich glaubwürdiger anfühlt als je zuvor. Und doch bleibt der Eindruck: Das ist mal wieder mehr Evolution als Revolution.

Das sieht auch Bernhard so, auch bekannt als DerHansus, Deutschlands größter Karrieremodus-YouTuber mit über 500.000 Abonnenten. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung – aber kein Muss, sagt er uns im Gespräch.

Wer bereits FC 25 besitzt und viel simuliert, wird bis auf aktualisierte Lizenzen kaum echte Gründe für ein Upgrade finden. Nur wer wirklich jede Partie selbst spielt und das neue Authentic Gameplay ausreizt, dürfte auf seine Kosten kommen. Wobei sich Hansus, genau wie wir, noch unsicher ist, ob das entschleunigte Gameplay wirklich so gut funktioniert, wie es auf dem Papier klingt.

Wenn euch das Authentic Gameplay nicht direkt überzeugt, könnt ihr auch manuell nachjustieren. Wenn euch das Authentic Gameplay nicht direkt überzeugt, könnt ihr auch manuell nachjustieren.

Dabei entsteht vor Ort durchaus der Eindruck, dass das Team hinter dem Modus mit Herzblut dabei ist.

Beim Mittagessen konnten wir mit Andreas Wilshoff, Line Producer bei EA, unter vier Augen sprechen. Dabei wurde schnell klar: Dieser Mann liebt den Karrieremodus. Nicht nur beruflich, privat war er nach eigener Aussage früher ein riesiger Fan der Meisterliga aus PES-Zeiten. Und da es diesen Modus heute nicht mehr gibt, will er nun bei EA die Fahne für Karrierespieler hochhalten.

Doch er hat es zwar nie explizit gesagt – aber zwischen den Zeilen klang durch: Der Karrieremodus hat bei EA nicht dieselbe Priorität wie andere Spielbereiche. Die Budgets fließen anderswohin, etwa in Ultimate Team. Der Karrieremodus hingegen wirkt tatsächlich wie das eingangs erwähnte ungeliebte Stiefkind, das zwar mit am Esstisch sitzen darf, aber bloß keine Extrawünsche bestellen soll.

Trotzdem ist FC 26 für Karriere-Fans kein Rückschritt – im Gegenteil: Viele Baustellen wurden angepackt, manche lange Wünsche erfüllt. Aber wer darauf hofft, dass EA das System einmal komplett über den Haufen wirft, sollte diese Hoffnung langsam begraben. Der Karrieremodus wird nie die strategische Tiefe oder Systemkomplexität eines Football Manager von Sports Interactive erreichen – dafür fehlt es schlicht an Priorität.

Was wir stattdessen bekommen, sind jährliche Updates in kleinen Schritten. Mal gut sichtbar, mal eher kosmetisch. Authentic Gameplay könnte dabei ein großer Schritt sein – wenn man denn viel selbst spielt und auf eine realistische Fußballsimulation Wert legt. Wer hingegen viel simuliert, wird auch dieses Jahr wieder das Gefühl haben: Es geht irgendwie voran, aber eher im Schritttempo als im Vollsprint.

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