Epic-Chef Tim Sweeney: "Lootboxen und Politik haben in Videospielen keinen Platz."

In einer Keynote sagt Epic-CEO Tim Sweeney, dass Lootboxen und Politik nicht in Spiele gehören - kurz danach rudert er allerdings schon wieder zurück.

von Dennis Zirkler,
13.02.2020 11:22 Uhr

Epic-CEO Tim Sweeney machte in seiner Keynote einige kontroverse Aussagen. Epic-CEO Tim Sweeney machte in seiner Keynote einige kontroverse Aussagen.

Auf der jährlich stattfindenden DICE Summit, einer Fachtagung für die führenden Köpfe der Gaming-Branche, sprach Epic Games CEO Tim Sweeney in seiner Eröffnungsrede über seine Gedanken zur Zukunft der Videospielindustrie. Unter anderem äußerte sich der Fortnite-Chef zu den Themen Lootboxen, Privatsphäre und Politk in Spielen.

Sweeney vergleicht Lootboxen mit Glücksspielautomaten

Dass sein Spiel Fortnite bei der Monetarisierung auf Lootboxen verzichtet, kommt nicht von ungefähr. Für Sweeney haben Lootboxen in Spielen nämlich nichts zu suchen:

"Wir müssen uns als Industrie fragen, was wir sein wollen, wenn wir erwachsen werden. Wollen wir wie Las Vegas sein, voller Glücksspielautomaten? Oder wollen wir als Schöpfer von Produkten bekannt sein, denen die Kunden vertrauen können? Ich denke, mehr und mehr Publisher werden sich von den Lootboxen entfernen.

Wir sollten zurückhaltend sein, wenn es darum geht, eine Erfahrung zu schaffen, deren Ergebnis durch das Ausgeben von Geld beeinflusst werden kann. Lootboxen spielen mit all den Mechaniken des Glücksspiels, außer der Möglichkeit, am Ende mehr Geld herauszubekommen."

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Spiele dürfen politisch sein, Spieleentwickler nicht

Während seiner Rede sprach Sweeney auch über die wachsende Politisierung der Videospielbranche. Zwar seien Spiele ein valides Medium, um politische Aussagen zu machen - für ihn habe die politische Einstellung von Entwicklern aber nichts in Spielen zu suchen.

"Wir müssen eine klare Trennung von Kirche und Staat schaffen. Es gibt keinen Grund, solch spaltende Themen überhaupt in Videospiele hereinzuziehen."

Kurz nach seiner Rede ruderte Sweeney allerdings schon wieder zurück: Auf Twitter schreibt er, dass Spiele nicht komplett auf Politik verzichten müssen - sondern dass Spiele, die sich mit Politik befassen, dies eher aus einer kreativen Perspektive als aus einer Marketingperspektive tun sollten.

Die Spielefirmen hingegen selbst sollten aber politisch neutral bleiben - damit Kunden und Angestellte weiterhin ihre eigene politische Einstellung halten können.


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