Spätestens seit den erfolgreichen Serienteilen Morrowind (2002) und Oblivion (2006) gehört die Elder-Scrolls-Reihe zu den ganz großen Schwergewichten des Rollenspiel-Genres. Mit ihren gigantischen, frei erkundbaren Spielwelten und einer schier unendlichen Fülle an Nebenquests stiegen die Titel aus dem Hause Bethesda zu Fan-Lieblingen auf.
Dabei wäre die Elder-Scrolls-Reihe beinahe etwas ganz anderes geworden. Denn als Bethesda Anfang der 90er-Jahre den ersten Teil plante, war von einem Rollenspiel nie die Rede. Darauf weist heute noch der Name des Spiels hin: The Elder Scrolls: Arena.
Willkommen in der Arena
Bethesda Softworks' anfängliche Vision für Arena war nämlich ein Gladiatoren-Kampfspiel mit Mittelalter-Setting. Die Idee war, dass Spieler mit einem Team von Kämpfern durch die fiktive Welt Tamriel reisen und in Arenen der verschiedenen Städte gegen andere Teams antreten würden. Das ultimative Ziel: in der Arena der Kaiserstadt zum Großmeister zu werden.
Der Fokus lag dabei zunächst auf den Echtzeitkämpfen und dem Management des eigenen Gladiatoren-Teams. Geplant war eine Party aus vier Charakteren. Als Engine nutze Bethesda zunächst den Code ihres vorherigen Lizenz-Shooters The Terminator: Rampage.
Während der Entwicklung begannen jedoch Nebenquests, die ursprünglich nur eine kleine Ergänzung darstellen sollten, um die Welt lebendiger zu machen, immer mehr an Bedeutung zu gewinnen. Die leitenden Entwickler, Ted Peterson und Vijay Lakshman, waren nämlich selbst große Fans von Pen-and-Paper-Rollenspielen und Titeln wie Ultima Underworld - diese Vorlieben ließen sie in Arena einfließen.
Das teambasierte Gladiatoren-Konzept wurde schließlich zugunsten eines vollumfänglichen Rollenspiels mit nur einem Hauptcharakter verworfen. Quests und die Erkundung der riesigen, prozedural generierten Welt Tamriel rückten in den Vordergrund. Dazu kamen weitere Rollenspiel-Elemente wie Charakterentwicklung und monsterverseuchte Dungeons.
Die ursprüngliche Idee des Gladiatorenspiels schaffte es letztlich nie wirklich über die Konzeptphase hinaus. In der finalen Releaseversion finden sich lediglich einige interne Textdateien mit Namen der geplanten Gladiatorenteams aus den verschiedenen Städten Tamriels, die noch auf diese frühe Vision hindeuten.
Ebenfalls geblieben ist außerdem der Spieltitel; denn den wollte man während der bereits fortgeschrittenen Entwicklung nicht mehr ändern. Der Name Arena
wurde nachträglich so erklärt, dass das Reich Tamriel so sehr vom Krieg zerrüttet sei, dass man es durchaus als Kampfarena bezeichnen könnte.
Um das Ganze ein bisschen rollenspieliger
und mystischer klingen zu lassen, wurde schließlich noch der Zusatz The Elder Scrolls hinzugefügt - eine der größten modernen Rollenspiel-Reihen war somit geboren.
Gänzlich verloren war die Idee mit der Gladiatoren-Arena nicht; sie feierte im vierten Seitenteil Oblivion schließlich ein Comeback. Während der Questline könnt ihr dort tatsächlich in der Kaiserstadt zum Großmeister aufsteigen - und angelt euch dabei einen extrem nervigen Verehrer.
Mehr interessante Geschichten rund um das Elder-Scrolls-Universum findet ihr in der obigen Linkbox. Dort verraten wir euch unter anderem, wer der stärkste Daedra-Prinz ist.

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